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Neue Nationalzeitung · 1912-12-20 · Heft 25 (20.12.1912) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 25 (20.12.1912)
Date
1912-12-20
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 »Neue Nationall-Zeitung" Nr. 25 genzukommen. Der „Kaufmann von Venedig" wurde von dem Lehrplan auf den leisesten Wink meinerseits gestrichen, da er den jüdischen Kindern unangenehm sein mußte und gewöhnlich Vorurteile schuf." „Zeigen die südlichen .Juden besondere intelektiwüe Interessen? Befinden sich Schriftsteller unter ihnen?" — „Diesbezüglich kann ich nur anführen, daß der Distrikt Nr. 7 von I. O. B. B. (International Order Bnei Brith") sein Bestes tut, um geistige Kultur unter seinen Teilnehmern zu fördern, indem er wertvolle Preise ausschreibt. Es gibt natürlich viele Juden, die für hiesige Zeitungen schreiben und Frau Lea C. H a r b y aus Conway hat der Harper-Zeitung und vielen anderen angesehenen Blättern des Nordens Beiträge geliefert/* „Nicht wahr, Rabbi Cohen, Sie waren besonders bei dem beteiligt, was man die Galveston-Bewegung nennt?'* — „Ja, ich stand bei Beginn derselben, vor fünf Jahren, mit ihr in Verbindung und ich freue mich, sagen zu können, daß es ein höchst wertvolles Werk für die Juden, wie für den ganzen Süden ist. Wir haben in fünf Jahren nicht weniger als 5000 Personen untergebracht, wovon 90 Prozent noch auf dem Platze sind, den wir ihnen gaben. Die Freigebigkeit des Herrn Schiff bringt die besten Resultate." „Haben Sie viele in Farmen untergebracht?" -- „Nein, ihre frühere Laufbahn hat sie dafür nicht tauglich gemacht, außerdem schicken wir sie dorthin, wo andere Juden wohnen, welche sich mit ihnen verbrüdern und sie ermutigen können." DIE JÜDISCHE ETlIQRdTION. £ -'WC> ~ Wohin? Vierte Jahresversammlung der jüdischen Farmer in Amerika. Zu einer dreitägigen Versammlung, die vom 17. bis 20. November tagte, waren jüdische Farmer aus allen Teilen der Vereinigten Staaten nach New York gekommen. Seit 1909 ist die Federation von 19 Gesellschaften auf SO angewachsen. Aus den hochinteressanten Berichten und Reden anläßlich dieser Versammlung ergab sich, dal? auf fast allen Gebieten jüdischen Farmwesens in Amerika ein bedeutsamer Aufschwung erkennbar ist. So betrug der Wert der von der Organisation verkauften landwirtschaftlichen Maschinen 50.000 Dollars gegen 30.000 Dollars im Vorjahr; die vom Warenverkaufsbureau ausgegebenen Shares sind im Betrage seit 1910 von 496 Dollars auf 945 Dollars gestiegen, und auch auf dem Gebiete sozialen Lebens sind erfreuliche Entwicklungen zu konstatieren. Für 1913 plant die Federation eine landwirtschaftliche Ausstellung mit Basar. In zwei Punkten hat die junge Organisation bereits so wichtige Reformen eingeführt, daß Vertreter der Staatsregierung dieselben für vorbildlich erklärt haben: Die erste wichtige Institution ist die F i n r i c h t u n g von kooperativen D a r I e h e n s g e s e 1 I s c h a f t e n. w elche die einzigen derartigen Institute im Lande sind und die Lösung eines Problems darstellen, mit dem sich die Staatsregierung seit langer Zeit abmüht. Ferner entspricht das zur Organisation gehörige „I n d u s t r i a I R e m oval O f f i c e", das die Verteilung von jüdischen Bewohnern dichtbevölkerter Städte aut das Land zur Aufgabe hat. etwa dem staatlichen „Jnformations- und Verteilungsbureau". Der Chef dieses Staatsdepartements hat dem indischen Bureau kürzlich Worte hohen Lobes gespendet und geüuKert. dalj er bei genügender Bewegungsfreiheit das Staatsami nach seinem Vorbilde einrichten würde. Eine Studienreise nach Amerika. Der Sekretär des russisch-jüdischen Komitees in Liverpool, Mr. J. R a f a I o v i c h. hat sich behufs Studiums der jüdischen Fmigrationsgesellschaften nach Nordamerika begeben. Der Arbeitsmarkt in Argentinien. In Argentinien besteht eine große Nachfrage nach tüchtigen Handwerkern. Tischler. Klempner, Schmiede. Schuster, Kürschner. Maler, (ilaser, auch Modistinneu und Näherinnen finden dort sehr lohnenden Erwerb. Die jüdische Auswanderung über Galveston. Die Verwaltung der Jüdischen Emigrations-Gesellschaft in Kiew (Ito) hat von ihrem Direktor, Herrn Dr. Jochelmann. folgendes Kabeltelegramm aus Amerika erhalten: ..Dr.D. J ochelm a n n hat in Gemeinschaft mit dem Vertreter des amerikanischen Emigrationskomitees, Herrn D. M. Bresler. eine Reise durch die Südwest-Staaten der Vereinigten Staaten unternommen, um die Lage der von der lto dorthin gesandten Auswanderer zu studieren. Der Eindruck, den sie von ihrer mehr als einen Monat währenden Reise mitbrachten, ist> dal! die Galveston-Auswauderiing die besten Aussichten für eine gedeihlich;; Weiterentw icklung hat. Die Ifo-Passagiere, die Dr. Jochelmann und Herr Bresler auf den Plätzen aufsuchten, in denen sie sich niedergelassen haben, sind alle außerordentlich zufrieden und vortrefilich installiert. In den Städten der Südwest-Staaten der Union können sich noch bedeutende Massen jüdischer Auswanderer, vorzugsweise Handwerker, aber auch ungelernte Arbeiter, sofern sie zu schwerer physischer Arbeit tauglich sind, niederlassen. Das amerikanische Komitee und Herr Dr. Jochelmann schlagen vor, Propaganda für die Galveston-Auswanderung \n erhöhtem Malle zu betreiben und größere Expeditionen dorthin zu senden, als es bisher geschehen ist." Emigrantenfürsorge der Jüdischen Allianz zu Wien. Wir erhalten nachstehendes Communique: Während des Monates November 1912 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 136 Emigranten, davon 105 russische und 31 rmnänische weiterbefordert, und zwar 40 nach den Vereinigten Staaten, 14 nach Argentinien. 13 nach Kanada. 2 nach England, 25 nach Frank-

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