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Neue Nationalzeitung · 1911-12-15 · Heft 25 (15.12.1911) · p. Seite 6

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 25 (15.12.1911)
Date
1911-12-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 „Neue National-Zeitung" Nr. 25 (Wechsler) vom Advokaten Dr. Braun in Kopyczynce anläßlich der Reichsratswahlen im Jahre 1907 zu dem Zwecke erhalten hat, um sie dem Wahlfonds für Doktor Birnbaum zuzuführen, ihrer Bestimmung nicht übergeben hat. Ueber dieses Faktum hätte Herr Moses Horowitz in Zaleszczyki, welcher die Wahl für Dr. Birnbaum geleitet hat und dem die 300 K abzuführen waren, einvernommen werden müssen. Das ist nicht geschehen. 2. Falschspiel. Waldmann behauptete, daß Wechsler wegen Falschspiels vom Kasino in Buczöcz ausgeschlossen wurde und nannte hiefür mehrere Zeugen. Die wichtigsten wurden nicht einvernommen. 3. Literarischer Diebstahl. Waldmann verwies auf die Beschuldigung der „Neuen National- Zeitung", wonach Wechsler den Inhalt der Broschüre „Der Polenklub und seine Hausjuden" von Dr. S. R. Landau zu einer selbständigen Broschüre im Jargon verarbeitete und unter seinem eigenen Namen herausgab. Dr. Landau wurde hierüber von Dr. Zipper befragt und hat die Richtigkeit dieser Beschuldigung bestätigt. Von allen dreien und noch anderen Vorwürfen hat das „Ehrengericht" den Wechsler trotzdem ieingewaschen. Herr Adolf Stand und seine zwei Kollegen vom „Ehrengericht" haben das Beweis verfahren ganz willkürlich durchgeführt und damit bewiesen, was ein zionistisches „Ehrengericht" wert ist. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn man sie nun als würdige Kameraden dieses dunklen Ehrenmannes betrachten wird. L. DIE JÜDISCHE Ein neues Buch über die jüdische Emigration. In den nächsten Tagen wird ein Werk des Privatdozenten an der Genfer Universität, Dr. L. H e r s c h, über die i üdische Emigration im Vergleiche mit der Emigration anderer europäischer Völker unter besonderer Berücksichtigung der Völker Oesterreich-Ungarns und Bußlands erscheinen. Das Werk, das ein sehr reiches statistisches Material und Diagramme enthält, hat folgende Hauptkapitel: 1. Der Umfang der jüdischen Emigration. 2., Die jüdischen Emigranten, o. Die Ursachen der jüdischen Emigration. 4. Die Bedeutung der jüdischen Emigration. 5. Die Eegulierung der jüdischen Emigration. Das jWerk wird in jüdischer Sprache im Wilnaer Verlage „Die Welt" erscheinen. * * * Die Sorge für die Rückwanderer. Zu den Aufgaben der „D e u t s c h e n Zentralstelle für jüdische Wand er er arm en für sorg e" in Berlin gehört die schnelle Heimbeförderung der Eüekwanderer. Ein großer Teil dieser Leute kommt über belgische und holländische Häfen in Europa an. Es lag nahe, daß die Mittellosen ihre Durchreise durch Vorsprechen bei den Fremdenkassen sich ermöglichten, was zur Folge hat, daß die Heimreise sich unnötig verzögert. EniQRdTION. Deshalb hat es der Hilfsverein der Deutschen Juden, dem diese Klasse von Unglücklichen besonders am Herzen liegt, seinerzeit lebhaft begrüßt, daß die „Deutsche Zentralstelle" eine Durchführung der Eückwanderer auf weitere Strecken eingerichtet hat. Die Eückwanderer erhalten beim Ueberschreiten der Westgrenze, also meistens in Aachen, eine durchgehende Fahrkarte 4. Klasse bis Berlin nebst dem üblichen Zehrgeld. Von hier aus werden sie weiter auf möglichst weiten Strecken nach den Grenzbüros befördert. Jetzt ist ein weiterer wichtiger Fortschritt angebahnt. Es sind Verhandlungen mit Vertretern aus Amsterdam, Antwerpen und Eotterdam gepflogen worden, durch die erreicht werden soll, daß die Durehbeiörderung der Eückwanderer schon an diesen Hafenplätzen beginnt, so daß, wenn gewisse Grenzsehwierigkeiten überwunden sein werden, schon an der belgischen oder holländischen Landungsstelle durchgehende Fahrkarten nach Berlin ausgegeben werden könnten. * * Die Emigration nach Galveston. In der letzten Comite-Silzung des Ito Emigration Eegulation Department in London ist auf Antrag der Herren Leopold de Eothschild und Mr. Carl Stet tauer folgender Beschluss gefasst und der Direktion des Norddeutschen Lloyd übermittelt worden: Das Oomite spricht dem Nordeutsehen Lloyd seinen Dank aus für die energischen Schritte, welche er zur Protektion der jüdischen Emigranten nach Galveston unternommen. Hierbei wird der vertrauensvollen Zuversicht Ausdruck verliehen, daß der Norddeutsche Lloyd sein Versprechen halten wird, sodaß in Zukunft keine Gründe für Beschwerden vorhanden sein werden. Das Comite dankt dem Norddeutschen Lloyd ausdrücklich für das Versprechen, gesunde Nahrung nach russischer Art zu liefern, was für das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der jüdischen Auswanderer von größter Wichtigkeit ist. * * * Auswanderung nach Argentinien. Nach dem soeben veröffentlichtem offiziellen Berichte des argentinischen Ackerbauministeriums sind im Jahre 1910 insgesamt 289.640 Personen in Argentinien eingewandert. Es ist dies' die höchste Einwandererziffer, die Argentinien bisher aufzuweisen hat und übersteigt-dieselbe--die Ziffer der Jahres

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