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Neue Nationalzeitung · 1912-12-06 · Heft 24 (6.12.1912) · p. Seite 3

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 24 (6.12.1912)
Date
1912-12-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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öehe 3 überreicht, und hat darüber Mittwoch, den 27. No vember, vor dem Landesgerichtsrat Dr. Stolz.d Straf Verhandlung stattgefunden. Diese Berichtigungsklage des Dr. Bloch bezog sich auf folgendes: Wie unseren Lesern bekannt, hat Präsident Dr. Stern in der Vorstandssitzung vom 13. Oktober 1912 den Schwiegersohn der „Oesterreichischen Wochenschrift" sowie den Dr. Bloch selbst gegen die „Neue National-Zeitung" in Schutz genommen, indem er die Machinationen bei der Vergebung des letzten Preises der „Dr. Moritz Rappaportschen Stiftung" entschuldigte. Dieses Elaborat, das dem Dr. Stern angeblich von seinem Sekretariate übermittelt wurde, haben wir in unserem Blatte vom 25. Oktober 1912 im Leitartikel „Die Ehrenrettung für Dr. Giunwald" gehörig beleuchtet resp. niedriger gehängt. Die „Oesterreichische Wochenschrift" dagegen hat es sich selbstverständlich nicht nehmen lassen, jenes Elaborat vollinhaltlich zu veröffentlichen und überdies diese Nummer zu einer Reklamenummer für ihren Schwiegersohn auszugestalten, indem sie in einer separaten Beilage alle Aufsätze, die ihr Schwiegersohn jemals in seinem Leben verfaßt hat, auf 4 Seiten veröffentlichte und indem sie bei dieser Gelegenheit zum Ankaufe „sämtlicher Bücher" aufforderte. Mit dieser Reklamenummer hat sich aber die „Oesterreichische Wochenschrift" nicht begnügt; sie ging in ihrem weitherzigen Familiensinn so weit, diese Reklame für ihren Schwiegersohn sogar in die „Neue National-Zeitung" übertragen zu wollen. Und so erhielten wir nun eines Tages von Herrn Dr. J. S. Bloch einen ausführlichen Schreibebrief, in dem unter der Aufschrift „Berichtigung" allerhand Reklamegeschichten und Tratsch über Dr. Grunwald, und zwar von seinem 22. Lebensjahre angefangen, sowie über seine zwei prämiierten Arbeiten — seit dem Jahre 1893 wurde bekanntlich von der Dr. Rappaportschen Stiftung sonst niemand prämiiert — erzählt wurden. Da wir unser Blatt für derartige Ablagerungen nicht zur Verfügung stellen, haben wir selbstverständlich den Blochschen Schreibebrief nicht veröffentlicht. Wiewohl es nun für jeden Juristen oder Laien klar sein mußte, daß kein Gericht der Welt uns zur Veröffentlichung dieses Schreibebriefes verurteilen kann, hat Dr. Bloch durch den bekannten Dr. Wilhelm Schneeberger gegen unseren Herausgeber und verantwortlichen Redakteur, Dr. S. R. L a n d a u, die Berichtigungsklage überreicht. Allein auch Dr. Schneeberger hat dem Herrn Dr. Bloch nicht geholfen. Dr. Bloch ist mit seiner Berichtigungsklage durchgefallen und wurde zum Ersätze der Gerichtskosten verurteilt. Im Sinne der Ausführungen unseres Herausgebers Dr. S. R. Landau, welcher in einer ausführlichen Rede sämtliche Mängel der Berichtigung detailliert dargestellt und darauf hingewiesen hat, daß es sich dem Dr. Bloch nur darum gehandelt hat, eine Reklameschrift für seinen Schwiegersohn in die „Neue National-Zeitung" hineinzuschmuggeln, hat Landesgerichtsrat Dr. Stolz die Berichtigungsklage des Dr. Bloch, als nach keiner Richtung den Anforderungen des Gesetzes entsprechend, abgewiesen. Es half dem Dr. Bloch und seinem Vertreter gar nichts, daß sie, letzterer geradezu in einer standesunwürdigen Weise, in Ermanglung sachlicher Argumente persönliche Anzapfungen versuchten. Auf das zahlreiche Auditorium wirkten die Schneebergeriaden erschütternd komisch. Die Bemühungen einer gewissen Clique, uns einzuschüchtern, waren wieder vergeblich. Zur Kritik der jüdischen Gemeinde-Verwaltung in Wien. Rede Dr. S. R. L a n d a u in der Kultuswähler-Versammlung vom 20. November 1912. Meine Herren! Bei der letzten Kultuswähler- Versammlung im Beethovensaale waren von 19.000 Wählern kaum 150—200 erschienen! (Rufe: Weniger!) Ein trauriges Zeichen für die Apathie, die in der Wählerschaft herrscht. Der sehr geehrte Herr Vizepräsident Dr.Kohn meinte dort, daß Leute herkommen, um einzelnen Kandidaten eines am Zeug zu flicken. Ich fühle mich dadurch in keiner Weise getroffen, ich übe nur sachliche Kritik, wenn auch manche Herren so empfindlich sind, daß ihnen selbst die sachlichste Kritik lästig ist. Ich will mich daher heute, von rein sachlichen Motiven geleitet, in erster Linie mit dem Rechenschaftsbericht beschäftigen. Er liest sich sehr schön und ist sehr schön herausgeputzt. Sie lesen darin, was die Gemeinde leistet in bezug auf Kultus, Unterricht und sonstige Angelegenheiten. Ich bin so frei, der Ansicht zu sein, daß diese mechanische Führung des Verwaltungsapparates der Kultusgemeinde eigentlich kein Verdienst des Vorstandes ist, sondern, daß einfach der Verwaltungsapparat von selbst arbeitet. Denn dort, wo eine persönliche Initiative notwendig ist, wo es, wie ein Herr in der vorigen Versammlung gesagt hat, auf den „Geist" in der Gemeinde ankommt, da fällt es gleich auf, daß es sehr stark happert. Ich will absr nicht von dem sprechen, was jeder von Ihnen im Berichte selbst nachlesen kann, sondern eben von dem, was nicht drinnen steht, was vielmehr verschwiegen wurde. Die Tempelfrage: Vom Bau eines neuen Tempels im 1. Bezirke finden Sie in diesem Bericht gar nichts. Und doch haben alle heute um die Wiederwahl sich bewerbenden Kandidaten — 5 an der Zahl — in ihrem Aufruf und in ihrem Programm, das sie vor sechs Jahren aufgestellt haben, folgendes erklärt: „Wir erachten es einerseits als eine gerechte Forderung, daß der Vorstand sich diesen Ansprüchen der Zeit rückhaltlos anschließe und empfehlen andererseits, daß der Vorstand der Frage der Erbauung eines neuen Gotteshauses nähertret e." Meine Herren! Die Herren Kandidaten haben es unterlassen, sich mit diesem Tempelprojekt zu beschäftigen und ich will nur anregen, sie möchten un§_

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