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Neue Nationalzeitung · 1912-03-22 · Heft 6 (22.3.1912) · p. Seite 11

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 6 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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„Neue National-Zeitung" nielit die erste russisch-nntisemitische Zeitung in New-Vork. Es bestellt schon seit Jüngerer Zeit ein anderes ähnliches Blatt ..SwieL' (Die Welt). Die Aufgabe dieses Blattes war hauptsächlich, 1 ü g onlia f t e Berichte aus Rußland üb?r die Juden zu verbreiten. Die „Swiet" enthielt sich alter jeder Hetze gegen die Juden in Amerika gelbst. Anders der „Rußkij Immigrant". Kr verleumdet nicht nur die Juden in Rußhnd. sondern auch die bereite in Xew-Vork lebenden eingewanderten russischen Juden und hetzt zu P r o g r i) m e n i n d e n J u d e n v i e r t e 1 n a u 1'. Auffallend ist es, diil! dieses \<>ii der russischen Regierung suutenierte Blatt es nieiu;i!s verabsäumt, den gegenwärtigen Präsidenten der Amerikanischen 'Republik, Taft. als den autrichtigen Freund der Shm-n und besonders des russischen Volkes hinzustellen und zu behaupten, diif> die . Juden «!em Präsidenten die .Kündigung des Handelsvertrages erpreßt hätten. Hingegen, nieint das Blatt, sei der gewesene Präsident Boosevelt der geschworenste Feind Rußlands. Tu diesem Sinne agitiert dieses russisch-antisemitische Rogierunsorgan lür die Wiederwahl Tafts. Ein Jude als Ueberbringer des apostolischen Segens. Nachdem der frühere Patriarch von Venedig zum jetzigen Papst eil.oben wurde, bat ein reicher venezianischer Jude, weicher mit den Esimtriarehcn freundschaftliche: Beziehungen hatte, um Audienz und wurde sofort empfangen. Der Papst wollte Nachrichten von allen Bekannten und als er erfuhr, daß einer derselben, eine einflußreiche klerikale Persönlichkeit Venedigs, schwer erkrankt sei, schwieg er betrübt und sagte schließlich zu dem jüdischen Freund: „Dürfte ich Sie um eine uroße Gefälligkeit bitten?" — ..Gewiß, Santita möge befehlen," antwortete der Jude. — „Gut, dann bitte ich Sie, dem Kranken unseren apostolischen Segen zu überbringen.1- — Der Israelit, überrascht, konnte eine Bewegung nicht verbergen, aber lächelnd fügte Pius X. hei: „Vielleicht ist die Verpackung schlecht, die Ware aber ist gut." Eine Rabbi nerkonfereiiz in Galizien. Der bekannte Chassidim-Rabbi in Czortkov, Tsrael Friedmann, trägt .sich schon lange mit dem Gedanken, eine Versammlung galiziseher und Bukowiiiaer Rabbiner einzuberufen. Vor zwei Jahren richtete er in dieser Angelegenheit ein Rundschreiben an zahlreiche Rabbiner der beiden Kronländer. Nunmehr soll der Plan feste Gestalt gewinnen. Am 10. d. AI. (I. Nissan) findet in f zernowib eine vertrauliche Vorkonferenz statt, an der eine Anzahl Rabbiner und Laien teihudimeu wird. Auf dieser Vorkonferenz sollen positive Beschlüsse wegen des Zeitpunktes und der Tagesordnung der geplanten allgemeinen Babbinerversanunlung gefaßt weiden. Hauptsächlich wird sich die Rabbinerversnmin hing mit der Heining der wirtschaftlichen Lage der galizisehen Judenheit und mit der Organisation der r <-) i g i ö s e n E i n r i e Ii t n n g e n zu befassen haben. In weiten Kreisen des Bundes gibt sieh für das Zustandekommen der Versammlung reges Interesse kund. Zeitechriften-T^undschau. „Freit1 Jüdische Lehrerstimme." Unter 'diesem Titel er seh eint in Wien eine neue ,.M o u atsscli r i f t f ii r die Pflege der Interessen des Judentums in Schul e u n d II a u s". Abs ..für den wissenschaftlichen Teil" vera.n t wOtlHilieher Redakteur l'uniriert Rabbiner Dr. F o u e h t w a n .<*. Aus dem Pro^iiaunm-Artikel ..Zuan Geleite" yeht hervor, daß das Blatt „aufrechte LehrergesiiMiung kiräfltiiren", nach(l!rircklichst ..auf die uesetzlirlie Sieherstelrtung d»r ExistenzbediniriMi^eu der Lehrers-diaft hinwirken" und ..frei in Wort wnd Sivirift sein will." Wenn die Rodunktiien dieses I'av>g;ra;n.iiri aucli einlullten wirrt, .dann eutsivriclut es eiue-m Bedürfnis. Merkw>ii.rdi;;erweise -aber geht das Blatt der jetzt aller- ■a k tu eil sten Fraue aus dem Weüv: Der Reform des jüdischen Kol i.irioifc<uiitorLd)ios. Wenn die II euren K eliuionslehrer jetzt schweifen - wann weiden sn'e damit .sprechen? Dafür erschienen Artikel vent Olierra hbiner Dr. G ü d e - m a ii n. Rekt »r Dr. Sc h w a r z. Semina^-professor Doktor Krau Ii . . . Kin sehr aktuelles Thema behandelt Professor Dr. M. (i rii ul'eld in sein1 üii Artikel: ..Jüdische du-rendlektüre'-. * * * Deutsch-Jüdischer Parnaß. Unter die sein Titel veröffentlicht Moriz Gold stein im 1. Märzheft der Miiuchener 1 lalbiuninait.ssehrift ..Kunstwart" einen Artikel, der unl edin-t Aufsehen erregen muß. weil er über das Kapitel ..J u d c n t u m u n d d e u t s e Ii e Lite r a t u r" uanz neue, jüdi<tdinsvlioit!iilo Gmsiehtspunkte i'U Bet '. aeln! zieht und übet Ir.rupt äußeret erigiiti1 H ist. Der Verfasser erhebt Ai.'k'.aueu u-oiren die deutschen Juden, da 1.1 sie .nicht Fhrgefühl iron-uubesitzen, um ilire Feinde und Ankläger irr-hörig mir Verachtung zu -.trafen, und stellt andererseits die bestimmte Behau p't.uimauf: „Wir Juden v o r w alten den y e i s t i sr o n B e s i t /. e Ines V o 1 k >e s. d ii s u n s die B e r e c Ii t i sr n n tr u n d die F ä Ii i s? k e i t d ';i 7. u a. b s p r i c h t." Pie Juden leugnen die.es Faktiwn. obw.f.'l es nach GAlsfem Tatsache ist. dtrtt d'ie Jeden in Deutschland Thea ><«;•. die Lirorahirwis-«enschaft uit'd die {'re.--.se i'elicrr.clieu (in 1 sehr Viele Dichter nnter sich haben. IU I der.'i will d/\s deutsche V.!k v<nn diesen jiidi-eben (ieisteru cid ihr'ii Leisfuiiyeii nkbts W i s - e 11 Wie auch die i a >-on rei u-eii (ieruia neu dazu >i(di aiudi auL'eni. Tat-a<be ldei!>e. daO deutsche Kultur zu einem nicht yerinneii Teile j ü d i s c U c K u I t u'C i-f-, l\nrfi>u i.»-t im alle.eineinen mehr jüdisch, aman f-ihiubf. Der Gei-st der freien Vnterneliuiiuir^. der Kurepa v"e<ß ücinacdit hat. sei jüdisch; und viele horv i'-ratroinle Poirsoren. die die Staaten zur Blüte brachten, seien jüdisch. Wir wellen da für eine Auerkeunini'-- aber vor allem auch keine Vi r- und Anwürfe. \\ ir Juden siml soyar deutscher als die Deut-idien selb-st. kraft unserer Leistiiiuuetl für d:is Deutschtum. Die Juden <ollteu ihre Lei-tiMiü-en für sich behalten uml auch mehr für sicli ,:i)})eife]| ZU)!) Xut/en der Men-chlieit. <; hLtevn eiunfi dilt zu diesem Zwecke die Anspannun.u; aller .iüli<cheii Kräfte zur Ileb.uimdes Jmk utern^ auf dem GehiMte der K U II st und Wiss(^n-'(diaft. Fs feiilt der J tt d o u ro m a u. der die Schaffung eines neuen Typus Jude vcillbrinir'f «nicht Sh.vlcck ist unser Kbenbill). * * * Eine polnische Vierteljahrsschrift für jüdische Geschichte. Unter der Leitung des Goschiehtspvufessors Sinoni A s z k e ii a z y in Lenibi, iri>' erschieiut in W a r s c Ii a u soir. Ve)w d. J. eine polnische „V i e r t e Ii a lil'C? so Ii r i f t zur Erforscliun s de r V e r g -n n sr e n h e i t der J u d e u i n P «> 1<> n". Das erste Heft enthält u. a. Artikel de-tt R.C'dakteiurs h'afaei K e 111 p n e r ..Der Kahal in Agonie", voai Da vid Kandel ,.Sir Moses Monteure in W-airschau", voai Hoinrich MoSeicki -Die Judm in Polen unter der Herrschaft der Kaiserin Katharina II." usw. Zahlreiche IUuströti. neu und Miszelleii mai heu die neue Zeitschrift besonder-; inte.re'S'Sa.irt.

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