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Neue Nationalzeitung · 1912-09-27 · Heft 19 (27.9.1912) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 19 (27.9.1912)
Date
1912-09-27
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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„Neue National-Zeitung" Nr. 19 Der Gedanke, jiddisch mit lateinischen Buchstaben zu schreiben, kam zuerst in den deutschsprechenden Ländern auf. Dort hatte es auch mehr oder weniger einen praktischen Sinn; denn Jiddisch ist doch hauptsächlich ein mittelhochdeutscher Dialekt; dennoch haben viele Buchstaben Schwierigkeiten gemacht. Aber in englisch sprechenden Ländern die lateinische Schrift für Jiddisch einführen zu wollen, ist ein Unsinn; denn die lateinische Schrift wird noch größere Schwierigkeiten bieten als das „Aleph-Beth". Es bleibt also nur noch eine Entschuldigung für eine derart unsinnige Tat: Man schämt sich der jüdischen Lettern! Das ist allerdings ein Grund, aber ein sehr trauriger Grund! Gesetzt den Fall, die lateinische Schrift wäre eine Erleichterung für die Jiddisch lernende Jugend, so müssen wir dennoch prinzipiell dagegen sein." Schließlich wird ein Ausspruch von Abraham Reisen zitiert, der sich folgendermaßen äußerte: .Der jiddische Buchstabe ist der jüdischen Seele zu kostbar, zu heilig, und wir, die wir uns in erster Linie an die [üdische Seele wenden, um sie ganz zu gewinnen, dürfen es unter keiner Bedingung zulassen, daß unsere traditionelle Schrift abgeschafft werde, eine Schrift, die in beiweitem höherem Maße geeignet erscheint, die jüdische Jugend seinem Volke und seiner Sprache näherzubringen, als der nichtige Inhalt »Unserer Schrift" in seiner lateinischen Toga". NOTIZEN. Zweites Jahres-Supplement 19101911 (Band XXIII) zu Meyers Großem Konversations-Lexikon, sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. 1005 Seiten Text mit 994 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf 90 Bildertafeln (darunter 9 Farbendrucktafeln und 7 selbständige Kartenbeilagen) sowie 3 Textbeilagen. In Halbleder gebunden 10 Mark oder in Prachtband 12 Mark. (Verlag des Biographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Das Bestreben des Verlags von Meyers Großem Konversations-Lexikon, dieses bedeutende Werk auch weiter mit der unaufhaltsam vorwärts drängenden Zeit Schritt halten zu lassen kommt durch die Herausgabe eines neuen Bandes, des zweiten Jahres-Supplements (Band XXIII), zum Ausdruck, dessen vielseitiger Inhalt einmal vieles inzwischen Veraltete ergänzt, richtigstellt und fortführt, uns sodann aber auch durch eine beträchtliche Reihe völlig neuer Artikel überrascht. Da finden wir, um einige Beispiele für die erste Gruppe zu geben, höchst lehrreiche Beiträge zur Fortführung der Staatengeschichte und ihrer wirtschaftlichen Beziehungen, gehaltvolle Uebersichtsartikel über die Erforschung der fremden Erdteile, Einzelartikel über die Besitzveränderungen der Mächte und ihren Kolonien, über die Entwicklung der Großstädte Berlin, London, New-York, Paris, Wien. Auch die trefflich orientierenden Berichte über die schöne Literatur der verschiedenen Länder gehören hierher, desgleichen solche über die Fortschritte der Chemie, der chemischen Technologie und Metallurgie, der Physik und Technik und wie sonst die Wissenszweige alle heißen, die wir im .Großen Meyer" anzutreffen gewohnt sind. Charakteristischer kennzeichnen wir den Wert des neuen XXIII. Bandes, der zugleich ein enzyklopädisches Jahrbuch für den Zeitraum 1910/1911 sein will, durch einige Hinweise auf seinen direkten Zusammenhang mit unserer neuesten Zeit, der augenblicklich die Stichwörter .Marokko", .Persien", .Tripolitanischer Krieg" besonders geläufig sind. Aktuelle Bedeutung haben auch die Artikel „Negereinfuhr in Amerika", .Ostmarkenpolitik", „Bagdadbahn", .Eisenbahnen der asiatischen Türkei*, .Säuglingsschutz", „Parlament", „Jugendpflege", „Staatsbürgerliche Erziehung", .Religiöse Bewegung der Gegenwart", „Neutestamentliche Wissenschaft", „Römisch-katholischeKirche", „Kolonisationsinstitut", „Tropenkrankheiten" und viele andere. Kein Besitzer des Handwerkes sollte sich die Anschaffung auch des wohlgelungenen zweiten Jahres- Supplements entgehen lassen, dessen Nutzen und praktische Bedeutung auch als selbständiges Buch ohne weiteres einleuchtet. Liste der Ausgetretenen. Vom 10. bis 23. September 1912. (Nr. 421—442.) Deutsch Irma, geb. 22. November 1882 in Lackenbach, XV., Dingelstedtgasse 4. Fürst Walter, Student, geb. 1. Mai 1895, Wien, IL, Taborstraße 8. Großmann Kasimir, Kaufmann, geb. 15. April 1882 in Czenstochau, IX., Alserstraße 20. Humplik Anton, geb. 3. Juli 1884 in Wien, XIX., Sickenberggasse 13. Kalmus Otto, Fabrikant, geb. 29. Oktober 1876, I., Babenbergerstraße 1. Lederer Aloisia, geb. 11. Jänner 1886 in Fetschau. Ranisteau, Dr. Hermann Henri, Schriftsteller, geb. 6. August 1857 in Buzen (Rumänien), VII., Kifchertgasse 44. Ranisteau, geb. Liberls Henriette, Private, tgeb. 1. September 1871 in Galatz, VII., Kirchengasse 44. - Robitschek Isidor, Fächermachergehilfe, XVI., Hasnerstraße 56. Rosenberg Theresia, Bankbeamtin, geb. 13. Juli 1881 in Wien, IX., Währingerstraße 82. Singer Emilie, Selchwarenverschleißerin, geb. 28, Mai 1883 in Wien, VI., Stumpergassc 48. Sträußler Eugen, Kaufmann, geb. 31. Jänner 1871, VII., Lindengasse 4. Urich Moritz, Student, geb. 25. Mai 1891 in Suczawa, IX., D'Otsaygasse 7. Schweinburg Elise, ledig, Privatbeamtin, geb. 15. Jänner 1888 in Olmütz, IX., Kinderspitalgasse 4. Weiß BeMa, ledig, geb. 27. Dezember 1889 in Nyitra (Ungarn), IL, Arnetzhoferstraße 7. Reison Wolf, ledig, Violinvirtuose, geb. 25. Mai 1891 in Bialystok, I., Franz Josefs-Kai 34. Kassowitz Franz Ernst, ledig, Privatbeamter, geb. 22. Juni 1853 in Prag, IV., Frankenberggasse 10. Brendel Josef, ledig, Schriftsteller, geb. 20. Februar 1886, XX., Wasnerstraße 15. Back Zerline, ledig, Schauspielerin, geb. 16. September 1882 III., Marokkanergasse 13, Nelken David, ledig, Ingenieur, geb. 17. November 1880 in Lemberg, IL, Große Pfarrgasse 6. Böhm Paul Erwin, ledig, Chemiker, geb. 10. Juni 1886, VI., Mariahilferstn?ße 97. Mittler Alfred, geb. 2. Mai 1887. Wir bitten unsere Freunde, die „Neue National-Zeitung" überall in Lokalen und auf den Bahnhöfen, in Lesehallen, Cafes, Hotels, Restaurants und Vereinen zu verlangen. MftMMMMMMMMUUMMMI

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