Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIV (1912)
- Issue
- Heft 14 (12.7.1912)
- Date
- 1912-07-12
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 das ganze Leben. Zudem bietet das Singen auch ein Hilfsmittel ersten Ranges für den Sprachunterricht. Das Liederbuch ist für Kindergärten, Volksschulen und höhere Lehranstalten bestimmt. Der hebräische Teil des Liederbuches enthält neben biblischen und mittelalterlichen Dichtungen Schöpfungen moderner jüdischer Dichter. Es bietet viel Eigenartiges, insbesondere was das musikalische Element betrifft. Die echte Volksmelodie kommt darin zum Ausdruck, wie die Volksseele sie geschaffen hat. Die Lieder dieser Art sind zum Teil unmittelbare Volkslieder aschkenasi sehen oder seph ardischen Ursprungs, zum Teil sind sie von verschiedenen jüdischen Tonsetzern komponiert; Herr Idelsohn selbst hat einen großen Teil davon geliefert. Manche der Lieder haben allerdings auch fremdländische Melodien, die sich in der jüdischen Bevölkerung eingebürgert haben. Die Noten sind, da die Lieder in hebräischer Schrift von rechts nach links geschrieben sind, gleichfalls, abweichend von der üblichen Schreibweise, von rechts nach links gesetzt, was übrigens schon einen Vorgang in der Praxis arabischer Musiker hat. In den bisher erschienenen hebräischen Liederbüchern ist der hebräische Text in lateinischer Schrift nach dem aschkenasischen Dialekt transskribiert. Solche Liederbücher sind aber für Schulen ohne europäischen Sprachunterricht, wo die lateinische Schrift nicht gelehrt wird, und für Schüler im Orient, die das hebräische im sephardischen Dialekt aussprechen, nicht verwendbar. Der deutsche Teil des Liederbuches bringt eine kleine Auswahl verbreiteter Lieder in allgemein bekannten Melodien berühmter Musiker, teilweise mit Änderungen in der Harmonisierung und der Tonart in Rücksicht auf den Stimmumfang der orientalischen Knaben und Mädchen. Diese Liederbücher werden ohne Zweifel unter der jüdischen Jugend all der weiten Gebiete, in denen der Hilfsverein seine Tätigkeit ausübt, recht viel Gutes stiften und den jungen Gemütern viel Freude und Anregung, Belehrung und Erhebung bringen. Das Jubiläum von A. M. Luncz in Jerusalem. Ein Komitee versendet nachstehen Aufruf aus Jerusalem-, Das Komitee zur Beschaffung eines Fonds für die Herausgabe des „Talmud-Jeruscnalmi" erlaubt sich, allen Freunden der Palestinaliteratur in Erinnerung zu bringen, daß das Jubiläum der 30jährigen wissenschaftlichen Tätigkeit des Herrn A. M. Luncz, des verdienstvollen Herausgebers des „Talmud- Jeruschalmi", auf Sonntag, den 28. Juli d. J. fällt. Beiträge für den genannten Fonds wolle man direkt oder durch Vermittlung der Gemeinderabbinen an die Anglo-Palestine-Co. in Jerusalem gelangen lassen. Allen Förderern dieses für die jüdische Wissenschaft hochwichtigen Werkes sagt im Voraus innigsten Dank das Komitee: Ephraim Cohn, David Y e 11 i n, Dr. A. M a s i e, Dr. I. Levy, Markus K a h a n. Die Ludwig Philippson - Gedächtnisstiftung, welche aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages Ludwig Philippsons von der Synagogengemeinde Magdeburg ins Leben gerufen wurde, ist nunmehr offiziell in die Verwaltung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums übergegangen. Das Stiftungskapital beträgt nahezu 9000 Mark; diese Summe ist aufgebracht worden von 48 jüdischen Gemei den Deutschlands, und zwar befinden sich unter den Stiftergemeinden nicht nur die führenden großen, sondern auch eine Reihe kleiner und kleinster Gemeinden. Die Erträgnisse dieser zur dauernden Ehrung eines .Großen in Israel" errichteten Stiftung sollen dazu verwandt werden, um gediegene, allgemein verständliche Schriften, die zur Aufklärung über Juden und Judentum dienen, unentgeltlich oder zu mäßigen Preisen zu verbreiten, in erster Reihe an kleine, bedürftige Gemeinden, deren Schulen und Beamte, sowie an Vereine und Institutionen zur Erziehung und Förderung der jüdischen Jugend. Der Ausschuß der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums hat jetzt in seiner Sitzung vom 24. Juni d. J. die Annahme der Stiftung durch die Gesellschaft gutgeheißen und gleichzeitig beschlossen, für die Verwaltung keine besondere Kommission einzusetzen, sondern zum Zeichen des Dankes an die Stiftergemeinden diese in den Händen des Ausschusses selbst zu belassen, Anträge auf Bewilligungen aus dieser Stiftung sind alljährlich nach vorheriger Bekanntmachung durch die Presse bei der Gesellschaft einzureichen; über die Verwendung der Zinserträge wird jeweils im Jahresbericht der Gesellschaft öffentliche Rechnung abgelegt werden. Liste der Ausgetretenen. Vom 26. Juni bis 8. Juli 1912. (Nr. 296 326.) Herzog Marianne, geb. 14. Mai 1898, Wien, III., Ditscheinerg. 3 Iszda Hermine, Private, geb. 14. August 1895, Wien, XXL, Leopoldauerstraße 81. Kabsowitz Betti, Private, geb. 4. Jänner 1878, Wien, IX., Hebrag. 9 Koppel Moriz, Hotclangestcllter, geb. 23. Juli 1878, Wien, III., Erdbergstraße 9. Pless Elsa, Beamtin, geb. 9. November 1887 in Ebersberg, IV., Schelleingassc 5. Polatschek Elsa, Modistin, geb. 18. November 1892 in Chocin, IX., Pramergasse 29. Robitschek Jakob, Inkassant, geb. 24. Jänner 1864, Wien, XVII., Hauptstraße 103. Weinberger Moritz, geb. 18. Dezember 1886 in Budapest, IL, Hillerstraße 14. Weizmann Hedwig, Lehrerin, geb. 16. April 1893, Wien, III., Erdbergstraße 69. Birkner Pinkus, ledig, Privatangestelltcr, geb. 10. November 1867 in Krakau, XIX., Hardtgasse 6. Dubsky Robert, ledig, geb. 25. Dezember 1890, III., Traung. 1. Kauf er Siegfried, ledig, geb. 8. April 1884, X„ Laxenburgerstr. 69. Ultmann Rudolf, ledig, Monteur, geb. 23. März 1892, XX., Rauscherstraße 7. Karassik Sofie, ledig, Modistin, geb. 12. Jänner 1882 in Rußland, IX., Georg Siglgasse 5. Karassik Marie, ledig, Modistin, geb. 1. September 1892 in Rußland, Kursk, IX., Georg Siglgasse 5. Eichhorn Jakob, ledig, Beamter, geb. 11. Februar 1888 in Stanislau, IX., Pichlergasse 3. Müller Hugo, ledig, Sänger, geb. 3. April 1886, IX., Alserstr, 42. Steinbach Jaroslaw, ledig, Kaufmann, geb. 7. März 18/5 in Kamenitz a. L., IX., Berggnsse 4. Weizmann Friedrich, ledig, geb. 29. Jähner 1888, IL, Lilienbrunngasse 11. Eisler Heinrich, ledig, geb. 27. November 1883, XV., Hangließgasse 4. Schwarz Paul, ledig, geb. 9. September 1893, IL, Czerning. 13. Kern Marianne, ledig, Private, geb. 3. April 1899, L, Universitätsstraße 11. Kern Helene, geb. Bloch, verw., Private, geb. 5. Februar 1857, L, Universitätsstraße 11. Deutsch Margit, ledig, geb. 1889 in Szegedin, II., Negerleg. 4. Harmason Albert, verh., geb. 8. Mai 1873 in Kowno (Rußland), VII., Schottenfeldgasse 2—4. Harmason Ottilie, geb. Goldstein, verh., geb. 28. April 1885, VII., Schottenfeldgasse 2-4. Teperberg Bernhard, verh., Privatbeamter, geb. 23. März 1883, XX., Wasnergasse 7. Eisler Leopold, ledig, Kutscher, geb. 5. Mai 1880, XX., Leystr. 75. Saenger Moritz, verh., geb. 14. November 1860 in Budapest, III., Ob. WeißgärberstraBe 10. Rambousek Hermann, ledig, Arbeiter, geb. 31. Dezember 1889, XVI., Menzelgasse 8. Friedmann Josef, verh., geb. 3. August 1855 in Innsbruck, XIII., Reinigasse 44. Möbel-„Merkur" zr;z Umbau =geräumt Werden, es werden daher die Preise sämtlicher lagernder Möbel tief herabgesetzt! Besonders günstige Kaufgelegenheit! Bei nicht sofortigem Bedarf Einlagerung gratis! Auf Wunsch Zahlungserleichterung! VI., MariahilferstraBe Nr. 31.