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Neue Nationalzeitung · 1911-04-07 · Heft 7 (7.4.1911) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 7 (7.4.1911)
Date
1911-04-07
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 „Neue National-Zeitung' Nr. , in den Landtag auf Grund der einmütigen Beschlüsse unserer Vertrauensmänner und Volksversammlungen die folgenden Männer: Am 2. April d. J.: 1. In der allgemeinen Wählerklasse der Städte (Czernowilz, Kotzman, Kimpolung, Wiznitz, Storozynetz, Radautz, Sereth, Suczawa, Guramohura, und Dornawatra) zum Landtagsabgeordneten: Dr. Salo Weißeiberger, Vizebürgermeister in Czernowilz und zum Ersatzmann: Philipp F ü 11 e n b a u m, Apolheker in Czernowilz; 2. in der allgemeinen Wählerklasse der Landgemeinden Dr. Isidor K a t z, Bürgermeister in Storozynetz. Am 28. April d. J.: in der Zensuskurie, und zwar: 3. in der Landeshauptstadt Czernowitz samt Vorstädten zum Landtagsabgeordnelen: Dr. Benno Straucher, Advokat in Czernowitz und zum Ersatzmann : Dr. Berthold Frucht, Zahnarzt in Czernowilz; 4. in allen übrigen Städten (mit Ausnahme Czernowitz) zum Landtagsabgeordneten: Dr. Neumann Wender; endlich 5. in den Landgemeinden Sigmund Weiß glas, Grundbesilzer in Zaslawna. * * * Der erste Wahltag. Am 2. April ist die erste Wahlschlacht zwischen der Straueher- und Kellner-Partei geschlagen. worden. Die Bulletins lauten vorläufig zugunsten Dr. Strauchers. In der allgemeinen Wählerklasse der Ländgemeinden ist der Kandidat der Jüdischen Natiohalparlei, Bürgermeister Dr. Katz, mit 5064 Stimmen, gegen den Anhänger Dr. Kellners, Dr. F o k s c h a n e r, auf den 3537 Stimmen entfielen, gewählt worden. In der allgemeinen Wählerklasse der Städte ist keine endgiltige Entscheidung gefallen. Der Kandidat Strauchers, Doktor W e i s s e 1 b e r g e r, erhielt 4854, Professor Kellner selbst 4094, Professor Skedl, als deutscher Minorilälskandidat 3273 und der Sozialdemokrat; 13^9 Stimmen. Es muß daher am 7. d. M. die Wahl wiederholt werden und es dürfte höchstwahrscheinlich, wenn auch die Sozialdemokraten nicht mehr ihre eigene Kandidatur aufrechterhalten werden, ebenfalls keine endgiltige Entscheidung fallen, da keiner der Kandidaten die absolute Majorität von zirka 7000 Stimmen erhalten wird. So wird es zu einer dritten Wahl, als Stichwahl, kommen und das Allerschönste wäre, was wir erwarten, daß beide Juden gewählt werden. Das wird für die jüdische Bevölkerung die beste Satisfaktion sein für die Vorenthaltung des jüdischen Wahlkatasters. Und wenn Professor Skedl, dieser verkappte Antisemit, am Boden hegen wird, umso besser. Generalversammlung des „Verbandes der östlichen Juden". Wien, 4. April. Am 3. April, 8 Uhr abends fand in den Saallokalilälen des Restaurants Kbuner die Generalversammlung des Verbandes statt. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde vom Präsidenten Dr. S. R. Landau eröffnet. Derselbe erstattete einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über die neunmonatliche Tätigkeit des Verbandes und entnehmen wir demselben folgendes: Meine Herren! Wir haben uns bemüht, das Beste für unseren Verband zu tun. Es bat sich uns vorerst darum gehaudelf, die weiteste Aufmerksamkeit in Wien und im Osten auf uns zu lenken. Sie werden mit mir überzeugt sein, daß uns das gelungen ist. Wenn auch der Verband jung ist, so können wir mit Stolz sagen, daß schon heute weithinaus bis in den Osten Galiziens und der Bukowina unser Verband als eine Notwendigkeit empfunden wird. Wir haben in der vergangenen Zeit zwei große Aktionen eingeleitet und zwar den Oppositionskampf bei den Kultuswahlen in Wien und die Massendeputation der Schenker. Bei den Kultuswahlen hat es sich darum gehandelt, uns in Wählerversammlungen der Oeffentlichkeit vorzustellen und unser Programm bekannt zu machen. Wir haben mehrere Versammlungen veranstaltet und haben überall Zustimmung und Beifall gefunden; in die eigentliche Wahlaktion haben wir nicht eingegriffen, weil die unbedingt notwendige, von uns geforderte Koalition aller oppositionellen Elemente leider noch nicht von allen Seiten das richtige Verständnis gefunden hat. Kaum war diese Aktion zu Ende, als sich bereits die Notwendigkeit herausstellte, für die brotlos gewordenen tausenden galizischen Schenker etwas zu tun. Ich habe mich bereits am 31. Oktober 1910 — ich stelle hiemit an der Hand der Briefe fest — mit dem Reichsratsabgeordneten Ernst Breiter ins Einvernehmen gesetzt und ihm erklärt, daß wir uns ihm zum Empfange der Massendeputation zur Verfügung stellen. Wir haben dann ein Komitee eingesetzt unter Zuziehung von Vertretern anderer Vereine und sind daran gegangen, alles vorzubereiten, um die Schenker würdig zu empfangen, Quartier und Verpflegung vorzubereiten. Dazu hat man Geld gebraucht. Wir haben uns an die Oeffentlichkeit gewendet und es ist uns gelungen, über 6Ü0 K zusammenzubringen. Es war nicht viel, aber Sie wissen, daß man in einer Stadt, wo der Kultuspräsident erklärt, „für solche Sachen" kein Geld zu geben, eben sehr schwer arbeitet. Es sind ja doch nur „Polische". (Rufe: „Schön schauen wir in Wien aus!) Wir haben diesen Betrag erschöpft, indem wir hiefür die Auslagen für Quatiere, Mittage, Nschtmahl, Veranstaltung einer Versammlung etc. bestritten. Es sei mir gestaltet, von dieser Stelle dem Herrn kais. Rat Leopold Sachs, dem Verein der Tarnower, dem Verein „Achwa" und „Einheit", dem Herrn Apotheker Rudolf Ahl und allen Förderern der Schenkersache für ihrer1 Unterstützung unseren wärmsten Dank auszusprechen. Jüngst hat die Generalversammlung eines zionistischen Vereines stattgefunden und die Herren haben unter Entstellung der Tatsachen die ganze Schenker-Hilfsaktion auf ihre Initiative zurückgeführt, wiewohl, wenn es auf sie angekommen wäre, die 1700 Schenker weder Quartier noch Verpflegung gefunden hätten. Wir können ruhig der Oeffentlichkeit das Urteil über unsere Tätigkeit in der Schenkersache überlassen. Wir wollen für uns gar nichts. Uns war die Schenkersaehe keine Parteifrage, sondern eine Volks- und Herzensache. Es ist alles glatt vor sich gegangen; wir erwarten auch einen praktischen Erfolg. Das genügt uns. Für uns ist natürlich noch nicht alles erledigt; unser Sekretariat erhält täglich Zuschriften aus allen Gegenden mit Anfragen bezüglich der Rechtsmittel, mit der Bitte um Abfassung von Beschwerden und Interventionen. Wir sind bemüht, allen Wünschen nach Möglichkeit zu entsprechen und wollen auch künftighin der Schenkerfrage unsere besondere Aufmerksamkeit schenken. Wir sind weiters angegangen worden von galizischen Volksgenossen wegen Intervention bei der Wiener Chevra- Kadischa zwecks Unterstützung eines ambulanten Kranken und bei der Baron Hirsch-Schulstiftung wegen Beschaffung einer Unterslützung zum Besuche einer Wiener Handelsschule. In beiden Fällen hatte unsere Intervention Erfolg. Für Frau Babi F. aus Radautz, die vom Allgemeinen Rechtssehutzverein an unseren Verband gewiesen wuide, ist ein Gesuch um Umwandlung einer Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe verfaßt worden. Auch die Zentralstellen für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Berlin resp. in Wien haben sich an uns wegen eines Kindes aus Chrzanow gewendet. Wir haben uns auch an die Kultusgemeinden von Galizien und der Bukowina gewendet, damit dieselben unserem Verbände als unterstützende Mitglieder beitreten und es haben

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