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Neue Nationalzeitung · 1911-05-05 · Heft 9 (5.5.1911) · p. Seite 4

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 9 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ,Neue National-Zeitung" Nr. 9 Nunmehr überging Dr. Landau zum politischen Teil seines Programms, das er in detaillierter Weise auseinandersetzte. Er wies nach, wie läppisch die Behauptung eines Lemberger Blättchens, sei, welches ihn einen „Wiener Datsch" nannte. Es komme nicht darauf an, ob man in Lemberg oder in Wien wohnt, sondern ob man etwas für die galizischen Juden leiste und zu leisten in der Lage sei. Mit Recht durfte Dr. Landau ausrufen: „Wenn man so wie ich seit über 20 Jahren seine ganze politische und publizistische Tätigkeit den jüdischen Volksmassen in Galizien zuwendet, wenn man, wie ich im Jahre 1897, für die Linderung der Not der Boryslawer jüdischen Bergarbeiter, dann bei der Gründung der galizischen Kolonie Machnajim, bei der Beseitigung der Massentaufen jüdischer Waisenkinder in Bobrek tätig war, wenn man stets in Wort und Schrift für eine wirtschaftliche Hilfsaktion eingetreten ist, wenn man in Wien unablässig nur die Interessen der galizischen Juden vertritt — dann darf man wohl über so kindische Anzapfungen mit einem Achselzucken der Verachtung hinweggehen." Als die wichtigsten Aufgaben eines jüdischnationalen Abgeordneten erklärte Dr. Landau das mutige Eintreten für die Beobachtung der Staatsgrundgesetze und für die wirtschaftliche Hebung des jüdischen Mittelstandes. Die Lemberger Enquete des Landesausschusses sei nur eine Komödie gewesen, bestimmt, die jüdischen Wähler irrezuführen. Zu praktischen Resultaten werde sie nie führen. Dieselben seien nur von der Selbsthilfe und von der wirtschaftlichen Organisation der jüdischen Massen zu erwarten. Dazu gehören aber auch Führer, die Initiative, Tatkraft und Opferwilligkeit besitzen. Doktor Landau versprach im Falle seiner Wahl hauptsächlich in wirtschaftlicher Beziehung tätig zu sein. Die große Versammlung hörte diesen in unserer Gegend ganz neuen Anregungen und Ausführungen mit großer Spannung zu und spendete ihnen reichen Beifall. Der Antrag des Herrn Moses Horowitz, Herrn Dr. S. R. Landau zum Reichsratskandidaten unseres Wahlkreises zu b ei s teilen), wurde eijnsltinilmig angenommen. Noch am selben Tage hat sich ein Wahlkomitee konstituiert, welches die Agitation in Angriff nehmen wird. In unserer Stadt bilden die Juden 86 Prozent der Wähler. * * Berichte aus Buczacz den 30. April. Nach Anhörung des für einige Tage eingelangten Dr. S. R. Landau hat sich hier ein Wahlkomitee aus Vertretern der verschiedensten Berufskreise zur Förderung seiner Kandidatur gebildet. In einer heute veranstalteten Versammlung, zu der jedoch nur sehr wenige Wähler erschienen sind, versuchte der Advokaturskandidat Dr. Spindel aus Lemberg im höheren „zionistischen" Auftrage, Herrn Dr. Landau persönlich zu verdächtigen und als Kandidaten des Polenklubs hinzustellen. Dieses schmähliche Manöver fand die gebührende Aufnahme. Gerade von zionistischer Seite wurde dem Herrn Abgesandten beigebracht, daß hier Dr. Landau viel zu gut bekannt ist, als daß eine solche Kampfesweise Eindruck machen könnte. In Sachen der Wahlagitation wolle man sich an Herrn Bankier David Neu mann wenden. * * * Vom Wahlkomitee erhalten wir nachstehenden Bericht: Buczacz, am 2. Mai. Mit besonderer Genugtuung hat die hiesige Wählerschaft den Bericht der „Neuen National- Zeitung", daß der Dr. S. R. Landau seine Kandidatur in dem 32. Wahlbezirke, das ist Buczacz-Sniatyn-Zaleszczyki aufstellt, entgegengenommen. V. Herr Dr. S. R. Landau ist in Galizien zufolge seiner vielen Leistungen für die galizisch-jüdischen Brüder allseits besonders beliebt und hegt jedes jüdische Herz besondere Sympathie für diesen verdienstvollen jüdischen Mann. Kein Wunder also, daß auch die Buczaczer jüdische Bürgerschaft sieine Kandidatur besonders unterstützen will. Vorigen Samstag, den 29. April, haben wir die Ehre gehabt, Herrn Dr. S. R. Landau, der in Galizien weilte, als unseren Gast zu begrüßen. Jdermann war interessiert, diesen langjährigen Vorkämpfer der jüdisch-nationalen Idee persönlich kennen zu lernen. Von den vielen Besuchen, die er in sehr liebenswürdiger Weise entgegennahm, wurde er unter anderem befragt, ob er im Falle seiner Wahl dem Jüdischen Klub beizutreten beabsichtige, was Herr Dr. Landau bejahte. Gleich am selben Tage hat sich ein enges jüdisch-nationales Wahlkomitee gegrimdet, welches den Beschluß faßte, Dr. Landau als Kandidaten aufzustellen und seine Kandidatur telegraphisch beim Zentralkomitee iii Lemberg zu empfehlen. Das Komitee gewinnt von Tag zu Tag an Mitgliedern. Das Komitee wird im Laufe der nächsten Woche eine große Wählerversammlung einberufen, dann wird Herr Dr. Landau eingeladen werden, damit er sich den Wählern vorstelle und sein Programm ausführlich entwickle. Alle Kreise der Bevölkerung sind für die Kandidatur des Dr. Landau, sogar zahlreiche Mitglieder des hiesigen zionistischen Kreißkomitees äußerten sich, daß sie gegen die Kandidatu. des Dr. Landau nichts haben, nur sind selbe von dem Lemberger Zentralkomitee abhängig und daher müssen sie sich abwartend verhalten. Es ist somit mit Bestimmtheit anzunehmen, daß auch das Zentralkomitee diese Kandidatur aufstellen wird, da doch dem Zentralkomitee daran gelegen sein muß, keine Spaltung und Stimmenzersplitterung unter den jüdischen Wählern hervorzurufen, umsomehr, da es sich bei der zionistischen Partei nicht um die Person, sondern um das Programm handelt und Herr Dr. Landau auf das jüdisch-nationale Programm kandidiert. Für das jüdisch-nationale Wahlkomitee: A. H. * * * Zwei Wählerversammlungen in Sniatyn den 2. Mai. Gestern hat Herr Dr. S. R. Landau hier zwei Wählerversammlungen abgehalten. Die eine fand Nachmittag in der Wiznitzer Klaus statt und war massenhaft besucht, die andere war speziell für die Mitglieder des hiesigen Handwerker-Unterstützungs-

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