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Neue Nationalzeitung · 1912-03-22 · Heft 6 (22.3.1912) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 6 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „Neue National-Zeitung" Nr. 6 DIE JÜDISCHE Die Auswanderungsenquete in Wien. Die österreichische Monarchie gehört zu den wenigen Staaten, die noch kein Auswanderungsgesetz besitzen. Tni Jahre 1004 hat die Regierung dem Parlamente einen Gesetzentwurf vorgelegt, doch wurde derselbe fallen gelassen, da sich die vom volkswirtschaftlichen Ausschüsse des Parlamentes im Jahre 1905 einberufene Enquete gegen diesen Entwurf ausgesprochen hat. Hierauf wurde im Jahre 1908 ein Vorentwurf resp. Referenten-Entwurf ausgearbeitet, doch blieb derselbe schätzbares Arohiv-Material. Seit letzter Zeit wird seitens des Polenldubs auf die Regierung wegen endgiltiger Schaffung eines Auswanderungsgesetzes ein Druck ausgeübt, wobei es den Polen zumeist um Schutzmnßregeln für die Saisonarbeiter (Sachseitgänger) zu tun ist. In Folge dieser Bemühungen hat die Regierung beschlossen, vorerst eine A u s w a n d e r u n g s-E n <j u e t e behufs Erörterung des gesamten Materials einzuberufen und hat dieselbe bereitg am 16. d. M. im Handels-Ministerinm begonnen. Zu derselben sind 82 Experten aus parlamentarischen und fachmännischen Kreisen geladen, darunter vier Juden: Advokat Dr. Benis, Sekretär der Handels- und Gewerbe-Kammer in Krakau; Reichsratsabg. Dr. K olisch er: Reichsratsabg. Dr. Strauch er und unser Herausgeber Dr. S. Ji. Landau als Präsident des „Verbandes der östlichen Juden". Die beiden letzteren werden hauptsächlich die jüdische Emigration behandeln. Ueber die Verhandlungen dieser Enquete werden wir in den nächsten Nummern ausführlicher berichten. ♦ ♦ * Jemenitische Einwanderer in Palästina. Im Laufe dieses Winters haben sich zwei Trupps von jemenitischen Einwanderern in der Kolonie Ohedra niedergelassen. Die eiste Grupp" bestand aus 26 meist älteren Leuten, die zweite aus etwa 40 jüngeren Personen, die sich sehr gut für die ländliche Arbeit eignen. Sämtliche Ankömmlinge fanden in den Häusern der Kolonisten — einstweilen unentgeltlich — Unterkunft. Die Männer verrichteten gegen den ortsüblichen Tageslohn Feldarbeiten aller Art und haben sich meist in ihr neues Arbeitsgebiet rasch eingelebt. Von den Frauen findet manche in der Hauswirtschaft der Kolonisten Beschäftigung. Die Jemeniten fühlen sich hier sehr wohl. Jüngst wurde bei einer Jemenitenfamilie unter Teilnahme der ganzen Kolonie Hochzeit gefeiert, wobei es sehr fröhlich ssuging. EniQRdTION. In Daganjah kamen vor kurzem 60 Jemeniten an, die in Haifa gelandet waren. 30 von ihnen wurden vorläufig auf der Farm Kinereth der Palestine Land Development Company untergebracht, während die übrigen hier blieben und sich größtenteils als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft nützlich machen. Bis zum Pessuchfeste bleiben die Jemeniten in Daganjah und in Kinereth, später dürfte ein großer Teil von ihnen in Medsehdel angesiedelt werden. Die meisten seheinen sieh als Landarbeiter gut zu bewähren. * * * Das neue Einwanderungsgesetz in den Vereinigten Staaten. Der vom Senator D u 11 i n g h a m auf Grund der langjährigen Enqueten ausgearbeitete Gesetzesentwurf über die Einwanderung wurde von der Einwandenini^komraission des Senates bereits angenommen. Seine wichtigsten Grundsätze gehen dahin, die Einwanderung noch mehr zu e rschweren und die Einwanderer der Willkür der. Beamten noch mehr preiszugeben. Der Begriff „unerwünschte Einwanderer1' und „Kontraktarbeiter" wird noch dehnbarer sein. Seitens der „Jüdisch-amerikanischen Komitees-' (die nordameriknnische „Israelitische Allianz-') wird dieser Entwurf heftig bekämpft. * ♦ * Ein Aus Wanderungsgesetz für Russland. Endlieh soll auch Rußland ein Auswanderungsgesetz erhalten! Seit 1005 ist bereits ein Entwurf fertig, doch konnte sich darüber bisher die Ministerien für Handel und für Inneres nicht einigen. Die wichtigste Bestimmung geht dahin, daß Reisende, die zur Abreise einen russischen Dampfer in einem russischen Hafen benutzen, umsonst Pässe erhalten werden. SPKECI15/1/1L. Dieser Teil unseres Blattes steht unseren Lesern zur Verfügung, allen, die {n jüdischen Fragen deir Oeffentliclhkeit etwas Wissenswertes zu sagen baten. Die Redaktion. Tempelgesang in der Leopoldstadt. Sehr geeih.rter Heer Redakteur! Die verschiedensten Vorschläge werden geuuacM und eine Meuiige von Mitteln sucht mau anzuwenden, um die x\n- Itänglichkeh und das Interesse für die jüdi&elh/e ReÜigi'OtD zu wonkon uud wach zu etrMiäten, was aber nur in besoheiideneni Aii'Siiti'fltte gelingt. Umso unverantwortlicher muß es erseheinen, wenn denjenigen, die nodi in einen Tempel Truhen und solchen, die wieder anfangen, daihitn zu jseihen, der Besuch verleidet wird, \ erleide-t von ei«er Seite, die ti'ichlt zuletzt berufen wäre, den Temnelbesuch anziehend zu inarhrn. Ir'h meine unsere K a n t o r e n. Auf allen Godiute-it dcir Kunst verkiii.ur umm heute W«h-pha(ftijrkoit des Al.a.teria<k. der Form um] des Ausdrucks in dar Anwendaw-r der IvunstnuiitteJ: auf jeder Musiikbühiue wird strenge darauf üeaehtoit. daß der Sünder nicht selbstherrlich mit -.einer Stiwinie brilliere, diaß e<r z. B. jenie h'iHien Töne, die Wim leicht gelingen, ühwmäßig laus halte eder saline ihm lieb iiewordiene Manier an jeder passenden und unpassenden Stelle bringe. Ein ifauptgebot ist es an jedem kuiiistinstitui!, das ernst genommen werde« wiiill, daß Stärke und Se.hüjttwruntr des Tones so zur Anwendung kommen, wie es der jeweilige käinsMo/rische Ausdruck erfordert beziehungsweise wie es dar Konnpiomist vorsrhreibt: die Stimmgit-tbunig hiait sich dem Texte sinngeimäß unterzuordnen; wann und wie oft verschiedene Ton färben uod Voirtra.gsnuancen zur Anwendung kommen s.r$Ien. wird nicht

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