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Neue Nationalzeitung · 1911-01-16 · Heft 2 (16.1.1911) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XIII (1911)
Issue
Heft 2 (16.1.1911)
Date
1911-01-16
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 „Neue National-Zeitung" Nr. 2 MORRESPONDSNZSN Oesterreich-Ungarn. Die Massen-Deputation der jüdischen Schenker nach Wien. Wien. Die von uns bereits angekündigte Massen- Deputation der jüdischen Schenker nach Wien, um an den Stufen des Thrones und bei der Regierung eine rasche Abhilfe zu erbitten, dürfte gegen Ende des Monates mittels Separatzug aus Lemberg hier ankommen. Es ist zu erhoffen, daß der Kaiser eingedenk der Loyalität und der Anhänglichkeit der jüdischen Bevölkerung in Galizien, die von der Deputation zu erwählenden Delegierten empfangen wird. Gleichzeitig wird auch eine große jüdische Massen-Versammlung stattfinden, um der Deputation Gelegenheit zu geben, ihren Wiener Landsleuten und Glaubensgenossen den ganzen Jammer des Pogroms, von dem sie heimgesucht wurden, zu schildern. Das zum Empfange der Deputation eingesetzte Hilfskomitee hat aus den verschiedensten Kreisen der jüdischen Bevölkerung Zustimmungserklärungen erhalten und sind namhafte Beiträge zu erwarten. Zum Empfange der jüdischen ScMnker. Dem .Verbände der östlichen Juden in Wie n" sind zu obigem Zwecke nachsiebende Spenden zugekommen: Kais. Rath Leopold Sachs in Wien, 100 K. — Dr. S. R. Landau, Hof- und Gerichts-Advokat in Wien 20 K — Rudolf Ahl, Apotheker in Wien, 20 K. . - J Großbritannien. Lord Swaythling. (Samuel Montagu.) London. (Telegr. vom 13. d. M.) Heute ist Lord Swaythling, der mit seinem bürgerlichen Namen Samuel Montagu hieß, verschieden. Er war im Jahre 1832 in Leeds als Sohn des Bankiers Louis Samuel geboren und hat sich durch seinen Fleiß, seine Rechtschaffenheit und seine innige Anhänglichkeit an das Judentum nicht nur in der englischen Haute-Finanz, sondern auch im englischen Judentum eine der hervorragendsten Stellungen erworben. Lord Swaythling, der nach dezennienlanger Tätigkeit im Unterhaus, wo er den jüdischen East-End von London vertrat, ins Haus der Lords berufen wurde, war ein sehr frommer Jude und sehr viele jüdische rituelle Institutionen haben ihm ihre Existenz zu verdanken. Sein echt jüdisches Empfinden und seine große Opferwilligkeit hat er in den 80er Jahren an den Tag gelegt, als er nach Brody reiste, um den jüdischen Flüchtlingen zu helfen und dann durch Rußland und Polen Reisen unternahm, um die Lage der dortigen Juden zu studieren. Die russische Regierung hat ihn jedoch aus Moskau ausgewiesen. Von seinen Söhnen ist der älteste, der Schwiegersohn des Colonel Goldschmid, englischer Unterstaatssekretär. Lord Swaythlings Tod bedeutet für die englische Judenschaft einen ungemein schweren Verlust. bisfe der Ausgetretenen. Vom 1. bis 8. Jänner 1911. (Nr. 1—9.) Cerwinka Karoline, geb. 18. Mai 1890, Rosekitz, XVL, Thalheimergasse 51. Fischl Michael, Bankbeamter, geb. 1. Oktober 1870, Temesvar, VI., Gumpendorferstraße 22. Kolbert Jakob, Kaufmann, geb. 27. August 1878, Wien, I., Schulerstraße 3. Lichtblau Adolf, geb. 9. Juli 1884, Vösendorf. Schreiner Marie, Private, geb. 12. August 1877, Wien, IL, MiesbachgaiSise 5. Spielmann Helene, Private, geb. 5. Mai 1870, Poisdorf, bei Nikolsburg, IL, Komödiengasse 3. Tödemessy Adele, geb. 24. Dezember 1871, VI., Bofmiüilgasse 22. Traub Karl, Bankbeamter, geb. 10. Jänner 1891, Paho.na, Böhmen, IX., Türkenstraße 23. Wahle Ludwig, Kutscher, geb. 15. September 1887, Wien, XVIII., Staudga.sse 81. Briefkasten der Redaktion. Dr. S. in Krakau. Aktuellere Fragen gestatten uns diesmal noch Dicht, den Neujahrsartikel des Geheimrates Ludwig Geiger tiefer zu hängen. Aber da Herr Geiger an der moralischen Züehjfcigung, die ihm und seinem würdigen Mitarbeiter, dem Renegaten Lessing, wegen der Schmähartikel gegen die galizischen Juden von der gesammten unabhängigen jüdischen Presse zu Teil wurde, noch nicht genug hat und sich erdreistet, neuerlich selbst von den „Hauptanklagen des Herrn Lessing" d. h. von dessen Lügen und Verleumdungen zu behaupten, daß sie auf „einer richtigen Beurteilung der Zustände" beruhen, so werden wir selbstverständlich diese Frechheiten des senilen Geheimrates nicht unbeantwortet lassen. Der Präsident der Krakauer Kultusgemeinde, Herr Dr. Till es, würde aber gut tun, der Öffentlichkeit darüber zu berichten, wie weit seine Klage gegen Lessing gediehen ist. Denn die öffentliche Bekanntmachung des Dr. T i 11 e s, daß er den Lessing geklagt hat, wird von Geiger als ein „lächerliches Gerücht" bezeichnet. K. in Suezawa. Auf den Kampf Straucher-Kellner werden wir demnächst zurückkommen. Sie können jedoch versichert sein, daß uns diese Art des gehässigen persönlichen Kampfes schon anekelt. Wohin soll das führen, wenn sich zwei ergraute Männer, ein Universitätsprofessor und der Obmann einer jüdischen Parlamentsfraktion so wütend zerfleischen, zum Gaudium aller Judenfeinde? Volkswirtschaftliches. Kapitalsvermehrung der Yerkehrsbank. Im Inseratenteile unseres Blattes veröffentlicht die Verkehrsbank eine Einladung zum Bezüge von 20.000 neuen, ab 1 Jänner 1911 dividendenberechtigten Aktien, welche den Aktionären zum Kurse von K 360.— im Verhältnisse von 1: 5 angeboten werden. Der letzte Kurs dieser Aktien stellt sich auf zirka K 389.—. Durch diese Kapitalsvermehrung erhöht sich das Aktienkapital auf zirka 33.6 Millionen Kronen, die offenen Reserven auf zirka l1^ Millionen Kronen. Die Dividende, welche in den letzten Jahren K 19.— betrug, wird für das Jahr 1910 unter Aufrechterhaltung der außerordentlichen Dotationen des Reservefonds eine Erhöhung erfahren. Das Bezugsrecht auf die neuen Aktien muß bei sonstigem Verluste desselben in der Zeit vom 7. Jänner bis 16. Jänner d. J. ausgeübt werden. Hochfeines natürliches Tafelwasser *tft L 1 Natürlicher i i\[nsrpnPSauerbrunn J llV*Jl%l|W Lirhion-Ouelle. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben, Niederlage: Wien, I., Sonnenfelsgasse 4. Der Artikel „Dr. Hirsoh Hildesheimer über den zweiten Zionistenkongress" kann wegen Kaummangels erst in der n'äohiten Nummer erscheinen.

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