Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIV (1912)
- Issue
- Heft 19 (27.9.1912)
- Date
- 1912-09-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Seite 7 Eine 100.000 Kronen-Spende. Lemberg. Wie die hiesigen Zeitungen berichten, hat der Bankdirektor A. H. Reich, Mitglied des israelitischen Kultusvorstandes und der Handelskammer für jüdische wohltätige Zwecke einen Betrag von 100.000 Kronen gespendet. Einem jüdischen Journalisten gegenüber äußerte sich Herr Reich über seine Spende folgendermaßen: „Anläßlich meines 50. Geburtstages habe ich mich entschlossen, hunderttausend Kronen zu spenden. Ich habe bereits am letzten Mittwoch dem Kultusvorstande ein Schreiben übermittelt und demselben hunderttausend Kronen Renten angeschlossen. In dem Briefe habe ich erklärt, daß ich diesen Betrag für einen wohltätigen, von mir noch näher zu bestimmenden Zweck spende. Die Gemeindekanzlei war jedoch gesperrt, und ich werde daher erst morgen diesen Betrag übergeben können. Für welchen Zweck ich diese hunderttausend Kronen bestimmen werde, weiß ich noch selbst nicht. Es wäre mir am allerliebsten, wenn hiefür eine Kinderbewahranstalt oder ein Asyl für Obdachlose gegründet werden könnte. Das hiesige Waisenhaus nimmt nur Kinder an, die bereits schulpflichtig sind. Die zu gründende Anstalt hätte daher den Zweck, noch nicht schulpflichtige. Kinder armer Eltern, die den ganzen Tag beschäftigt sind und sich daher um ihre Kinder nicht kümmern können, tagsüber zu pflegen und zu erziehen. Es wäre aber auch ein Asyl notwendig, wo arme Juden, die arbeitslos oder in momentaner Notlage sind, eine kurze Zeit unentgeltliche Unterkunft und Verpflegung finden könnten. Ich warte noch bis der Kultuspräsident Doktor Schaff, der verreist ist, zurückkehren wird, um mich mit ihm zu beraten. Ich werde aber auch die Vertreter einiger großer jüdischer Wohltätigkeitsvereine zu Rate ziehen, um von Ihnen zu hören, was im Interesse der jüdischen Bevölkerung von Lemberg dringend nötig wäre. Nach dem Versöhnungstage wird höchstwahrscheinlich die Entscheidung fallen." Die Lämelschule in Jerusalem. (Der Text hiezu befindet sich in der Nummer 18 der »Neuen National-Zettung" vom 13. ds. Mts.). GSMSltibS*«*» VSREiNiNGCftRilRSW %üi ALLEN WCLlWiLSN Wien. (Agudas Jisroel.) Sonntag, den 29. September, \37 Uhr abends, findet im Turnsaale der Talmud-Thora, 11, Malzga?se 16, eine Versammlung mit Vortrag des Herrn Gabriel Fürst statt. „W e s e"n und Ziele der Agudah." Gäste, besonders die erwachsene Jugend willkommen. Kaiserlicher Rat Emanuel Singer wurde in den_A d c 1stand mit Nachsicht der Taxe erhoben. Herr Emanuel v. Singer, der sich in allen journalistischen Kreisen großer Beliebtheit erfreut, repräsentiert eine publizistische Spezialität, in der er bisher unerreicht geblieben ist. Seine Domäne sind die beiden Häuser des österreichischen Parlaments. Emanuel v. Singer unterhält mit allen Parteien, deren Führern und Mitgliedern, die besten