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Neue Nationalzeitung · 1913-01-03 · Heft 1 (3.1.1913) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XV (1913)
Issue
Heft 1 (3.1.1913)
Date
1913-01-03
Page
Seite 5 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 1 teiligt resp in der Liste der jüdischen Sträflinge geführt wird. Konstituierung des Kultusvorstandes. Wien. Sonntag, den 5. Jänner 1913, halb 11 Uhr vormittags, findet die Konstituierung des Kultusvorstandes statt. Tagesordnung: 1. Wahl des Präsidenten: 2. Wahl des ersten Vizepräsidenten; 3. Wahl des zweiten Vizepräsidenten; 4. Wahl von 8 Mitgliedern des Vertreter-Kollegiums; 5. Wahl der Mitglieder in die Kommissionen und Komitees. " Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (Generalversammlung des Brigittenauer israelitischen Tempelvereines.) Montag, den 16. d. M., abends, hielt der genannte Verein 'Seine ordentliche Q e n e r a 1 v e rs a m m- 1 u n g ab, welche von den Mitgliedern zahlreich besucht war. Nach Eröffnung der Versammlung begrüßte der Vorsitzende, Vereinsobmann Herr Dr. Ernst Rosenthal, die Erschienenen und entwickelte sodann in kurzen, prägnanten Worten ein Bild der Ereignisse des Vereinsleibens im abgelaufenen Vereinsjahre. Insbesondere weist er darauf hin, daß in der so lange strittigen Frage der Besetzung des Rabbinates endlich im Kompromißwege ein Provisorium für drei Jahre geschaffen wurde, welches Aussicht auf eine spätere, wirklich befriedigende Lösung dieser Angelegenheit bietet. Der Vorsitzende berichtet weiters, daß die Vereinsbibelschuie, die infolge ihrer gediegenen Organisation anerkannt glänzende Erfolge erzielte, mit Ende des abgelaufenen Schuljahres zu bestehen aufgehört habe. Dem nunmehr aufgelösten Schulkomitee, insbesondere aber dessen Obmann, Herr Josef K o h n, gebühre der herzlichste Dank für die jahrelange Mühewaltung. In besonders warmen Worten gedachte der Vorsitzende des 70. Geburtsfestes des Vertreters der Kultusgemeinde und Präsidenten der altehrwürdigen Chewra-Kadischa, Herrn Salo Coli n, und ersucht um die Erlaubnis, den Jubilar namens der Generalversammlung zu beglückwünschen. Nachdem der zustimmende Beifall, welcher diesen Worten folgte, sich gelegt hatte, fuhr der Obmann fort: „Wir leben jetzt in bösen, bitteren Zeiten, täglich lesen wir in den Zeitungen ernste Nachrichten über vielleicht bevorstehende Kriegsereignisse, welche ihre Schatten vorauswerfen, in dem bereits viele unserer Söhne dem ehrenvollen Rufe zu den Waffen gefolgt haben. Wir Juden lieben unser Vaterland und haben trotz vielfacher uns zugefügter Unbill auch Grund, es zu lieben, denn an seiner Spitze steht (die Anwesenden erheben sich) unser gütiger, gerechter und weiser, den Juden stets wohlgesinnter Monarch, Kaiser Franz Josef I., der bewährte Friedensfiirst, und wir hoffen — und <mit uns alle Völker dieses Reiches — daß es ihm gelingen werde, dem Reiche einen gewiß ehrenvollen Frieden zu sichern. Wie immer aber seine Entscheidung sein möge, werden wir Juden, getreu den Geboten unseres Glaubens, fest und treu zu unserem angestammten Herrscher und zu unserem Vaterlande halten. Unser geliebter guter Kaiser Franz Josef I. lebe hoch, 'hoch, hoch", in welchen Ruf die Versammlung mit Begeisterung einstimmte. Nach einhelliger Erteilung des Absolutoriums ergriff Herr Dr. Sch re ibe r das Wort, um als Delegierter des Kultusvorstandes den Verein zu den erzielten Erfolgen zu beglückwünschen und seiner Freude darüber Ausdruck zu geben, daß der Friede zwischen dem Verein und dem Kultusvorstande hergestellt worden sei. Nachdem der Obmannstellvertreter D. J. Roth Jen Vorsitz übernommen hatte, wurde zum Punkt 2 der Tagesordnung „Ernennung eines Ehrenmitgliedes" übergegangen. Nach einem Referate des Herrn Josef Kohn und der Ansprache des Herrn Dr. Schreiber wurde der Vereinsobmann Dr. R o s e w t Ii a I unter Beifallskundgebungen einhellig zum Ehreumitgliede ernannt. Die vorgenommenen Wahlen ergaben, daß die Herrei-. Dr. E. Rosenthal, Dr. M. Weißen stein, A. Löwy und S. Schlesinger als Vorstandsmitglieder, die Herren Josef Back, Jakob Bauer, S. Du b, Leopold Fischer, Siegmund Frommer, Ignaz K ö r n e r, Bernhard Schick. Dr. Heinrich Schreiber, Josef S ii ß und Philipp W e i ß als Vertrauensmänner wiedergewählt, die Herren Josef Fallitschek und Adolf Stern als solche neugewählt wurden. Wien. (Humanitärer Geselligkeits- und Kranken-Unterstiitzungsverein der Kolomeaer für Wien und Umgebung.) Zugunsten des humanitären Unterstützungsvereines der Kolomeaer veranstaltet ein Damenkomitee mit Hilfe des rührigen Vergnügungskomitees am 6. d. M. in den Sälen des Cafe Pnickl eine Damen- Soiree. Die Veranstalter haben für ein amüsantes Programm Vorsorge getroffen. Beginn 8 Uhr abends. Karten sind zu haben: Bei Obmann S. W e i n i n g e r, I, Wipplingerstraße IS und Schriftführer Wilhelm K r e i n d 1 e r, II, Untere Augartenstraße Nr. 19. Wien. (Unterstützungsverein jüdischer Hochschüler aus Gaiizien in Wien.) In den Ausschuß wurden gewählt: Präses: S. H i r s c h h a u t; I. Vizepräses: L. Bandlcr; II. Vizepräses: Frl. B. Kön i g; I. Sekretär: D. S c h u 1 z m a n n: II. Sekretär: L. Tannen zapf; I. Kassier: J. Gold schlag; II. Kassier: S. Torbe; Bibliothekar: D. Krüh: Lektiouar: D. M a j e r. Wien. Wir erhalten folgende Kundmachung: Der vom Kultusvorstande in der öffentlichen Sitzung vom 22. Dezember 1912 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kuitiisgemeinde stehender Fonde und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1913 liegt vom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultusgemeinde, Wien I, Seitenstettengasse 4, 3. Stock, zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind gemäß § 90 des Statutes berechtigt, inerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Wien. Die Ausschüsse der akademischen Vereine „Theodor Herzl", „Verein jüdischer Hochschiiler aus Rußland", Verein „Jüdische Kultur" und „Lese- und Redehalle" veranstalten am Freitag, den 3. Jänner 1913, im großen Festsaale des „Hotel Continental, Wien II, Taborstraße 4, ein Jüdisches Volk slieder-Konzert. Mitwirkende: Opernsängerin Frau R o ss o w s k y- M e d w e d j e w, Opernsänger Herr M e d w e d j e w, Opernsänger Herr Janowsky aus Petersburg. Am Klavier: Herr Professor P o t o k e r. Wien. (Verein Misrachi.) Am S. d. M., S Uhr abends, findet im Hotel Central, Wien II, Taborstraße, eine Verein s- Ver Sammlung statt. Referent: Isidor A u s t e r 1 i t z. Gäste, auch Damen, willkommen. Berlin. Im Logenheim vollzog sich am letzten Sonntag in überaus feierlicher Weise der Gedenktag des h u n d ertj ährigen Bestehens der 1812 gegründeten Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate. Nach einem einleitenden Orgelpräludium und Chorgesang begrüßte zunächst in kurzer Ansprache der derzeitige Vorsitzende der Gesellschaft Herr Georg Tietz die Festversammhing, worauf Rabbiner Dr. Blumenthal die Festpredigt hielt. Auf die Geschichte der Gesellschaft, ihren Werdegang und ihre Leistungen im Laufe des letzten Jahrhunderts ging der Festredner Diplomingenieur Ludwig

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