Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIV (1912)
- Issue
- Heft 17 (30.8.1912)
- Date
- 1912-08-30
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 „Neue National-Zeitung" Seite 7 werde. Während der Abwesenheit des Mr. Sanders werden die Präsidialgeschäfte der Gesellschaft von Mr. Leon Kamaiky geleitet. Eine Vergnügungsfahrt nach Südamerika. Der nunmehr weltbekannte moderne Schnelldampfer der Austro-Americana „Kaiser Franz Josef I.", der zwei glänzende Fahrten nach New-York absolviert hat, fährt am 22. September von Triest über Dalmatien, Neapel, Barcelona (Spanien) und Teneriffa (Canarische Inseln) nach Brasilien und Argentinien. Die ersten 6 Tage im Adriauschen Mittelmeere bis zu den Canarischen Inseln sind eine reine Vergnügungsfahrt, für die auch Spezialkarten ausgegeben werden. Die Austro-Americana gibt auch Rundreisekarten durchs Mittelmeer aus, die von den Canarischen Inseln über Spanien und Neapel, Patras, Griechenland und Dalmatien zurückführen. Em igrations-Presse. „Der Jüdischer Emigrant". (Jiddische Halbmonatsschrift.) Inhalt der Nr. 15 vom 1.(14.) August 1912: 1. Die Stadt Winnipeg in Kanada. 2. Die Emigrations- Arbeit des Zentralkomitees der Jca" im Jahre 1911. (Schluß.) 3. Chronik: Amerika, - Auf Ellis Island usw. 4. Schiffsverbindungen. „Wohin". (Jiddische Monatsschrift.) Inhalt der Nr. 6—7 für Juni und Juli 1912 : 1. J. Liesehczynski: Die Kolonisations-Tendenzen in der jüdischen Emigratkn. 2. Dr. M. G.: Ein neuer Plan. 3. M. Halpern: Die jüdische Einwanderung nach Kanada. 4. S. Dingol: Die Emigration nach England im Jahre 19il. 5. L. Lakson: Neue Wendungen in der Emigrationspolitik. 6. A. Seitiger: Die Regltlierungsarbeit in üalveston. (Schluß.) 7. S. D.; Die internationale „ltou-Konferenz in Wien. 8. Das Projekt einer Kolonialbank usw. Bilder vom Einwandererhafen Elfis Island: Ein Speisesaal. 0RR6SPCNÖSNZ5N Oesterreich-Ungarn. Wilhelm Goldbaum. i Wien. Der langjährige Redakteur der „Neuen Freien Presse", Wilhelm Goldbaum, ist am letzten Mittwoch nach langem Siechtum im 70. Lebensjahre verschieden. Mit G o 1 d b a u m verschwindet aus dem Kreise der Wiener Publizisten eine jener seltenen Gestalten, die nicht bloß über ein umfassendes Wissen und großes schriftstellerisches Talent verfügen, sondern auch ihrem angestammten Judentum die Treue bewahren und sich nicht scheuen, ihr Interesse für jüdische Fragen auch öffentlich kundzugeben. Goldbaum hat neben seinen politischen Leitartikeln und literarischen Feuilletons eine Reihe von Büchern verfaßt, von denen die „Literarischen Physognomien" unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen. Hier finden wir die fünf Ghetto-Poeten Kompert, Bernstein, Mosenthal, Franzos und Sacher-Masoch eingehend gewürdigt und in ihrer Bedeutung für die jüdische Literatur mit einer seltenen Kenntnis des jüdischen Milieus in der böhmischen, Posner und polnischen „Gasse" beleuchtet. Denn Goldbaum war selbst aus dem Ghetto-Milieu und hat sich dort eine Fülle von jüdischem Wissen angeeignet, das er in zahlreichen Aufsätzen der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" und des „Pester Lloyd" zu verwerten Gelegenheit fand. G o 1 d b a u m war auch durch einige Zeit Mitarbeiter der „Welt." Dr. Herzl hat es verstanden, ihn für den politischen Zionismus zu gewinnen und so finden wir gleich im eisten Jahrgange der „Welt" eine Reihe von hochpolitischen Artikeln, in denen „Spectator" die diplomatische Seite des Zionismus respektive die Chancen desselben vom Standpunkte der auswärtigen Politik mit dem ganzen Rüstzeug eines historisch geschulten Politikers erörterte. Diese Artikel haben bei ihrem Erscheinen auch großes Aufsehen erregt. Goldbaum hat kraft seines Wissens und seines Charakters in der Wiener Journalistik eine besonders angesehene Stellung eingenommen; er ist leider unersetzlich. L.