Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XIII (1911)
- Issue
- Heft 26 (29.12.1911)
- Date
- 1911-12-29
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 ,Neue National-Zeitung" Nr. 26 ÄLL5N WElSCHLCN Ludwig Philippsons — hundertster Geburtstag. Am 28. d. jährt sieh der Geburtstag Ludwig Philippsons zum hundertstenmal. Er gehört zu den wenigen deutschen Rabbinern, die das Eeeht haben nicht nur auf Ruhm, sondern auch auf Dank und Anerkennung aller jüdischer Parteien. Seine große Bedeutung liegt nicht in seiner Wirksamkeit als Gelehrter oder Rabbiner, sondern in seiner Tätigkeit als jüdischer Journalist. Er gründete vor 75 Jahren „Die Allgemeine Zeitung des Judentumsund schuf damit eine Tribüne zur Verfechtung der jüdischen Interessen. Dr. Philippson besaß jene großartige Eigenschaft, ohne die ein Journalist zum Soldsehreiber herabsinkt: er war nach jeder Richtung unabhängig. Das verschaffte ihm auch eine sehr große Popularität. Wenn einmal die Geschichte der jüdischen Journalistik geschrieben werden wird, dann wird Philippson in derselben eine der ersten Stellen einnehmen. K. k. Schulrat Aron Kollek. Der Religionsprofessor an der Staats-Oberrealschule in Wien, I. Bezirk, Aron Kollek, ist anläßlich seiner Pensionierung durch den Titel eines k. k. Schuir ates ausgezeichnet worden. Es ist dies in Oesterreich die erste Auszeichnung eines jüdischen Religionsprofessors mit diesem Titel. Ueber Morgan Schuster, von dessen jüdischer Abstammung wir bereits in der letzten Nummer berichtet haben, liegen weitere interessante biographische Einzelheiten vor: Schuster ist nicht mehr wie 34 Jahre alt. Als Sohn jüdischer Eltern geboren, hat er die Hochschule besucht und Jura studiert. Nach beendigtem Studium trat er in das Eriegsdepartement in Washington und bekleidete eine Stelle als Stenograph wie hundert andere. Doch bald traten seine großen Fähigkeiten zutage, der Kriegsminister wurde auf ihn aufmerksam und nach Beendigung des Krieges gegen Spanien wurde er als Assistentsekretär der Kommission zugeteilt, die die Räumung Cubas durch die Spanier zu bewerkstelligen hatte. Damals war er 21 Jahre alt. Nachdem diese Aufgabe erfüllt war, blieb Schuster in Cuba als oberster Zollbeamter zurück. Auf dieser Stelle blieb er 3 Jahre. Er zeichnete sich durch seine Fähigkeiten so sehr aus, daß ihm das damalige Kriegsministerium höchst verantwortungsvolle Posten zu geben beschloß. Es übergab ihm die Aufsicht und Verwaltung aller Häfen in den Philippinen. Fünf Jahre erfüllte dies Schnster auch aufs Beste. Heute noch haben ihn die Philippiner nicht vergessen. Seine Fähigkeit beschränkte sich nicht auf die Verwaltung der Häfen und Zölle, er hatte auch das Unterrichtswesen unter sich und richtete die Verwaltung und medizinischen Fakultäten im Auftrage seiner Regierung dort ein. Darauf kehrte er nach Washington zurück, ließ sich als Advokat nieder, erwarb sieh eine bedeutende Kundschaft, bis ihn die persische Regierung als ihren Finanzminister berief. Gleich bei seiner Ankunft in Persien stieß er mit den Russen zusammen. Er verbot der Bank der Regierung irgend einen Regierungsscheck auszuzahlen, der seine Unterschrift nicht trüge. Rußland wollte sich dies nicht gefallen lassen, aber Schuster blieb Sieger. Noch heute bemüht sich Rußland bei der persischen Regierung, jedoch ohne Erfolg, um die Entfernung Morgan Schusters. bisfe der Ausgetretenen. Vom 13. bis 26. Dezember 1911. (Nr. 582—607.) Brei Siegfried, Artist, geb. 12. Jänner 1884, Wien, II., Sterneckplatz 20. Hoffmann Hans, Student, geb. 7. Juli 1896 in Purkersdorf bei Wien, I., Bauernmarkt 9. Jokl Marianne, Studierende, geb. 10. November 1885 in Kremsier, XVIII., Hofstattgasse 13. Kohn Leopold, Friseurgehilfe, geb. 18. Oktober 1887 in Pisek, Böhm., IL, Mumbgasse 4. Mandl Paul, Universitätshörer, geb. 26 Februar 1892, Wien, VIII., Alserstraße 41. Naschitz Arnim, geb. 1. Mai 1880 in Pees, IL, Passratgasse 6. Nissensohn Gabriele geb. Neumann, geb. 14. Juli 1881, IV., Favoritenstraße 11. Oehler Gustav Friedrich, Privatbeamter, IL, Schüttelstraße 72. Spitzer Emma, Private, geb. 4. Februar 1885 in Graz, 1., Stadiongasse 5. Wollner Ignaz, geb. 27. Dezember 1885, Wien, XII., Jleidlinger Hauptstraße 32. Süsz Hermine, ledig, Private, geb 21. Dezember 1881 in St. Anton, XIII., Hadikgasse 118. Seidenberg Leila, verh. Kaufmann, geb 17. Dezember 1868 in Ekaterinoslaw, IL, Hotel New-York. Seidenberg Guis ia, geb. Charzet, verh, Kaufmanngattin, geb. 11. Juni 1881 in Kiew, II, Hotel New-York Hochstimm Chaskel, ledig, Finanzsekretär, geb 6. Juni 1869 in Podgorze, IV, Karlsgasse 11. Goldmann Bernhard, verw., Uhrmacher, geb. 1. Juli 1865, XVII Hernalsergürtel 15. Brüll Ernestine, geb. Hanal, verh., Kaufmannsgattin, geb. 30. April 1873, VIII, Schönborngasse 6. Resler Fanny Feige, ledig, geb. 9. Februar 1884 in Czernowitz, L, Annagasse 3. Russo Marzeil, ledig, geb. 7. März 1887, III., Weißgärberlände 40. Goldmann Otto, ledig, Landwirt, geb 26. September 1882 in Sodek, IX. Thurng. 15. Weisbach Hedwig, geb. Cohn, verw., Private, geb. 22. Juni 1846 in Berlin, IX., Hörigasse 16. Terstner Alfred, ledig, Maschinenarbeiter, geb. 12. September 1836, XX., Universumstraße 50. Schick Hermine, ledig, Private, geb. 4. August 1874, IL, Franzensbrückenstraße 4. Winter Oskar, ledig, Baurat, geb. 10. Dezember 1862 in S!otwina, H., Czerningasse 7. Sternberg Hermann, ledig, Mediziner, geb. 28. Juni 1888, VI., Millergas=e. Brand Berta, ledig, Magazineurin, geb. 30. September 1887, XII, Bendlgasse 8. Weiss Emil, geb. 18. Jänner 1880 in Wien. Wegen Raummangel musste leider diesmal die „Politisch* Rundschau" ausbleiben. JSlotizen. Di» iri unserem Blatte erschienenen höchst interessanten Artikel Von Dr. M. Friedländer: „Die neuentdeckten Oden Salomos" sind in unserem Verlage als Separatabdruck erschienen. Preis der Broschüre inklusive Zusendung 25 Heller. 41. Staatswohltätigkeitslottorie. Die Lottogefallsdirektion in Wien eröffnet die 41. Staatslotterie für Zivilwohltätigkeitszwecke der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, deren Ziehung am 15. Februar 1912 stattfindet. Dem Spielprogramm ist zu entnehmen, daß die Staatslotterie außerordentlich reich ausgestattet ist und mit ihren 21.146 Treffern, welche sämtlich in barem Gelde angesetzt sind und Haupttreffer von 200.000 K, 50.000 K, 30.000 K, 20.000 K usw. aufweisen, ganz besonders günstige Gewinstchancen bieten. In Anbetracht der eminent wohltätigen Zwecke, welchen die Erträgnisse der Staatswohltätigkeitslotterien zufließen, werden die Lose dieser Staatslotterie bei ihrem verhältnismäßig billigen Preise von 4 K gewiß als willkommene Neujahrsgabe begrüßt werden.