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Neue Nationalzeitung · 1911-04-21 · Heft 8 (21.4.1911) · p. Seite 3

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 8 (21.4.1911)
Date
1911-04-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8 Neue National-Zeitung" Seite 3 mittelbar - triebhaften Charakters entkleidet — ein vorzüglich ausgestattetes Treibhaus kapitalistischer Gesinnung . . . Endlich sind es auch die Religionsvorschriften über die Beziehungen zu den Fremden, die in derselben Richtung wirksam sind, indem sie im Verkehr mit diesen viel lockere Geschäftsgrundsätze (Zinsgestaltung!) zulassen. Aber auch die jüdische Religion genügt Sombart nicht zur restlosen Erklärung der dominierenden Rolle der Juden beim Aufbau der modernen Volkswirtschaft. Sie will vielmehr selbst erst in der volklichen Eigenart der Juden ihren Entstehungsgrund finden. Das führt nun Sombart zur Betrachtung der subjektiven Eignung der Juden zum Kapitalismus, derjenigen „Grundzüge des Geistes und Charakters, denen bestimmte Wertvorstellungen und Zwecksetzungen, bestimmte Leistungen und Tätigkeiten, bestimmte Vorstellungs- und Willenskomplexe entsprechen" (312). Als markantesten Charakterzug des jüdischen Wesens erachtet Sombart — übereinstimmend mit der Mehrzahl der jüdischen Autoren — die überragende Geistigkeit, den Intellektualism u s, dem ein Mangel an empfindungs- und gefuhlhafter Beziehung zur Welt, ein Mangel an Anschaulichkeit und ein geringerer Sinn für das Persönliche entflammen. Als zweiten jüdischen Grundzug bezeichnet Sombart — die Zweckbedaehtheit, den T e 1 e o 1 ogismus, der stets nach dem „Tachlis" späht. „Die Fragen, die dem Juden das größte Interesse abgewinnen, sind: Warum? Wozu? Was tragt's? Was nützt's? Sein lebendigstes Interesse ist das E rf o 1 g s interesse, dem das Werkinteresse, das „Sachinteresse" gegenübersteht" (320). — Im Verein mit der jüdischen Willensstärke ergibt sich hieraus ihre Zielstrebigkeit, ihr Voluntarismus oder Energismus, wozu sich endlich ihre ungemeine Beweglichkeit, ihr Mobilismus gesellt. Aus diesen vier Eigenschaften will nun Sombart sämtliche Charakterzüge des jüdischen Wesens, wie etwa ihre fieberhafte Rastlosigkeit, ihre elastische Anpassungsfähigkeit etc. abgeleitet wissen. IV. Das winzige Judenvolk als Umgestalter der Kulturwelt . . . Woher hat es diese ungeheure Kraft geschöpft? Wie ist dieses eigenartige jüdische Wesen entstanden? Ohne über das allgemeine — noch lange nicht entwirrte — Rassenproblem, wie über das jüdische, insbesondere ein definitives Urteil abgeben zu können, gelangt Sombart doch zur Erkenntnis, daß „der anthropologische Charakter der Juden ebenso wie ihr geistiges Wesen seit mehreren tausend Jahren konstant geblieben ist". Demgemäß ist der dritte Abschnitt des Sombartschen Werkes dem Nachweise der blutsmäßigen Verankerung des jüdischen Wesens gewidmet. „Die Juden sind ein ewiges Wüsten- Wandervolk durch Anpassung und A u s 1 e s e." Ein orientalisches Wüstenvolk — von der glühenden Sonn© in einer trocken-heißen Luft ausgekocht . . . Aus diesem Lebensschicksal will Sombart sämtliche Grundzüge des jüdischen Wesens ableiten. Vor allem ihre überwuchernde Geistigkeit, ihren Rationalismus. „Die scharfen Konturen heißer, trockener Länder, die grellen Sonnenflecke neben den tiefen Schlagschatten, die hellen Sternennächte, die erstarrte Natur: alles dies läßt sich wohl bildlich in das eine Wort des „Abstrakten" zusammenfassen, dem das „konkrete" Wesen alles Nordens, wo das Wasser reichlich fließt, gegenübertritt, die Verschiedenheit aller Umgebung, die Lebendigkeit der Natur in Wald und Feld, die dampfende Scholle . . ." (421.) Nun geschieht das hochbedeutsame welthistorische Ereignis, daß dieses heiße Wüsten-Waradervolk unter die naßkalten, schwerblütigen bodenständigen Nordlandsvölker verschlagen wird. Zwei wesensverschiedene Welten begegnen sich nun: Süd und Nord, Wüste und Wald, Sonnenglut und Nebel, Sand und Sumpf, Nomaden und Ackerbauer, Bodenfremde und Siedler, Fata morgana und Nebelstreif, kurzum „Saharismus" und „Silvandsmus" . . . Und das Gleichwirkende dieser grundverschiedenen Kraftrichtungen war — die modern-kapitalistische Kultur. In eine urwüchsige am „Konkreten", Triebhaften haftende Welt ist ein abstrakter, rastlos irrender Geäst gedrungen. Bald mußte sich alles Rationalistisch-abstrakte um ihn scharen. „Die Juden wurden die Herren des Geldes und durch das Geld — die Herren der Welt" . . . (427). — Ein Resultat jüdischer Eigenart wird nun das Geld seinerseits zum Förderer derselben. Auf die Erhaltung seiner Eigenart bedacht, hat sich das Judenvolk ins Ghetto, wie eine Kröte in ihr Häuschen, zurückgezogen, von der Außenwelt abger schlössen, um sie von dort aus desto sicherer zu beherrschen. Wiederum also bringt das Ghetto ein Resultat jüdischer Eigenart, das jüdische Wesen noch schärfer und prägnanter zum Ausdruck. So sieht Sombart alles — subjektive Eigenart wie objektive Umstände — in derselben Richtung wirken, die Juden zu Urhebern und Lenkern des modernen Wirtschaftslebens und den Kapitalismus zur Verkörperung des jüdischen Wesens gestaltend. * * * Als ich dieses wissenschaftliche und — wie es Sombart selbst bezeichnet — „einseitige" Buch las, schwebte mir fortwährend ein Antlitz vor, das behutsam, aber oft vergebens die tief innere Abneigung hinter eine verständnisvolle Sachlichkeit zu verbergen sucht... Aus jener, nicht aus dieser ist dieses Buch geboren. Diese hat es bloß mit seiner scharfen Waffe und blankem Rüstzeuge versehen ... Es ist, bewahre, kein Tendenzbuch. Und in dieser harmonischen Uebereinstimmung gefühlsmäßiger Abneigung und wissenschaftlicher Sachlichkeit ist ein hochernstes Mahnzeichen enthalten — ein Mahnzeichen für den Mohr, der seine Schuldigkeit getan... Unsere P. T. Abonnenten werden um die Begleichung der rückständigen Abonnements-Gebühr höflichst ersucht. Die Administration.

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