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Neue Nationalzeitung · 1911-11-03 · Heft 22 (3.11.1911) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 22 (3.11.1911)
Date
1911-11-03
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „Neue National-Zeitung" Nr. 22 erfreuen, um recht lange Zeuge einer gedeihlichen Entwicklung der von Ihnen mitgeschaffenen Institutionen sein zu können. Mit vorzüglicher Hochachtung für den Vorstand: Mag. J. Silber Dr. S. R. Landau dzt. Schriftführer. dzt. Präsident." Die Gratulationen des Vorstandes der „Israel. Allianz" und des Kuratoriums der „Baron Hirsch'schen Stiftung* dürften auf der Post in Verstoß geraten sein; es scheint auch Gratulationen zu geben, „die ihn nicht erreichen" . . . Nordamerika. Die Passfrage der jüdischen Bürger Nordamerikas. New-York. Die Führer der nordamerikanischen Judenschaft lassen in der Passfrage nicht locker. Eine äußerst zähe Agitation wird betrieben, damit, wenn die russische Regierung die Pässe der jüdischen Bürger Nordamerikas nicht anerkennen will, dies als ein Bruch des bestehenden Handelsvertrages durch Rußland erklärt und darauf mit der Lösung des Vertrages geantwortet werde. In nächster Zeit sollen in allen größeren Städten Nordamerikas jüdische Monstremeetings stattfinden, welche vom nationalen Bürgerkomitee einberufen werden. Nun ergreift kein Geringerer als Mr. Roosevelt zu dieser Frage das Wort, um sich auf die Seite der Juden zu stellen. In seinem Blatte „Outlook" vom 14. Oktober hält Roosevelt auch seinerseits die Annulierung des amerikanisch-russischen Handelsvertrages, wenn Rußland bei seiner Weigerung verharren sollte, für unvermeidlich, schlägt aber vor, ehe Amerika sich zu dieser äußersten Maßregel entschließe, die Entscheidung des Haager Schiedsgerichtes über die sinngemäße Auslegung der betreffenden Klausel des Handelsvertrages anzurufen. Rußland vertritt nämlich den eigentümlichen Standpunkt, daß der Handelsvertrag ihm nicht die Verpflichtung auferlegen könne, den amerikanischen Juden weitgehendere Rechte einzuräumen als seinen eigenen jüdischen Untertanen. Demgegenüber beruft sich Amerika auf den unzweideutigen Wortlaut des Vertrages, der eine solche Interpretation nicht zulasse. Zur Schlichtung einer derartigen Streitfrage vorwiegend rechtlicher Natur ist nach Roosevelts Meinung der Haager Schiedsgerichtshof ganz besonders berufen. Sollte Rußland sich aber — fährt Roosevelt fort — der schiedsgerichtlichen Austragung widersetzen, so würde es eben dadurch vor aller Welt kundtun, daß der amerikanischen Regierung kein anderer Ausweg übrig bleibt als die Aufhebung des Handelsvertrages. Die Autorität Roosevelts bürgt dafür, daß Rußland nunmehr mit seinen faulen Ausreden nichts erreichen wird. Angesichts der bevorstehenden Präsidentenwahl wird sich auch Herr Taft zu energischen Schritten entschließen müssen. Unsere P. T. Abonnenten werden um die Begleichung der rückständigen Abonnements-Gebühr höflichst ersucht. Die Administration. G5MEINö5=un& VSRGkNSNMRRiUttW Wien. (F ü n f z i g j ä h r i g e -s V e x e i n s j m b i- 1 ä u ni.) Am 2. Dezember d. J. werden fünfzig Jahre verflossen sein, seitdem der „Verein zur Unterst ü i z u n g mittelloser israelitischer Studierender in Wie n" die Aufgabe erfüllt, würdigen Hörern der Wiener Hochschulen Beiträge zu den Kollegien- Feldern, Rigorosen-, Promotions- und sonstigen Taxen zu gewähren. Mehr als 15.000 Hilfeleistungen mit einem Aufwände von einer halben Million Kronen verzeichnet die Statistik über die bisherige Vereinstätigkeit und man kann wohl annehmen, daß dem größten Teile der Petenten nur durch die vom Vereine erlangte Hilfe die Beendigung der Studien und späterhin die Erlangung angesehener Lebensstellungen ermöglicht wurde. Der Verein beabsichtigt anläßlich der Jubiläumsfeier eine Festschrift herauszugeben, welche dadurch besonderen und bleibenden Wert erhalten soll, daß literarische und künstlerische Beiträge der bedeutendsten Persönlichkeiten jüdischen Glaubens sie zieren. Die Versendung der Festschrift an die Freunde und Gönner der Institution sowie an die ehemaligen Schützlinge soll bezAvecken, dem Vereine neue Mittel zuzuführen und vielleicht auch in manchen Herzen an Dankesschuld zu erinnern. Wien. Donnerstag, am 2. November d. J., um 7 Uhr abends, findet im Restaurant G u t h die konstituierende Generalversammlung des Oesterr. Israelit. Religionslehrerbundes statt. Wien. Die Eröffnungsfeier der „M e n s a academica J u d a i c a" hat Mittwoch, den 1. November 1. J. im eigenen Lokale (IX., Pramergasse 31) stattgefunden. Wien. (A k a d. Verein „Jüdische K u 11 u r".) Die am 27. Oktober stattgefundenen Ausschuß wählen für das laufende Wintersemester ergaben folgendes Resultat: Ka-nd.- Ing. Julius Engler, Präses; Kand.-Ing. Josef Klinger, Vizepräses; Kand.-Mech. Josef Horowitz, Schriftführer. Briefkasten der Redaktion. Krakau. (70. Geburtstag des Oberkantors Josef Fischer.) Sonntag, den 29. Oktober, feierte Herr Josef Fischer, welcher seit 45 Jahren die Stellung eines Oberkantors im hiesigen Tempelvereine bekleidet, seinen 70. Geburtstag. Der imposante Verlauf dieser Feier lieferte den Beweis, welcher Wertschätzung und Popularität sich der Jubilar erfreut. Um 10 Uhr vormittags fand eine Festsitzung des Tempelvorstandes in dem herrlich dekorierten Saale statt. Der Präses des Tempelvereines, Herr Ehrenpreis, beglückwünschte den Jubilar zu seinem 70. Geburtstage im Namen des Vorstandes, überreichte demselben ein Ehrengeschenk im Namen des Vorstandes, sowie ein besonderes Geschenk in seinem eigenen Namen und teilte demselben mit, daß der Tempelvorstand anläßlich dieses Jubiläums eine bedeutende Gehaltserhöhung für den Jubilar beschlossen hat. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Herr Dr. Till es, gratulierte dem Jubilar _ im Namen der Krakauer Kultusgemeinde und Herr Rabbiner D r. Thon würdigte in einer sehr warmen Ansprache seine Verdienste. Tief ergriffen dankte Herr Fischer für diese Gratulationen. Hierauf vereinigte ein intimes Gabelfrühstück die Gäste, welche diesen Moment durch einen Photographen verewigen ließen. Das Bild wird im Tempelsaal angebracht werden. Mittags erschien beim Jubilar eine Deputation der Krakauer jüdischen Lehrer und Lehrerinnen, in deren Namen die Herren Direktor Armhaus und Religionslehrer M. Jakob den Jubilar beglückwünschten und eine künstlerisch ausgestattete Adresse überreichten. Der Jubilar erhielt anläßlich dieses Jubiläums zahlreiche schriftliche und telegraphische Gratulationen vom In- und Auslande, wie auch zahlreiche Ehrengeschenke. Herr Fischer ist bekanntlich auch Besitzer einer großen hebräischen Druckerei und hat sich um die hebräische Literatur große Verdienste erworben.

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