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Neue Nationalzeitung · 1911-10-20 · Heft 21 (20.10.1911) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 21 (20.10.1911)
Date
1911-10-20
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 21 ,,Neue National-Zeitung" Seite 9 Leitimg wird durch die unweit von liier gelegene Quelle „Ain-Arab" gespeist. In der Hauptstraße von Hebron wird zum Zwecke der Trinkwasserversorgung ein öffentlicher Brunnen errichtet. Gegen eine Gebühr von 300 Frcs. werden die einzelnen Wohnhäuser Anschluß an die neue Wasserleitung erhalten. Der Unglücksfall, der sich am Lag-Baomer d. J. bei der „Hilula" — dem Volksfeste zu Ehren E. Schinieon ben Jochais im Dorfe Merön ereignete, ist noch in aller Erinnerung. Man weiß, wie wahrhaft hilfreich und gut der Kaimakam von Safed sich der Verwundeten und ihrer Angehörigen annahm, wie er mit Aufbietung aller Kräfte den Rettungsdienst organisierte, für die Bergung der Leichen sorgte, eine Sammlung für die Opfer der Katastrophe einleitete usw. Damit ließ sich der menschen reundliche Kaimakam Hussein Effendi Al-Hadab jedoch niaht genügen, sondern wandte sich amtlich an die Zentralregierung und bat sie um Unterstützung für die Hinterbliebenen der Verunglückten. Vor kurzem traf nun aus Konstantinopel der Betrag von 4750 Piaster ein, der zur Verteilung an 19 Witwen und Waisen bestimmt ist, welche durch das Unglück von Merön ihren Ernährer verloren haben. Der Kaimakam brachte das Geld — 250 Piaster pro Person — unverzüglich zur Verteilung. Er hat sich durch seine edle Tat den Dank der gesamten jüdischen Bewohnerschaft unserer Stadt erworben. Diese Tage besuchte eine jüdische Reisegesellschaft aus Europa die Stadt Safed. Unter den Mitgliedern der Gesellschaft befanden sich die bekannten Palästinafreunde Norman Bentwich und Robert Solomon aus London, ferner Herr Dr. Salomon Schiller, zurzeit Direktor des Hebräischen Gymnasiums in Jerusalem. Dank den Bemühungen des Kamaikam erhält auch Safed demnächst eine Wasserleitung. Die jüdische Gemeinde beteiligt sich mit einem Betrage von 550 türkischen Pfund an dem neuen Wasserwerk. Ein Moskauer jüdischer Wohltäter und Zionsfreund, der Großkaufmann Selig P ersitz, stiftete vor einigen Monaten anläßlich seiner Anwesenheit in Jerusalem eine Anzahl Preise für die besten Schüler der hiesigen Talmud- Thora und der Jeschibah Ez-Chaim. In den nächsten Tagen sollen nun im Anschluß an die Semester-Prüfungen die von Herrn Persitz gestifteten Preise zum erstenmal verteilt werden. Den Prüfungen und der feierlichen Prämienverteilung werden die angesehensten Rabbiner Jerusalems sowie Vertreter des Waad-Hair beiwohnen. Die ICA hat Herrn Lehrer Krön aus Grodno (Rußland) zum Generalinspektor der von ihr in den galiläischen Kolonien unterhaltenen Volksschulen ernannt. In den Kolonien M e s h a und M i 1 h a m i e werden zurzeit neue Schulgebäude errichtet; der Neubau der Kolonieschule in Jemma ist bereits vollendet. Im laufenden Winterhalbjahr werden die Personenzüge der Eisenbahnstrecke Jaffa—Jerusalem wie folgt verkehren: Abfahrt von Jerusalem 7.40 morgens, Ankunft in Jaffa 11.05 vormittags; Abfahrt von Jerusalem 1.45 nachmittags, Ankunft in Jaffa 5.15. — Abfahrt von Jaffa 8.05 morgens, Ankunft in Jerusalem 12 Uhr mittags; Abfahrt von Jaffa 1.20 nachmittags, Ankunft in Jerusalem 5.07. Unsere P. T. Abonnenten werden um die Begleichung der rückständigen Abonnements-Gebühr höflichst ersucht. Die Administration. G5MSiNU5=üw& VSRCkNSNMftRitWW Wien. (.,0 esterreiehiäch - I s r a o 1 i t i s ch e LT n i o;n1') Am 29. September fand die konstituierende Vorstan-dssitzung statt. In derselben wurde, nachdem Herr Mayer neuerdings erklärt hatte, eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können, H e r r D r. J. S a muely zum Präs id e n t e ii d e r „U n i o n" gewählt. Kaiserlicher Rat A nn i n g e r schlug vor. Herrn Siegmund Mayer zum Vizepräsidenten zu wählen, und erklärte sich bereit, als einfaches Mitglied des Vorstandes auch, weiterhin seine Arbeitskraft der „Union" zuwenden zu wollen. Es wurden somit die Herren Siegmund M a y e r und Dr. Jakob O r n > t e i n zu Vizepräsidenten, die Herren Geineinderat Edmund M e 1 c h e r und Julius G r a n i e h s t ä d t e n zu Schriftführern, und Herr Richard T e w e 1 e s zum Kassier gewählt. An Stelle des Herrn Kommerzialrates Eduard Doctor, der wegen Ueberlastung mit Beruisgesehäften, auf sein Vorstandsmandat resignierte, wurde Dr. Arthur Mahler in den Vorstand kooptiert. WCßWilM GOO jüdische Sicherheitswachniänner stehen im Polizeidienste der Stadt New-York. Zum erstenmale wurden sie anläßlich des letzten Versidinungstages alle vom Dienste enthoben. Es ist dies das Verdienst des neuangestellten jüdischen Polizei—Kaplans, Eeverend A. Blum. Rabbiner Jehutla Jarmon von Tunis ist im Alter von 104 Jahren gestorben. Wegen seiner großen Gelehrsamkeit und seiner überaus tiefen Frömmigkeit wurde er in ganz Afrika von den Juden als Heiliger verehrt. Mit 18 Jahren schon wurde er auf den Eabbinerposten berufen. Er verfaßte mehrere Kommentare zur Bibel und dem Talmud und zahllos sind die rabbinischen Gutachten, die er auf Verlangen bis in die entlegensten Teile Afrikas gesendet hat; An seinem Leichenbegängnisse beteiligten sich nahezu 20.000 Menschen. Rabbiner Dr. Gnttmann in Breslau — Professor. Eabbiner Dr. Jakob Guttiuann, der Vorsitzende des ..Allgemeinen deutsehen Eabbinerverbandes;!, hat den Professortitel erhalten. Tn letzter Zeit ist dieser Titel an mehrere hervorragende wissenschaftliche Eabbiner in Deutschland verliehen worden: an die Herren Eabbiner May b aum-Berlin, Dr. B 1 o c h - Posen, L e vy- Breslau. Jakob Gu ttm ann, Vater des Privatdozenten für Philosophie an der Universität Breslau, Dr. Julius Gnttmann, gilt seit langem als unbestrittene Autorität auf dem Gebiet der jüdischen Religionsphilosophie. Alle seine "wissenschaftlichen Veröffentlichungen bewegen sich auf diesem Gebiet, vornehmlich hat er das frühe Mittelalter bearbeitet, die spanischen Philosophen und die Scholastik, den Anteil der Juden an der Entwicklung und Förderung der philosophischen Wissenschaften und die -wechselseitigen Beziehungen der bedeutenden jüdischen und christlichen Philosophen sowie den Einfluß der ersteren auf diese. In Oesterreich erhalten Rabbiner nur dann den Professortitel, wenn sie längere Zeit als Eeligionslehrer an öffentlichen Schulen tätig waren. Die Diamanteabörse Samstags geschlossen. Anläßlich der Eröffnung des mit einem Kosten aufwand e von über 1 Million Mark errichteten neuen Gebäudes der Diamantenbörse in Amsterdam sei darauf hingewiesen, daß die 1300 Mitglieder derselben fast sämtlich Juden sind. Die Börse und das darin befindliche Postamt sind Samstags geschlossen und Sonntags geöffnet.

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