Mannheim
Compact Memory

Neue Nationalzeitung · 1912-06-28 · Heft 13 (28.6.1912) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 13 (28.6.1912)
Date
1912-06-28
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2425679-2425857-2425871--2415-2428845
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 6 „Neue National-Zeitung" Nr. 13 DIE jQDISQriE ETIIQR/1TION. Wohin? Das Verhandlungs-Protokoll der Auswanderungs-Enquete. Das Verhandlungs-Protokoll erscheint in den nächsten Tagen ca. 300 Seiten stark. Das Gesetzes- Projekt, und zwar nur eines, für die überseeische und kontinentale Auswanderung, dürfte — wie wir erfahren — im September d. J. fertig sein. Eine Emigrations-Konferenz in Krakau. Mit Rücksicht darauf, daß die russischen Behörden die Tagung der geplanten jüdischen Emigrations-Konferenz in einer russischen Stadt allem Anscheine nach nicht gestatten werden, beschloß die jüdische Emigrationsgesellschaft in Petersburg in ihrer jüngsten Sitzung, die Konferenz für Ende des Sommers nach Krakau einzuberufen. Statt Bill Dillingham — Bill Burnett. Die vom nordamerikanischen Senat beschlossene Bill Dillingham, wonach nur des Schreibens und Lesens Kundige einwandern dürfen, ist vom Ausschuß des Repräsentantenhauses fallen gelassen worden. Dagegen gelangte die Bill Burnett zur Annahme, wonach die über 16 Jahre alten Einwanderer bloß lesen können müssen. Allein auch damit ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ito-Konferenz in Wien. Die Tagesordnung der am 27., 28. und 30. d. M. in Wien tagenden Ito-Konferenz lautet: 1. Begrüßung; 2. Bericht des britischen Sektionsrates. Referent Israel Z a n g w i 11 (London); 3. Berichte der Delegierten; 4. Unser Programm. Referenten Dr. Jochelmann (Kiew) und J. Leschtschinsky (Zürich); Referenten S. Rubinstein Dr. M. Goldberg (Jeletz, 5. Organisation. (Biel, Schweiz) und Rußland); 6. Finanzinstitut. Oskar Plaut und M in London); 7. Kongreß. Referent Dr. S. Krenberger (Wien); 8. Emigration: a) Rußland. Referent W. Großmann (Petersburg), b) Emigrationskongreß. Referent M. Schmidt (Wien); 9. Kolonisation: a) Bericht über die Ito-Projekte. Referent Israel Zangwill (London); b) Portugal und seine Kolonien. Referent W. Terlo (Lissabon); c) Angola und seine politische Beschaffenheit. Referent S. Rubinstein; d) Angola als jüdisches Siedlungsland. Referent Sir Harry Johns ton (London); 10. Territorialismus und Kolonisation. Referent J. Glanz (New-York); 11. Varia. Statistisches. Im April d. J. sind in New-York eingelangt 2126 jüdische Einwanderer (1203 Männer und 923 Frauen); darunter 1419 aus Rußland. Sie brachten 62.187 Dollars mit. Die offizielle nordamerikanische Statistik verzeichnet eine große Rückwanderung. In den Monaten Juli 1911 bis März 1912 sind 274.000 Einwanderer in ihre Heimat rückgekehrt, davon blos 5633 Juden. Sie stellten eben den geringsten Prozentsatz der Rückwanderer. Im Fiskal-Jahre 1910/11 brachten die jüdischen Emigranten nach den Vereinigten Staaten rund 7,780.000 Franken; der Durchschnitt pro Kopf der Erwachsenen betrug zirka 25 Franks, während der allgemeine Durchschnitt etwa 30 Frs. erreichte. (Annual Report of the Commissioner-General of Immigration, Washington, 1910). Das ist gewiß noch nicht so schlimm. Jedenfalls stellen sich die meisten anderen Völker viel schlimmer; die Portugiesen z. B. mit 21 Frs. Nach derselben amtlichen Quelle sind von den 84.260 jüdischen Emigranten bloß 388 — also nicht einmal 1/2 Prozent — auf fremde Kosten gefahren. Referenten David Goodman, . A. Spielmann (sämtliche IPRR£SPCNDSNZ£N Oesterreich-Ungarn. Das Kuratorium der Baron Hirsch'schen Schulstiftung. Wien, Mitte Juni. Die Präsidentenstelle nach David v. Gutmann ist nun besetzt. Die Wahl fiel auf einen Mann, an den außerhalb des Kuratoriums Niemand dachte: auf Dr. Adolf Stein. Wodurch er für dieses Amt prädestiniert erscheint, das wissen wohl nur die — Kuratoren. Es ist Advokat, Rechtsanwalt der Familie Rothschild, und war lange Jahre Kultusvorsteher, bis er infolge der Taufe seines Sohnes bei den letzten Wahlen als Kandidat unmöglich wurde. Auf philantropischem oder jüdisch-politischem Gebiete hat er nie eine Rolle gespielt; die galizischen Juden und ihre Verhältnisse sind ihm ganz fremd. Aber in Wien genügen einige gute Freunde, um die Präsidentenstelle eines Stiftungs-Kuratoriums zu erlangen. (Vergl. den Leitartikel. Die Red.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.