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Neue Nationalzeitung · 1911-04-21 · Heft 8 (21.4.1911) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 8 (21.4.1911)
Date
1911-04-21
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „Neue Natioaai-Zeitung" Nr. 8 Außerdem waren zahlreiche Vertreter auswärtiger jüdischer Gemeinden und Organisationen erschienen. Im Namen der Petersburger Gemeinde begrüßten die Vorsteher M. A. Warschawsky und Advokat B. Sliosberg den Jubilar. Dr. J, L. Katzenelson verlas im Namen der vGesellschaft zur Verbreitung von Bildung unter den russischen Juden" eine Glückwunschadresse in hebräischer Sprache. Auch der Verein „Chowewe Sephath Eber" ließ dem Jubilar eine hebräische Adresse überreichen, die von Herrn Markon verlesen würde. Ferner gelangten u. a. folgende Glückwunsehadressen zur Verlesung: von der Redaktion der russisch-jüdischen Enzyklopädie ^Herr M. J. S c h e f t e 1), von der Petersburger jüdischen Akademie (hebräisch — Herr E f r o n), von den jüdischen Studenten der Petersburger Universität (hebräisch). Im Namen der jüdischen Gemeinde Moskau sprach Advokat W- A. Harkavy, im Namen der jüdischen Gemeinde W i 1 n a Herr Schiskin, im Namen der jüdischen Gemeinde Kowno Herr Bramson, im Namen der jüdischen Gemeinde Taganrog Herr M. B. Idelson, im Namen der jüdischen Gemeinde Li da Rabbiner Reines jr.. — Fernerwaren u. a. Begrüßungsschreiben eingetroffen von den jüdischen Gemeinden in Warschau, Bialystok, Kiew, Kischinew, Lodz, Minsk, Jekatermoslaw, Mohilew, Helsingfors usw.. Auch sämtliche jüdische Zeitungen und Verlagsgesellschaften Rußlands, zahlreiche Jeschiwoth und Rabbiner, sowie die jüdische Gemeinde in Jaffa, das Lehrerseminar des Hilfsvereins in Jerusalem und eine Gruppe von 200 Rabbinern aus Jerusalem hatten Glückwunschtelegramme eingesandt. Begrüßungsansprachen hielten ferner der Petersburger Kronrabbiner Dr. M. A. Eisenstadt, Dr. Rappaport aus Lemberg und Nahum Sokolow (hebräisch). Tiefgerührt dankte Dr. Harkavy schließlich für die überwältigende Kundgebung der Verehrung und Liebe, die ihm seitens der hervorragendsten Vertreter der russischen Judenheit bereitet worden war. Die christlichen Mönche in Palästina hetzen. In Haifa erscheint ein von christlichen Arabern herausgegebenes antisemitisches Blatt „El Karneel". Die Hetzartikel dieser Zeitung bereiten den dortigen Juden mannigfache Schwierigkeiten. So wurde die AUianceschule mit der Begründung geschlossen, daß die Lehrer nicht oltomantische Untertanen sind, und nur mit Mühe erlangte der Schulleiter die Suspendierung des Beschlusses auf 2 Wochen. Nun versuchte die lokale Administration auch den Bau des Technikums zu verhindern. Polizisten umstellten den Platz und vertrieben die Arbeiter. Es ist zweifellos, daß der „ Hilfsverein* gegen die lokale Administration sein Recht zu wahren wissen wird. Aber immerhin zeigen solche Vorfälle, wie dringend wir eine arabisch geschriebene Zeitung brauchen würden, die den Hetzereien der christlichen Mönche, deren Zentrum Haifa ist, entgegentreten würde. Die Anzahl der Juden in Bosnien. Nach den provisorischen Mitteilungen über die Ergebnisse der Volkszählung in Bosnien und der Herzegovina leben dort gegenwärtig 11.850 jüdische Seelen. Zeifschriften-T^undschau. Die Einwanderung der Juden in Sarajevo. Im „Saraje^oer Tagblatt" veröffentlicht unser Mitarbeiter Ch. Weitzner einen sehr interessanten Artikel über die Zeit, wann die Juden in Bosnien eingewandert sind. Er schreibt folgendes: . „Meine Behauptung, daß die Juden auch aus D a 1 in a t i e p, namentlich aus Bagnsa, hierher kamen (wohin sie aus Venedig einwanderten), begründe ich mit folgenden geschichtlichen Argumenten : Erstens wissen wir, daß Venedig damals eine der zahlreichsten Judengemeinden Italiens war (sie beschäftigten über 4000 Arbeiter. Clrätz, e, pag. 435), und daß die Republik den Juden feindlich gesinnt war. In Venedig wurde das erste „Gheto" eingeführt (März 1516). Dort hielt der Rat der Hgnoria die reiche spanische Jüdin Donna Gratia gefangen. Nachdem die Republik die Insel Cypern durch Josef von Naxos an Sultan Selhn verloren hatte (.1570:, Avurde vom Senate in Venedig beschlossen, als Rache alle Juden auszutreiben; wenn dies auch nicht ausgeführt Avurde, lastete doch schon die Absicht über ihren Häuptern wie das Damoklessclnvert. Noch im Juli 1573 bestand der Doge „Mocenigo" darauf, den früher gefaßten Beschluß zu A-ollstrecken, so daß \'iele es vorzogen, freiwillig auszuAvandern, und zwar nach der rivalisierenden Republik Ragusa. Als den Juden später auch in Rägusa der Aufenthalt verleidet Avurde (Avie es z. B. das bekannte Blutmärchen von Ragusa 1623 zeigte) und Aveil von 1526 bis 1718 Ragusa selbst unter türkischem Schutze stand und überhaupt Bosnien ja ein osmanisches Land Avar, das allen Juden Schutz geAvährte, ist es selbstverständlich, daß alle, AArelche nur konnten, nach Bosnien (dem auch Ragusa eine Zeit lang souArerän Avar) auswanderten. War doch der Verkehr zwischen diesen Republiken und Bosnien von jeher ein freundlicher und sehr intensiver, so daß die Juden gerne und leicht von Ragusa nach Bosnien herüberkamen. Auch der bekannte dalmatinische Schriftsteller Gjonovie, Apotheker in Castelnuovo, stimmt mir in einem Briefe an mich zu, daß die Juden aus Ragusa über Tophi nach der Pest 1526) in Sarajevo einwanderten. Nun Avurde ich Avieder vor einigen Tagen freudig überrascht, als mir Herr Dr Moritz Löwy mitteilte, daß er demnächst eine Broschüre veröffentlichen Averde, in welcher er auf Grund einer öidschilen-Sammlung (Scheriatsprotokolle), Avelche er in der hiesigen Kaisermoschee gefunden hatte, nacliAveisen wird, daß hier schon 1580 ein Juden viertel bestanden habe, als SiaAvus- Pascha, der Aeltere, den großen Han (Cifut-hana) daneben erbaute: auch Avird aus einer anderen Sidschile Reiche Dr. LöAvy mir zu lesen gab) nachgewiesen, daß schon 974 d. h. 1556 hier Juden wohnten." biste der Ausgetretenen. Vom 5. bis 10. April 1911. (Nr. 132—143.) Beiigh Ciarisse, Kleidermacherin, geh. 29. August 1879 in Veszprem, IX., Porzellangasse 24. Brum Robert, Fabriksbeamter, geb. 12 November 1881, Wien, IX., Liechtensteinstraße 81. Czech jeanttte, Private, geb. 11. Juli 1889 in Hohenau. Gomperz von Denta, Hau! Nathaniel, Student, geb. 9. März 1887 in Budapest, IX., Frankgasse 2. Glück Therese geb Schweinburg, . Privat, geb. 5. September 1838, IX, Peregringasse 1 Knödl Hermine, Kontoristin; geb 5. Oktober 1878, Wien, IX, Nußdorferstraße 4. Lustig Emilie, Vertreterin, geb. 24. Dezember 1867, Wien, IX, Roten LöAvengasse 19. Pollatsek-AUinger Leopold, Instrumentenmacher, geb. 2. November 1884, Wien, III, Geusaugasse 49. Schuller Liii, Ärztensgattin. geb. 14. Juni 1883, Wien, IX., SchAvarzspanierstraße 18 Wittner Dr. Otto, Schriftsteller, geb. 18. Jänner 1878 in Leipzig, XVIII., Schindlergasse 46. Ziusewski Hugo, Prokurist, geb. 14. Oktober 1858, Posen, Preußen, IX., Prechtlgasse 17. Zwillinger Otto, geb. 13 September 1877, Kontorist, IX., Liechtensteinstraße 56 HHBT Um für die Wahlbewegung den gebührenden Raum in unserem Blatte zu beschaffen, müssen wir die Rubrik „Jüdische Emigration" bis Ende Juni einstellen. IM Uebersiedlungsanzeige. Die Kanzlei des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. S. R. Landau befindet sich ab Mai 1911 ■C* I.. Oppolzergasse 4, -fwi (nächst dem Hofburgtheater).

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