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Neue Nationalzeitung · 1912-02-09 · Heft 3 (9.2.1912) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 3 (9.2.1912)
Date
1912-02-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 „Neue National-Zeitung" Seite 9 Grund eines schon seit lange außer Kraft getretenen fürstlichen Erlasses vorgeschrieben wurde, ein für allemal aus der Welt geschafft. Jüdische Senatoren in Frankreich. Bei den jüngst stattgehabten Ergän/ungswahlen für den französischen Senat wurde Ferdinand Cremieux zum Senator des Bezirkes Gard wiedergewählt. Der französische Senat zählt somit nach wie vor 4 jüdische Mitglieder und zwar: Ferdinand I) r e y f u s, Seine et Oise, Eduard M i 11 i a n d, Ehone, und Paul Strauß, Senator des Seine-Departements und den genannten Ferdinand Cremieux. Kaisei'l. Rat IgnaZ Wilhelm, der Herausgeber der Wiener „Korrespondenz Wilhelm" hat am 27. Janner den 70. Geburtstag erreicht. Die aus diesem Anlasse dem Jubilare erwiesenen Ehren und zwar sowohl von verschiedenen staatliehen Behörden als auch journalistischen Körperschaften sind ein Beweis, daß echte jüdische Gesinnung und ein gutes jüdisches Herz in keiner Weise das Ansehen und die öffentliche Anerkennung von persönlichen Verdiensten beeinträchtigen. Kaiserl. Rat Wilhelm, der auch bei Hof besonderes "Vertrauen genießt, lebt streng religiös, ist Bethausvorsteher und ist Freitag abends in einem Bethause der Leopoldstadt zu treffen, wo er nach dem Gebet Speisemarken an arme Leute verschenkt. Ein wackerer Jude. Ein seltener Jude in den heutigen Zeiten. Eine Eisenbahnverbindung Jerusalem-Damaskus? Wie dem hiesigen „Heor" aus Damaskus mitgeteilt wird, hat die Direktion der Hedschasbahn in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, die nötigen Vorbereitungen zu treffen, um den Bau einer Zweiglinie Kerak — Jerusalem ehestens in Angriff zu nehmen. Durch den Bau dieser Zweiglinie würde Jerusalem eine direkte Eisenbahnverbindung einerseits mit Damaskus, andererseits mit Mekka erlangen. Die Ingenieure der Hedschasbahn sollen bereits Anfang April nacli Jerusalem kommen, um die Trace abzustecken. Vermutlich wird mit dem. Bau noch im Laufe dieses Jahres begonnen werden; innerhalb zweier Jahre dürfte die neue Zweiglinie betriebsfertig hergestellt sein. Die Baukosten der 85 km langen Bahn werden auf zirka 40 Millionen Francs geschätzt. Es wird ferner geplant, nach Vollendung der Eisenbahnlinie Kerak—Jerusalem sogleich mit dem Bau einer zweiten Zweiglinie Haifa— Jerusalem zu beginnen. Zeifschriften-I^undschau. Die jüdische Presse Frankreichs. Pierre Gros veröffentlich im „B u 11 e t i n d e l'U n i o n S c o 1 a i r e" eine Studie über die jüdische Presse Frankreichs. Danach war da.s älteste Blatt der „Israelite Francais" (1817—18), dann folgten 1823 „Les Annales israelites", 1840 „Les Archives israedites", 1844 „l'Univers israelite", 1846 „La Pure Verite". 1846 erschien „La. Paris" von Ben Baruch Crehange als ein unabhängiges Organ, das von dem Zentralkonsistoriuin verklagt und 1847 durch die von dem „Demokratischen Klub der Gläubigen" gegründete „Union, isr." ersetzt wurde. Nach 1848 vermehren sich die Organe der Juden Frankreichs. Von allen diesen Blättern existieren nur noch „Les Archives" und „l'U n i - v e r s", beide in Paris erscheinend. Die Blätter, die nicht mehr erscheinen, seien hier noch erwähnt ,J_ja Revue israelite" (1870—73), herausgegeben vonde«m gelehrten Rabbiner Maurice Libert, „Tribüne philosophique" — gegründet 1883 von Gaston Raselli —, die von Nichtjuden redigiert wurde und hauptsächlich gegen den Antisemitismus agitierte, und „Vraie Parole", die; sich gegen die antisemitische „Libre Parole" wandte und zu ihren Mitarbeitern u. a. Manuel Leven, Salomon Reinach, Bernard Lazaxe und die Nichtjuden Hyppolyte Carnot. Ilyacinthe Loyson. Leroy- Bcaulieu, Severne und Zola zählte. Auch einige zionistische Blätter existierten in Frank reich. 1898 während sieben Monaten die situ den tische ..Cadimah", 1899 „le Fla.mbeau". eine sozialistische und zionistische Revue, deren Chefredakteur Jacques Bahar war und 1S99 bis 1905 „Echo sioniste". Seit dem 1. Januar d. J. erscheint „Echo sionistc" wieder. Eine Zeitschrift für hebräische Sprachwissenschaft. Per hiesige hebräische Sprachverein „Chowewe Sephath Ewer" gibt vr,n Anfang d. J. ab eine Monatsschrift unter »lern Titel ..Hassapha" (Die Sprache) heraus, die ausschließlich der modernen hebräischen Sprachwissenschaft und den Bestrebungen zur Noubolebung und Weiterbildung der hebräischen Sprache gewidmet sein soll. Die Zeitschrift w ird ihr Augenmerk insbesondere der wissenschaftlichen Pflege und Ausgestaltung der Sprache des täglichen Lebens, sowie der Sammlung und Bereicherung der wissenschaftlichen Terminologie und dos technischen Sprachguts zuwenden. Sämtliche hebräischen Neuerscheinungen sollen ferner in der Zeitschrift vom sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkte besprochen werden, wobei auf die gebräuchlichen Irrtümer und Verstöße gegen die Sprachgesetze — namentlich in der modernen Journalistik — hingewiesen werden soll. Notizen. Jüdische Bühne. (Direktion M. Siegle r.) „Hotel Stefanie'". II. Taborstraße 12. Freitag, den 9. und Samstag, den 10. Februar: „K r p u t z p r - S o n a t o", von J. Gordin; Sonntag, den 11. Montag, den 12. und Donnerstag, den 15. Februar: „D i e S e d e r - N a c b t", von L a t a i n e r; Sonntag Nachmittag, halb 4 Uhr: „Mensch snl inen sein". Operette von Schur; Dienstag, den 13. Februar: Wohltütigkeitsvorstellting. (Einmaliges Auftreten des Herrn Rennes): „Bar Koch b a". von A. Goldfaden: Mittwoch, den 14. Februar: „S c h a b es Ko jdesc h", Operette von S. F euer m an n. („Verein Josef Perl".) Rekordüberfahrt eines österreichischen Passagierdampfers. Nach einer aus Rio de Janeiro eingelangten Drahtnachricht vom 28. Jänner ist der ösiterreichisdhe Passagier-Eildampfer „Martha Washington" glücklich dort -eingelaufen. Der Da.rn.pfer verließ Triest aon 11. Jänner, Teneriffa am 19. Jänner, hat somit nur 9 Tage für die reime Ozeanf'ahrt von den kanarischen Inseln bis Brasilien gebraucht, was die kürzeste, bisher auf dieser Strecke erreichte Fahrtdauer darstellt. Die nächste Ausfahrt des Danipfers< „Martha W^aslhingiton", dieses großen und prächtigen Schiffes von Triest findet am 7. März statt und dürfte dirs speziell für diejenigen von Interesse sein, welche sich mit dem Gedanken tragen, der jetzigen rauhen Witterung Mittel- und Nordeuropas zu entfliehen und nach den Sonnenländern des blauen Mittelmeeres zu ziehen oder zu ihrer Erholung das günstige und gleichmäßige Klima der kanarischen Inseln aufzusuchen. StaatswohltätigkeitsJotterie. Seit einer Reihe von Jahren erfreuen sich die Staatswohltätigkeitslotterien einer immer mehr steigenden Beliebtheit im Publikum, was dadurch erklärlich erscheint, daß diese Lotterien den Teilnehmern nicht nur eminenite materielle Vorteile bieten (ausschließlich Geldgewinste, Unwidermflichkeit der Ziehung1), sondern auch das Bewußtsein (gewähren, zur Förderung der wohltätigen und gemeinnützigen öffentlichen Institutionen, welchen die Reinerträghisse-" der Staatsletterien zugeführt werden, beizutragen. Gegenwärtig ist die 41. Sftaatslotterie für Zivilwohltätigkeitszwecke in Durchführung begriffen, deren Ziehung am 15. d. stattfindet. Der Spielplan dieser Lotterie ist außerordentlich reich ausgestaltet und weist 21.146 Gewinste in barem Gelde im Gesamtbetrage von 625.000 Kronen auf. Der Lospreis beträgt 4 Kronen. Unsere P. T. Abonnenten werden um die Begleichung der rückständigen Abonnements-Gebühr höflichst ersucht. Die Administration. Interieurs und Büros möbliert zeirgemäss vornehm preiswert 11 Merkur" ==j Möbelfabrik und Architektur VI. Bezirk, Mariahilferstrasse Nr. 3h

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