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Neue Nationalzeitung · 1912-04-19 · Heft 8 (19.4.1912) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 8 (19.4.1912)
Date
1912-04-19
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 8 „Neue National-Zeitung' Seite 9 geschichtete Bausteine — und ohne das, was Asch's stärkste Seite ist: die wunderbare Empfindungswelt. So liest man dieses Stück nur — und erlebt es nicht. Die starke, nachhaltige Wirkung mangelt. Bliebe doch Schalom Asch Jude und bliebe er doch in seinem Stoffkreis, der noch so unerschöpflich reich ist und den kaum einer je wahr und echt geschildert hat; wie viel feine Dichtungen könnte er uns da noch bescheren! — — — e. k. Davis Trietsch; Pal äs tin a . Handli 11c h (3. Auflage, 340 S.). Jüdischer Verlag, Berlin 1912. Seit jeher hat das Interesse für Palästina eine ganz bestimmte Färbung gehabt Die Beisenden suchen und sehen im Land vor allem das Historische und (las Religiöse Dieses zeigt sich auch in der Literatur Man braucht nur die bekannten Reiseführer zur Hand zu nehmen. Dali aber Palästina auch eine lebendige und praktische Gegenwart hat, scheint den meisten unbekannt zu sein. So ist es z. B. vor kurzem vorgekommen, daß ein sehr verdienstvoller, politischer Schriftsteller und Kolonialpraktiker Keisebriefe aus Palästina veröffentlicht hat, in denen er mit keinem Worte der neuen jüdischen Kolonien Erwähnung tat Nun ist aber ein Werk erschienen, welches uns zeigt, daß das heilige Land vom Strudel des modernen Lebens ergriffen ist; das Buch von Trietsch, von dem jetzt <lie dritte Auflage her.iuskomm , bildet eine Darstellung aller Tatsachen über die wirtschaftlichen, sozialen, politischen Verhältnisse des Landes. Man darf ruhig behaupten, daß das Buch als Ergänzung zu den üblichen Reiseführern für jeden Palästinafahrer, der das Land wirklich sehen will, unentbehrlich ist. Zeitschriften-Rundschau. Der Wiener Kultnsvorstand und der türkischitalienische Krieg. In einer jüdischen Zeitung wurde zu Beginn des türkischitalienischen Krieges angedeutet, der italienische Botschafter am Wiener Hof hätte im Auftrage der italienischen Regierung den Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde ersucht, die Gemeinde möge ihren Einfluß auf die Wiener Presse geltend machen, um im Interesse der Abwehr des Antisemitismus von Italien die freisinnigen Zeitungen von kritischen Bemerkungen über die italienische Kriegsführung abzuhalten. Die bekannte Monatsschrift „Der Türmer" widmet dieser Tatsache einen Artikel betitelt .Presse und Pogrom." Darin lesen wir u. a. -. „Daß die italienische Scheu von Kritik solche Formen annimmt, muß als ein trostloses Symtom eines nationalen Zustandes gemerkt werden. Die italienische Regierung versucht also, eine hei aller Komik sehr interessante Pression auf das weltbekannte jüdische Bassengefühl auszuüben Das Interessanteste an dem Verfahren ist, daß das israelitische Volk seinerseits wohl nicht so genau informiert sein dürfte über den Zusammenhang zwischen Judentum und freisinniger Presse in Oesterreich. Man müßte wohl erst eine Devise ausgeben. Und das italienische Volk würde voraussichtlich dieser Devise gehorchen, so daß man sich mit eigener Phantasie folgende hübsche Wechselwirkungausdenken könnte: Kritik in Wiener Zeitungen und Pogrome in Italien." Todesnachricht. Am 0. April ist hier der Archivbeamte der israelitischen Kultusgemeinde Herr Sigmund Husserl im 53. Lebensjahre gestorben. Der Heimgegangene war früher Magistratsbeamter und mußte bei Anbruch der antisemitischen Aera als Jude den Posten verlassen. Sigmund Husserl hat die Geschichte der Wiener Kultusgemeinde zum Gegenstande seines eifrigen Studiums gemacht und darüber einige Aufsätze veröffentlicht. Volkswirtschaftliches. Kapitalserhöhung der k. k. prlv. Bank & Wechselstuben-Actien-Gese Ischaft „Mercur", Wien. Auf Grund der Beschlüsse der XXIV ordentlichen Generalversammlung vom 2. April 1912 wurde hiemit den Inhabern der im Umlaufe befindlichen Actien von den zur Ausgabe gelangenden Nmo. K 10,000.000= Stück 25 000 neuen Inhaber-Aktien, welche vom 1. Jänner 1912 ab in gleicher Weise wie die alten Aktien dividendenberechtigt sind, auf Stück 12.000 neue Aktien der k. k. priv. Bank- & Wechselstuben-Aktien-Gesellschaft „Mercur" ä K 400 Nom. das Bezugsrecht zum Preise von K 600 für jede neue Aktie zuzüglich 5 Prozent Stück-Zinsen ab 1. Jänner 1912 unter den nachstehenden Bedingungen eingeräumt: Auf je acht alte Aktien wurde eine neue Aktie ausgegeben. Aktien-Bruchteile oder Zertifikate auf Aktien-Bruchteile kamen nicht zur Ausgabe. Zugleich mit der Anmeldung des Bezugsrechtes waren für jede zu beziehende neue Aktie K 600 nebst 5 Prozent Stück-Zinsen für die Zeit vom 1. Jänner 1912 bis zum Anmeldungstage in barem zu erlegen, worüber Bestätigung auf dem rückgestellten Konsignationsduplikat erteilt wurde. Jeder Aktionär welcher sein Bezugsrecht innerhalb des obigen Termins und in der vorerwähnten Weise nicht ausübt, wird des Bezugsrechtes verlustig. Die neuen Aktien werden vom 16. April 1912 ab gegen Rückstellung der Bestätigung über die geleistete Zahlung ausgefolgt. (K. k. prlv. Assicuraziont Generali.) Aus dem am 4. April 1912 der Generai Versammlung erstatteten Berichte der Zentral-Di eku'on der k. k. priv. Assicurazioni Generali zu den Rechnungs-Abschlüssen pro 1911, dem 80. Betriebsjahre, geht hervor, daß die Garantiemittel der Gesellschaft im abgel .ufenen Jahre um K 24,09 5.65t>-9'3 gewachsen sind und am Jahresschlüsse die Höhe von K 416,840.622-40 erreicht haben. Auch im Jahre 1911 hat sich der Lebensversicherungszweig der Anstalt in sehr erfreulicher Weise erweitert 5 ebenso war in allen Elementarbranchen die Geschäftsentwicklung eine anhaltend günstige. Den Keclmungs-Abschlüssen sind im Wesentlichen folgende Daten zu entnehmen: Die Prämien-Reserven der Lebensversicherungs-Abteilung betragen K 351,843.68002 das ist um K 24,558 447 87 mehr als im Vorjahre und beziehen sich auf K 1.189,790.207*74 Kapital und auf K 1,950.287-57 Rente. Die Reserve für schwebend gebliebene Schäden beträgt K 5,692780-35; Zur Deckung der am 31. Dezember 1911 laufenden Risken wurde für die Feuer-Versicherung eine Prämien- Reserve von K 14,714.913"09, für die Einbruchsversicherung K 816.101-49, für die Transport Versicherung 227.79337 Summe K 15,7 "^8 807-95 (gegen K 14,602.631 56) zurückgestellt. Die Prämienscheine und die im nachfolgenden Geschäftsjahre einzuhebenden Prämien aus den Feuer- und Einbruchs- Branchen betragen K 148,108.144-98 gegen K 137,113.151-31 am Schlüsse des Jahres 1910, und blieben aus der bilanzmäßigen Abrechnung gänzlich ausgeschieden. Die Gewinn-Reserve beträgt K 6,300.000-— Die Reserve für Kursschwankungen beträgt K 14,631.442 90. Die Immobilien-Reserve beträgt K 1,867 378-72. Die Gesellschaft gewärtigt an jährlichen Prämien nebst Zinsen über K 100,000.000'— aus sämtlichen Zweigen. Durch die im Jahre 1911 für Schäden bezahlten K 45,723.647-90 erreicht die Summe der seit Bestehen der Gesellschaft vergüteten Schäden die Hohe von K l.U63,S08.459'33. Notizen. Austro-Americana, Triest. Am 12. d. M. fand in Wien eine Sitzung des Aufsichtsrates der Austro-Americana statt, in welcher die Bilanz pro 1911 zur Vorlage gelangt*». Dem Bericht des Vorstandes ist zu entnehmen, daß die geschäftliche Entwicklang in allen Vekehrsrelationen eine günstige war; wiewohl der Südamerikadienst trotz bemerkenswerter quantitativer Ausdehnung noch keine befriedigenden Resultate zeitigte. Der Reingewinn beträgt bei reichlichen Abschreibangen, dem An9ehaffunggwerte de3 Sehiffsparkes und des Immobiiienwertes K 1,588 360 20. Die von der Gesellschaft zur Durchführung des Importes von überseeischem Fleische gemachten Aufwendungen (Kühlanlagen) im betrage von K 1,145.506 01 wurden mit Rücksicht auf das Verbot der Fleischeinfuhr zur tiänze amortisiert. Der Generalversammlung wird vorgeschlagen, den nach Dotierung der Reserve* fonds verbleibenden Betrag zur Bezahlung der 7%'f>en Dividende (im Vorjahre 4%) zu verwenden. Zur Deckung des noch offenen Betrages wird der am 29. April 1. J. in Triest stattfindenden 8. ordentlichen Generalversammlung die Emission von 30.000 Stack Aktien im Nominalbetrage von K 200' — und somit d e Erhöhung des Aktienkapitales von 18,000.000 auf 24,000.000 K vorgeschlagen werden. D'e neuen Aktien sind mit Dividendenberechtigung pro 1912 und sollen den Aktionären im Verhältnisse von: 1 neue Aktie für je 3 alte Aktien zum Kurse von K 240'— plus laufender Slückzinsen angeboten werden. Die Ueberaahme der Gesamtemission erscheint durch ein Garantie-Syndikat gesichert. Unsere P. T. Abonnenten werden um die Begleichung der rückständigen Abonnements-Gebühr höflichst ersucht. Die Administration«

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