Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIV (1912)
- Issue
- Heft 24 (6.12.1912)
- Date
- 1912-12-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 „Neue Natioiiul-Zeitiiug" Nr. 24 von L o n ü o n wird sich besonders imposant gestalten. Der neue Lordmajor Sir David B » r n e 11 und sämtliche Shevitts haben bereits ihre Teilnahme zu der am <S. Dezember stattfindenden Feier angemeldet. Die jüdischen Soldaten versammeln sich in Paradeuniform in der jüdischen freien Schule und treten von dort mit Militärmusik den Marsch in die Synagoge an. Fast sämtliche in London garnisonierenden Regimenter haben ihre Vertretungen angemeldet. Humoristisches. Konfessionslos. Bekanntlich werden die Rekruten vor ihrer Eidesleistung in die Kirche und die jüdischen in die Synagoge geführt, wo sie vom Religionslehrer über die Heiligkeit des Eides aufgeklärt werden. Die Soldaten werden zu diesem Zwecke nach ihrer Religion in (iruppen geteilt, um dann unter Führung eines Offiziers ihres Glaubens zum Gottesdienste zu marschieren. Dies geschah auch vor einigen Tagen in einer österreichischen Kaserne. Die Gruppierung nach Konfessionen war bereits vollzogen, es blieben nur noch zwei Einjährige zurück, die sich keiner der Gruppen angeschlossen hatten. „Welcher Konfession gehören Sie denn an?** frug der diensthabende Hauptmann die beiden Einjährigen, „warum treten Sie nicht in eine der Gruppen?" „Melde gehorsamst deshalb, weil wir konfessionslos sind," antworteten die beiden Einjährig- Freiwilligen zu gleicher Zeit. „Was, konfessionslos!" schrie der Hauptmann, „dann marsch in die jüdische Gruppe!" .... * Die neue Synagoge. In einer mitteldeutschen Stadt wurde von dem liberalen Teil der jüdischen Gemeinde ein prächtiges Gotteshaus errichtet. Zu seinem Schmuck zählt auch ein steinerner Löwe, der in seinen Pranken die Tafeln mit den zehn Geboten hält. Der Rabbi der frommen Gemeinde der gleichen Stadt besichtigte das Bauwerk in allen Einzelheiten und faßte dann sein Urteil in die Worte: „Der Löwe ist der einzige, der in der Synagoge die zehn Gebote hält." („Jugend.") Liste der Ausgetretenen. Vom 20. November bis 3. Dezember 1912. (Nr. 558 bis 582.) Aschner Bernhard Dr„ Arzt, geb. 27. Jänner 1883, Wien VI/, Breitegasse 3. Briess Therese geb. Schreiber, geb. 23. Jänner 1874, Krasua, III. Dapontegasse 11. Deutsch Arthur, Goldschmiedzeichner, geb. 5. Juli 1878. Brünn, I. Himmelpfnrt.sra.sse 12. Ehrlich Samuel, Schriftsetzer, geb. 2s. Oktober 1865, Rosenberg, XIV, Benedikt-Schellingergasse 34. Ganz Josef, Realschüler, geb. 1. Juli 1808. Budapest. XIX. Peter-Jordangasse 72. Goldes Berta, Kunststickerin, geb. 22. Juli 1890, Tymcience. XX. Othmargasse 14. Hasenberg Franz, Ingenieur, geb. 7. Jänner 1885, Drenitz (Böhmen), IV. Goldegggasse 14. Pollak Albine geb. Pallak, Kunsthändlersgattin, geh 18. Jänner 1886, Wien. IX. Nußdorferstraße In. Robitsek Stefanie, geb. 16. August 1906, Wien, IV, Brucknerstraße 8. Robitsek Marianne Henriette geb. von Mauthner, geb. 4. Juli 1886 in Brauhof, Ortsgemeinde Grundlsee, IV. Brucknerstraße 8. Robitsek Stefan, geb. 26. September 1876. Wien, IV. Brucknerstraße 8. Wagner (Marcus, Buchbinder, seh. 27. November 1885, Ung> Brod, XX, Wallensteinstraßc 3(1. Wagner Marie geb. Setselt, geb. 2o. September 1889, Wien, XX, Walleusteinstraße 30. Weiß Elsa, geb. 15. September 1883. Wien, VI, Getreidemarkt 13. Windmüller Hermann, geb. 12. April 1884 in Berlin, Wien, VII, Neustiitgasse 66. Wlach Eugen, Privatbeamter, geb. 23. September ls79. Wien. VI, Gumpendorferstraße 18. Fischer Frida, ledig, Kontoristin, geb. 5. Februar 1890 in Kromau, IX. Fuclistalergasse 4. Schnabel Gustav, ledig. Beamter, geb. 9. Juni 1890, I, Hegeigasse 17. Fuchs Berta geb. Steuer, verwitwet, Private, geb. 22. Oktober 1880, IX. Waiseuhausgasse 14. Dub Melitta, ledig. Private, geb. 12. April 1888 in Prag, III, Strohgasse 19. Fischer Hedwig, ledig, Sängerin, geb. 23. Februar 1886, IX, Wasagasse 52. Probst Adolfine geb. Eisenstädter, verwitwet, Private, geb. 5. August 1887 in Agram. IV, Wiedner Hauptstraße 23. Lukacs Moriz, verh., Kaufmann, geb. 7. November 1875, XVII, Dornbachstraße 105. Brenner Harry, ledig, Kontorist, geb. 2. September 1893, XVII, Hauptstraße 153. Hayek Emanuel, verh.. geb. 15. Mai 1859 in Auspitz, VIII, Kochgasse 32. Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen-Verb a n d.) Dienstag, den 10. d. M., findet im Privatlokal, II, Taborstraße tt b, ein Vortrag des Kollegen Samuel Strauß Statt. Thema: „Eine jüdische Handelsban k". Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Der Verband eröffnet am 7. d. M. Unterrichtskurse in böhmischer und italienischer Sprache. Anmeldungen werden von 8 bis 9 Uhr abends entgegengenommen. NOTIZEN. Die Ziehung der XXIX. Staatswohltätigkeitslotterie findet unwiderruflich bereits am 19. Dezember 1912 statt. Unsere Leser werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie ihren Bedarf an Losen rechtzeitig decken mögen. Im Spielprospekt dieser staatlichen Wohltätigkeitslotterie finden wir nicht weniger als 21.146 Gewinste im Gesamtbetrage von 625.000 K ausgewiesen, die sämtlich in barem Gelde ausbezahlt werden. Unter den fünf Haupttreffern beträgt der erste 200.000 K; außerdem findet sich eine sehr große Anzahl von Treffern mit sehr hohen Gewinsten vor. Die vorzüglichen Gewinstchancen und der billige Einsatz — der Preis eines solchen Staatsloses beträgt nur 4 K — machen diese Staatslotterie im Publikum ganz besonders beliebt. Lose sind, soweit der Vorrat reicht, zu haben in den Lottokollekturen und Tabaktrafiken, bei Steuer-, Post-, Bahnämtern, in Wechselstuben etc. und bei der k. k. Lottogefällsdirektion (Abteilung der Staatslotterien) in Wien III, Vordere Zollamtsstraße 7. Diese versendet die Lose portofrei. Wer sich unterhalten will, wer lachen will, der wähle einige Bücher aus dem in der heutigen Nummer angekündigten Jüdischen Novellenschatz oder aus der Bibliothek der jüdischen Witze. Auch auf das Buch des jüdischen Jargons, das die gangbarsten jüdischen Ausdrücke verdeutscht und ganz genau erläutert, sei aufmerksam gemacht. Die Preise der einzelnen Bändchen sind im Inseratenteile der heutigen Nummer zu ersehen.