Mannheim
Compact Memory

Neue Nationalzeitung · 1912-01-12 · Heft 1 (12.1.1912) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIV (1912)
Issue
Heft 1 (12.1.1912)
Date
1912-01-12
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2425679-2425857-2425859--2258-2428676
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 1 „Neue National-Zeitung" Seite 5 ROREßSPONDeNTCN Oesterreich-Ungarn. Die Zionisten nehmen von Dr. Stern Subventionen! Wien. Das Wiener zionistische Organ sieht sich bemüssigt, gegen unsere Feststellung, daß der „Zionistische Zentralverein" pro 1912 von der Seitenstettengasse eine Subvention erhalten hat, Stellung zu nehmen. Die Tatsache läßt sich nicht ableugnen, es wird daher mit Unwahrheiten und Sophismen operiert, Zuerst wird behautpet, daß sich die Herren durch 200 K von Dr. Stern nicht be'stechen lassen. Sie beziehen bereits „seit einigen Jahren" die Subvention und hätten dennoch bei den letzten Kultuswahlen den Dr. Stern und Anhang bekämpft. Das ist eine Verdrehung der Tatsachen. Aus dem gedruckten Voranschlag für das Jahr 1912 (S. 55, Post 25) kann sich jedermann überzeugen, daß der „Zionistische Zentralverein" in keinem früheren Jahr e, sondern erst pro 1912 die Subvention erhalten hat! Es scheint keine gute Sache zu sein, die so plump verteidigt wird. Weiters wird behauptet, daß es sich bloß um das Lesezimmer dieses Vereines handelt und daß die Subvention nicht aus der Tasche des Doktor Stern, sondern aus den Steuergeldern fließt. Um so ärger. Der Kultusvorstand erfüllt eine Pflicht, wenn er den Jüdischen Turnverein in Fünf- (iaus, den 1. Wiener jüdischen Turnverein und den „Hezalel" in Palästina subventioniert, wiewohl es sich um zionistische Gründungen handelt. Allein der „Zionistische Zentralve'rein" ist ein Kampfverein, eine Partei-Organisation. Das Lesezimmer ist nichts anderes, als das V preinslo k a 1, in dem einige Zeitungen aufliegen und das nur von Parteigenossen fr^Qufntiert wird. Und zur Unterstützung von Partei-Tendenzen, wie immer sie' sein mögen, dürfen die Steuergelder nicht mißbraucht werden. Wer den Herrn Dr. Stern kennt, seine» eisige, rücksichtslose, durch keinen Funken von Wärme und patriarchalischer Güte gemilderte Natur, der wird begreifen, daß er seine Gründe dafür hatte, der zionistischen Organisation eine Subvention zu bewilligen, die nicht aus seiner Tasche fließt..... Es mag ja sein, daß die Herren in der Türkeinstraße, wie sie beteuern, für 200 K nicht zu haben sind. Die Subvention kann ja noch wachsen; der Anfang ist bereits gemacht. Wir, mit unserer „Schnorrerseele", wir „aus dem billigen Lande" — das sind die Komplimente des Zionistenblattes an unsere Adresse — sehen in der Annahme eines Geschenke'» von einem politischen Gegner einen Akt politischer Depravation. Eine jüdisch-nationale, eine jüdisch-demokratische Organisation läßt sich von einem Dr. Stern nichts schenken, wenn sie Ehre im Leibe hat. Darüber können alle Sophismen nicht hinwegtäuschen * * * Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde. Wien. Auf Grund der Wahlen in der Plenarsitzung vom 7. d. M. besteht nunmehr das Vertreter- Kollegium r.Uä nach benannten Herren: Präsident Dr. Alfred Slorn (gewählt in der Plenarsitzung vom 6. Jänner 1910 für eine dreijährige Funktionsdauer); I. Vizepräsident Dr. Gustav Kohn; II. Vizepräsident k. k. Hofrat Dr. Benjamin Rappaport. Vertreter: Salo Cohn, Max F rank, Dr. Leopold Kohn, kais. Rat Siegmund Kanders, Wilhelm Kuffner, Univ.- Prof. Dr. Josef Po Hak, Dr. Markus Spitzer, Dr. Maximilian Steiner. * * Ein jüdisches Altersversorgungshaus. Czernowitz, den 2. Jänner. Am 31. Dezember wurde das aus Anlaß des 60jährigen kaiserlichen Reglerun/rsjubiläums von der hiesigen Kultusgemeinde gestiftete Altersversorgungshaus eingeweiht und eröffnet. Kultus]»räsi(lent Dr. S trau eher, der um das Zustandekommen dieser Wohltätigkeitsanstalt sich sehr verdient gemacht hat, hielt die Festrede, worauf Oberrabbiner Dr. hosen leid zur Einweihung schritt. Es sprach dann noch Kultus-Vize-Präsident Dr. Leiter, der die Verdienste Dr. S t r a u c Ii e r s und d<n Erbauer Baumeister Bochner feierte. Unter den Festgästen befanden sich: Hofrat Graf Thun-Hohenstein, die Vizebürgermeister Dr. Weißeiberger und Wojtko, llofrat Barleon als Vertreter der Bukowinaer Sparkasse, Landesnusgohußbeisitzer Abg. Dr. Wender, Landtagsabg. Blum, Stationsoffizier k. k. Major Dattner, sonst sämtliche Kultusvorsteher, jüdischen Gemeinderäte und jüdischen Handelskammern! te zumeist mit ihren Gemahlinnen u. A. — ihre besondere Aufmerksamkeit erregte die A s y 1 a b t e i 1 u n g für durchreisende und für y o rü hergehend unterstandslose Juden, GE,MGINÜ2onö VSR&NSNWftRiUWW Wien. Der Brigittenauer Frauen -W oh 1tIi t i fr k e i t s - V c r e i n, dessen Veranstaltungen sich einer grollen Beliebtheit in der (Gesellschaft erfreuen, veranstaltet auch heuer, wie alljährlich, Samstag den 13. Januar, in den Sofiensälen eine W o h 11 ä t i g k e i t s - A k a d o m i e mit nachfolgendem Tan/kränzehen zugunsten der Armen im XX. Bezirke. Mit Rücksicht auf den eminent wohltätigen Zweck haben in liebenswürdigster Weise ihre bestimmte Mitwirkung zugesagt: Die Damen Frau Urcte Holm-Stolz, Mitglied des Johann Strauß- Theaters, Frl. Stella Krüger, Violinvirtuosin, Frl Mimi Marlow, Mitglied des Raimund- und Apollotheaters, Frau Tautenhayn, Mitglied des k. k. priv. Theaters a. d. Wien sowie die Herren Otto Tressler, k. k. Hofburgschauspieler, Karl Ziegler, Mitglied der Volksoper und Ernst Tautenhayn, Mitglied des k. k. priv. Theaters a d. Wien. Die Musik besorgt die beliebte Kapelle Johann Müller. Klavierhegleitung Herr Ernst Hohenberg. Die Nachfrage nach Karten ist üuUerst lebhaft und sind die noch vorhandenen Karton im Konzertbureau Albert Gutmann erhältlich oder können auch durch Telephon Nr. 15.036 bestellt werden. Wien. Die Stelle eines Oberkantors in der Schiffschnl wurde Herrn Leopold Müller aus Kleinwardein, der am letzten Samstag den J'robev ortrag hielt, verliehen. Herr Müller, der im 26. Lebensjahre steht, hat auf der Jeschibah in Huszt sich gründliches talmudisches Wissen erworben. Er wurde zunächst im 2-2. Lebensjahre Kantor in Nagy Karoly und ist seit einunddreiviertel Jahren in «-leieher Eigenschaft in Kleinwardein tätig. Hamburg. D e r D e 1 e g i e r t e n t a g d e s V e r b a n d e s der Sau bat freunde hat her am 2b. und 26. Dezember stattgefunden. Eli Lazarus-Berlin, der 2. Vorsitzende, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache. Oberrabbiner Dr. Spitzer- Hamburg, Hermann ( Jumpertz-Hamburg, Oberrabbiner Dr. Lerner- Altona, Rabbiner Dr. Bamberger-Wandsbek, Wolff Möller-Altona,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.