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Neue Nationalzeitung · 1911-09-22 · Heft 19 (22.9.1911) · p. Seite 7

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 19 (22.9.1911)
Date
1911-09-22
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 19 „Neue National-Zeitung" Seite 7 Cypern und Kleinasien zusammen. Die Tatsache dürfte selbst den Kundigeren unter uns überraschen, um so mehr, als die Ansammlung dieser Bauernmasse fast geräuschlos vor sich ging und weder die jüdische Wohltätigkeit, noch die jüdische Öffentlichkeit irgendwie erheblichen Anspruch nahm. Der jüdische „Hilfsverein für Landwirtschaft und Industrie" erwirbt auch größere und kleinere Bauerngüter, um sie an kauflustige Juden weiter zu verkaufen. Im Laufe der letzten vier Jahre kaufte sie so 115 Farmen im Umfange von zusammen 2928 Ha. zum Preise von 1,156.000 Mk. Die Gesellschaft gewährt jüdischen Bauern, die in das Geschäft eigenes Kapital einlegen können, bare Darlehen. Im Berichtsjahre haben sich 1400 solcher Darlehensucher an die Gesellschaft gewandt. Davon waren nur 17 ganz mittellos, 653 hatten einige Ersparnisse, 228 ein Vermögen bis zu 2000 Mk. und 502 sogar mehr als 2000 Mark. 818 von ihnen erhielten Darlehen im Gesamtbetrage von 881.000 Mark. Die Ansiedler sind redlich bemüht, die ihnen gewährten Darlehen zu verzinsen und zu amortisieren. Im Berichtsjahre erhielt die Gesellschaft 308.380 Mk. Kapital und 80.000 Mk. Zinsen zurück. Die noch ausstehenden Forderungen des Hilfsvereins betragen im Ganzen 2,400.000 Mk., von den nur 127.000 Mk. als definitiv verloren abzuziehen wären. So sind in den Vereinigten Staaten von Nordamerika fast ausschließlich auf Grund der Selbsthilfe 2984 Bauernwirtschaften entstanden, auf den 3339 Familien mit mehr als 30.000 Seelen leben. Der größte Teil dieser Bauern wohnen im Staate von New-York, wo 480 jüdische Farmen bekannt sind. Es folgt New-Yersey mit 656, Connecticut mit 517. Die übrigen jüdischen Farmen sind in kleinen Gruppen über das ganze Land zerstreut. So leben 22 von ihnen in Washington, je 16 in Maryland, Louisiana und Süd-Dakota, 9 in Süd- Karohna, 8 in Nebraska etc. Die Föderation der jüdischen Farmer. Die große Zahl der jüdischen Bauern in den Vereinigten Staaten hat notwendig zur Schaffung einer eigenen Organisation, der „Federation of Jewish Farmers of A m e r i c a" mit 35 Zweigvereinen geführt. Sie haben den Zweck, die Interessen aller jüdischen Bauern des Landes zu fördern. Eine jüdische Farmer-Zeitung. Seit dem Jahre 1908 besitzen die jüdischen Landwirte ihr eigenes Organ, den im Jargon erscheinenden, von Herrn M. Pinkus redigierten „J ü d ische Farmer". Derselbe enthält für Landwirte geeigneten Lesestoff nebst einem Briefkasten und zahlreichen Illustrationen. Die Zahl seiner Abonnenten ist von 8Ö0 im Jahre 1908 bereits auf 2292 im Berichtsjahre gestiegen. Auf seine Anregungen fanden im letzten Jahre 20 Konferenzen statt, auf welchen gemeinsame Angelegenheiten besprochen wurden, an denen namentlich die junge Generation lebhaften Anteil nahm. Die jüdische Landwirtschaft in Nordamerika hat eine sehr glänzende Zukunft vor sich. An jüdischen Bauern, die sich in wachsenden Scharen in den Vereinigten Staaten niederlassen werden, wird es wohl kaum fehlen. Möge daher der jüdische „Hilfsverein für Landwirtschaft und Industrie" („Jewish Agricultural und Industrial Aid Society") mit seiner klugen Ansiedelungspolitik anderen jüdischen Kolonisationsvereinen als leuchtendes Beispiel dienen und ihnen zeigen, wie es gemacht, oder besser gesagt, wie es nicht gemacht werden müßte. DIE JÜDISCHE EniQRdTION. Einwandererbureau der Stadt New-York. Denjenigen, die glücklich die Kontrolle auf Ellis-Island überwunden haben, kommt seit 1. Oktober vorigen Jabres ein neues Industrie- und Auswand ererbureau zu gute, das der Staat New-York zum Schutze, zur Informierung und zur Verteilung von Einwanderern in diesem Staat eröffnet hat. Das Hauptbureau befindet sich Nr. 40 Ost- : S t r e e t, N e w-Y o r k C i t y, und ist täglich von 9 bis 5 Uhr, Mittwoch von 7 bis 10 Uhr abends und Sonntag vormittags von halb 10 bis 1 Uhr offen. Auf dem Bureau kann jeder Einwanderer vorstellig werden, sei es, daß er ausgebeutet, betr gen, ungerecht behandelt, eingeschüchtert, falsch unterrichtet worden ist, sei es, daß er Bat, Information oder irgend eine Kenntnis sucht, die ihm zu seinem Fortkommen behilflich sein kann. Dem Staate liegt daran, die Schwierigkeiten und Probleme kennen zu lernen, mit denen seine gesetzliebenden Einwanderer zu kämpfen haben, zu erfahren, warum sie keinen Erfolg haben und sie womöglich in den Stand zu setzen, anderen nachkommenden Einwanderern zu helfen. Das Bureau selbst vermittelt keine Stellen, wohl aber verweist es Leute an vertrauenswerte Agenturen, untersucht Nachfrage und Angebot im ganzen Staate und gibt Winke bezüglich der Lage gewisser Industrien außerhalb der Städte. Es ist auch imstande, hinsichtlich der Erziehung, der Bürgerrechte und Bürgerpflichten und des Landeserwerbes im Staate Batschläge zu erteilen und will den manigfachen Bedürfnissen der Einwanderer im Staate dienen, sie mit den Gesetzen, die zu ihrem Schutze bestehen, bekannt machen, auf daß aus ihnen nützliehe und prosperierende Bürger werden. * * * 25 Dollars nicht mehr notwendig. Wie die New-Yorker „Staatszeitung" berichtet, hat der Staatssekretär Nagel mittelst nachstehenden Erlasses

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