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Neue Nationalzeitung · 1912-04-05 · Heft 7 (5.4.1912) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 7 (5.4.1912)
Date
1912-04-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „Neue National-Zeitung" Nr. 7 leide usw. Die wiederholte Forderung nach Besserung der Verhältnisse, die unzählige Male erhoben worden ist, scheint jetzt anerkannt zu werden. Wie es heißt, I eabsichtigt die jüdische Gemeinde nunmehr eine Generalvormundschaft für uneheliche Kinder und Fiirsorgezöglinge einzurichten, und die Berliner Logen wollen eine Vereinigung als ,Zentrale für jüdische Mündelpflege* bilden, die einersei's die Staats- und Gemeinde-Behörden bei der Auswahl der Vormünder und Pfleger unterstützen, andererseits der Sammelstelle, die die jüdische Gemeinde errichten will, Pfleger zur Vertilgung stellen will. Es soll im Anschluß daran versucht werden, in Fällen, in denen sich Adoptionen empfehlen, mit Hilfe von über ganz Deutschland anzuknüpfenden Verbindungen Adoptionsstellen ausfindig zu machen. m ftllSN WCIXttJLEN Die Bibel bei der Prüfung eines Reichstagsmandats. Ob Bibelverse die Gültigkeit eines Reichtagsmandates in Frage stellen, hatte die Wahlprüfungskommission des Eeichstages am vorletzten Dienstag zu entscheiden. Wie wir im „Vorwärts" lesen, standen bei den Erörterungen über das Mandat des nationalliberalen Abgeordneten Kölsch zwei Stimmzettel zur Prüfung auf ihre Gültigkeit, weil auf ihnen Hinweise auf Bibelverse enthalten waren. Auf dem einen Zettel stand unter dem Namen des Kandidaten der Hinweis: Baruch 6, 9; auf dem anderen stand Jesus Siraeli 39, 37. Von den. Mitgliedern der Kommission war keines bibelkundig genug, und so blieb nichts weiter übrig, als eine Bibel zu holen, aus der dann der Abg. Stadthagen die nötigen Festellungen machte. In dem Wortlaut dieser Bibelsprüche vermochte die Kommission keinerlei Vorbehalt zu erblicken und erklärte die beiden Stimmzettel für gültig. Eine jüdische Krankenpflegerin mit Militärischen Ehren bestattet. Vom Portale des israelitischen Friedhofs in Frankfurt a. M. aus erfolgte vor einigen Tagen die Beerdigung der im Alter von 77 Jahren dahingeschiedenen Krankenpflegerin Amalie Levi -Maier, die den Feidzug 1870-71 mitmachte und zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Dem Leichenkondukt voran schritt die Kapelle der Kriegerkameradsehaft. Das Ehrenmitglied des Kreiskriegerverbandes, Herr Fröhlich, widmete in Vertretung des Vorsitzenden, Kammerherrn von Bothmer, der Verstorbenen einen warmen Nachruf und legte eine Kranzspende am Grabe nieder. * Das Grab Smolensky's — nnanffindbar? Aus M e r a n, wo der unvergeßliche hebräische Schriftsteller Perez Smolensky begraben liegt, kommen von jüdischen Kurgästen wiederholt Klagen darüber, daß das Grab Smolenskys vollständig verwahrlost und die Inschrift auf dem Grabsteine bis zur Unleserlichkeit verwittert ist. Viele Verehrer dee großen Schriftstellers haben während ihrer Anwesenheit in Meran sein Grab aufsuchen wollen, doch konntensieesnichtfinden. Es wäre sehr erwünscht, daß besonders die Führer der jetzigen Bewegung zur Verbreitung der hebräischen Sprache diese Angelegenheit in die Hand nehmen würden, damit Perez Smolensky ein würdiges Grabmal erhalte, für dessen ständige Wartung gleichzeitig gesorgt werden müßte. Professor Max Mandelstamm ist im Alter von 74 Jahren in Kiew gestorben. Früher einer der eifrigsten Anhänger der zionistischen Bewegung, hat er sich nach dem Auftauehen des Urganda-Projektes von Dr. Herzl losgelöst und mehr dem Territorialismus zugewandt. Als Arzt und Mensch ragte er weit empor und war hochgeachtet Interieurs und Büro» in allen Kreisen Eußlands. An seiner Beerdigung in Kiew nahmen mehr als 10.000 Menschen teil; die Schulen waren geschlossen, die Fabriken feierten. Dr. Mandelstamm hat sich in der letzten Zeit außerordentlich als Präsident der Jüdischen Emigrationsgesellschaft in Kiew betätigt und an der Organisation der russisch-jüdischen Emigration nach Galveston mitgearbeitet. L>iste der Ausgetretenen. Vom 19. bis 31. März 1912. (Nr. 114-131.) Baltan Dr. Wilhelm, Arzt, geb. 20. Oktober 1890 in Jassy, IX-, Porzcllangasae H\ Eisler Marie geb. Taussig, Oberingenieursgattin, geb. 8. Fe- Irnar 1884, Wien, I., Wiesingerstraße 6. Mayer Rudolf Josef, Kaufmann, geb. 6. Dezember 1866 in Saresch, IX , Alserstraße 18. Mayer Elsa, geb. 29. Mai 1894, Wien, IX, Alscrstiaße 18. Mayer Stefanie, Kaufmannsgattin, geb. 26 Dezember 1873, Wien, IX., Alscrstrasse 18. Mende Edith Amalia, Private, geb. 1. Juli 1886 in Budanest, XVII., Andergasso 10. Neustadll Paul Bernhard, Inspektor der k. k t österr. Staatsbahnen, geb. 1. Juli 1872 in Prag, VI. Stumpergasse 9. Pollak Laura Marie geb. Kohn, geb. 10. April 1877, Wien, XV., Gerstnerstraße 1. Schlesinger Lilli, Private, geb. 2. Dezember 1888, Wien, I., Hegelgasse 6. Schönberger Alice Melanie, Baronesse, geb. 1. April 1895 in Szegszard I., Bauernmarkt 19. . Ascher Karoline, Zuschneiderin, geb. 3. November 1889, Wien, V., Margaretliensträße 1!Q. Bonda Arnold, Musiker, geb. 2 Oktober 1889 in Prag, V.» »Schönbrunnerstraße 31. Brandes, False Schapira Markus. Kiirsehnergehilfe, geb. 29. November 1893 in Budzanow, Galizien, XVI., Wurlitzergasse 89. Ehrenthal Moriz. Handelsangestellter, geb 3 Jänner 188b in Deva-Szerdahely, II-, Taborstrasse 8. Freudenfcld Artur, geb. 18. Oktober 1876 in Königstadtl, VIII., Strozzigasse 17. Fried Henriette, Verkäuferin, geb. 2>. Juni 1877, Wien, VIII., Lerchongasse 2. Hirschorn Jente, Hilfsarbeiterin, geb. 1. August 1889 in Przemysl, XL, Geiselbergstrasse 2. Schönhauser Brune, geb. 6 September 1^88 in Ui g. Brod, XIII., Wiener Versorgungsheim. Personalnachrichten. Dem Sekretär der Baron Hirsch Pcbulstiftung in Wien, Herrn Dr. Arnold Ascher, wurde der Titel eines Kaiserlichen Rates verliehen. * Herr und Frau Rabbiner Dr. D. F e u c h t w a n g beehren sich, Freunde und Bekannte herzlichst zu der Bar-Mizwah- Feier ihres Sohnes Wilhelm Gottfried einzuladen, welche Samstag am 6. April 1912, vormittag, im Tempel XVIII. Bezirk, Schopenhauerstraße Nr. 39 stattfindet. Gratulationsempfang XV III. Edelhofgasse 36: Samstag am 6. April und Sonntag am 7. April, vor- und nachmittag. * Fräulein Rosa P i n k a s, Torbter des Resfaurateurs Jakob Pinkas in Wien, hat sich mit Herrn Samuel Stern, Sohn des Hoteliers M. Stern in Abbazia, verlobt. ■B __ zeitgemftss B^SI ■ Möbelfabrik und nhllDfl vornehm III 01* NT Hl9 Architektur« VI. Bezirk, WHIIW m preiswert Illll MariahilferStrasse Nr. 31.

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