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Neue Nationalzeitung · 1911-03-03 · Heft 5 (3.3.1911) · p. Seite 3

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 5 (3.3.1911)
Date
1911-03-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 „Neue National-Zeitung" Seite 3 Franzose oder Japaner zu sein. Ich achte alle Nationen gleich hoch, Ich habe mich dann mit einer Jüdin in erster Ehe verheiratet und mich dabei sehr wohl gefühlt. Ich habe viele jüdische Freunde, ich kenne das jüdische Familienleben. Ich habe mich auch sehr oft in starker innerer Opposition gegen Juden befunden. Ich habe also Erfahrungen gesammelt. Und nun will ich einige dieser Beobachtungen und Erfahrungen, die mir seltsam waren, hier mitteilen. Ich blicke herum bei jüdischen Familien und sehe hier, daß die Leute sich taufen lassen. Man sagt meist: aus Heuchelei oder aus irgendeiner Streberei. Ich weiß es nicht. Nichts ist törichter, als über Motive zu sprechen. Wir können die Menschen nicht aufmachen und in sie hineinsehen. Wir täuschen uns immerfort. Diskutieren können wir nur so, daß wir bei jedem Menschen anständige Motive voraussetzen. Aber das Merkwürdige ist: Juden, die nur das Bedürfnis haben, aus ihrer Vergangenheit herauszukommen und die sich dies durch die Taufe zu erleichtern glauben, bekommen nun sehr oft — denn die Erscheinung ist typisch — ein fanatisches Verhältnis zu dieser angenommenen Religion. Ich kenne Juden, die direkt katholische Mystiker geworden sind. Einer meiner besten Freunde, ein Jude, hat sich ohne jeden äußeren Anlaß taufen lassen. Er will Priester werden und ist einfach ein katholischer Mystiker. — Und nun denken sie sich, wie befremdend diese Erscheinung auf den Durchschnittskatholiken wirken muß, auf den indifferenten Katholiken, für den alles eine Form geworden ist und eine schöne Erinnerung, der die Kirche nicht verläßt, weil er sich sagt: meine Mutter ist so gerne zur Kirche gegangen; weil seine ersten Kindheitseindrücke noch nachwirken und bestehen. Wie erbittert müssen erst diese Katholiken und Protestanten sein, denen es tiefernst mit ihrer Religion ist, di i die fürchterlichsten inneren Krisen durchgemacht haben, um sich vom Dogma zu befreien und um sich auf der anderen Seite vom Durchschnittsmaterialismus freizumachen, der auf ihre tiefsten Probleme keine Antwort geben kann und die darum nach neuen religiösen Formen greifen. In ganz Deutschland und England kann man, wenn man aufmerksam hinsieht, sehnsüchtig zum Himmel emporgestreckte Hände erblicken, die nach einer neuen Religion suchen und verlangen. Und nun kommen da getaufte fromme Juden mit religiösen Bedürfnissen und entpuppen sich als die füchterlichsten religiösen Reaktionäre. Verstehen Sie, wie jeder Katholik und Protestant, ob er nun indifferent oder mit ernsten religiösen Bedürfnissen erfüllt ist, den getauften, aber dabei fromm gewordenen Juden einfach als etwas Entsetzliches ansieht? Statt daß uns diese Leute helfen müßten, schlagen sie sich in die finstere Vergangenheit zurück und werden so zu Karikaturen. Nun eine andere Seite : die soziale Karriere. Wir alle begegnen im Leben reich gewordenen Juden. Irgendein Jude, der sich sehr schwer emporgearbeitet hat und nun durch einen Glücksfall oder kaufmännische Genialität reich geworden ist, hat jährlich ein Einkommen von drei bis vier Millionen. Jeder weiß, daß dies in Berlin W nichts mehr außergewöhnlich Seltenes ist. Nun ist es interessant, was dieser reiche Jude mit dem Geld, das doch eine reale Macht ist, anfangen wird. Da ist so ein Jude aus Polen oder Posen oder irgend woher ganz frei von germanischer Vergangenheit in Berlin zur Macht gelangt und hat nun die Fähigkeit, auf deutsche Verhältnisse in irgendeinem engeren oder weiteren Kreise bestimmenden Einfluß auszuüben. Man meint füglich, daß er trachten werde, seine Farbe, seine Gedankenwelt durchzusetzen. Was aber tut dieser Jude? Er mietet sich ein Barockpalais, kauft sich ein königliches Schloß, womöglich unter der Bedingung, daß es den Titel „Königliches Schloß" weiterführen darf. Dem Mann muß doch eigentlich unheimlich sein in dem königlichen Schloß. Jedes Baroekornament müßte ihn doch daran erinnern, wie niederträchtig die Herren, die das Barockpalais erbaut haben, seine Väter und Großväter behandelt haben. Was für ein merkwürdiger Geschmack ist das, sich in eine Gegend hineinzusetzen, die der vollständige Ausdruck dessen ist, was die ärgsten Feinde des Judentums geschaffen haben. Genau so ists mit der Geselligkeit. Wir haben keine moderne Form der Geselligkeit mehr. Nun kommt ein Jude, unbelastet von allen germanischen Traditionen, also geeignet, eine neue Geselligkeit zu schaffen. Was tut aber der Jude? In England nimmt er sich einen Butler, einen Kammerdiener, der seinen Herrn bedient, und wird nun, was sehr lustig wirkt, der ängstliche Diener seines Bedienten, von dem er alle Gewohnheiten der Aristokraten lernt. Diese reichen Juden leben nicht ihr eigenes Leben, sondern sind in lächerlichster Weise die Affen und Bedienten einer fremden Geselligkeit und fremder Lebensgewohnheiten. Ueberall finden sie diese Erscheinung. Auch in der Literatur. Wie ungeheuer töricht ist das geheimnisvollelnteresse, die geheimnisvolle Sympathie, die jüdische Autoren für germanische Sagenkreise haben! Jeder von diesen Berliner modernen Juden macht ein verzücktes Gesicht, wenn er den Namen des König Artus hört. Warum? Er ist der König Artus für die Juden. Ich mißbillige diese Juden, aber psychologisch bewundere ich sie, ich bewundere das Gehirnkunststück, das sie zustande bringen Um noch einmal vom Reichtum der Juden zu sprechen: Was machen die reichgewordenen Juden mit ihrem Geld? Sie sind Wohltäter, manchmal in großem Stil. Schön, prachtvoll. Sie bauen dem deutschen Kaiser Kriegsschiffe. Sehr schön. Aber warum? Wozu? Sie geben dem Kaiser das Geld, damit er auch eine Luftflotte machen kann. Nun sagt man ja, das menschliche Leben beruht auf Beziehungen und Gegenbeziehungen, und wenn ich als reicher Jude dem deutschen Kaiser das Leben so erleichtere, so muß er doch auch mir wohl einen Gefallen tun. Was aber tut er? Er läßt meinen Sohn nicht Offizier werden! Er sagt dem reichen Juden: „Ja, Sie sind ein famoser Mensch. Sie haben mir jetzt wieder anderthalb Millionen gegeben für eine Regatta" oder so. „Aber es tut mir leid. Ihr Sohn kann doch nicht Richter werden. Das geht nicht. Das feinere Rechtsgefühl fehlt euch." Der Jude, der anderthalb Millionen gegeben, steht da und läßt sich das vom Kaiser oder von einem hohen Beamten sagen, der ihm dabei jovial auf die Schulter klopft: Sie sind ja eigentlich gar kein Jude! Was sind das, frage ich, für Menschen, denen man kein höheres Lob sagen kann, als wenn man ihnen sagt: das, was sie sind, sind sie eigentlich nicht? Nun denken Sie sich die breite Masse des Volkes, die Durchschnittsintelligenz des deutschen, französischen, tschechischen Volkes, die solchen Erscheinungen gegenübersteht. Alle diese Völker in Europa bestehen ja nur aus zwei großen Parteien, alles andere sind kleine Differenzen. Es gibt nur zwei Parteien, die herrschende, feudale, und die geknechtete, zur Freiheit strebende. (Schluß folgt.)

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