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Neue Nationalzeitung · 1910-09-30 · Heft 20 (30.9.1910) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XII (1910)
Issue
Heft 20 (30.9.1910)
Date
1910-09-30
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr.- 20 „Neue National-Zeitung Seite 9 Der greise Mendele-Mocher-Storim, wie der Vater der Jiddisch-Belletristik in Rußland genannt wird, reist demnächst nach New-York, um dort eine Vortrags-Tournee abzuhalten. Er darf auf einen Empfang rechnen, wie er noch nie einem jüdischen Schriftsteller zuteil wurde. Forschungen nach dem Grabe Davids. Baron Edmund von Rothschild soll bei der osmanischen Regierung Schritte unternommen haben, die darauf abzielen, die Autorisierung zur Anstellung von Nachforschungen nach der Lage des Grabes Davids in Palästina zu erhalten. Der Tod einer 112jährigen Jüdin. Im israelitischen Versorgungshause in der Seegasse ist vor einigen Tagen im 112. Lebensjahre Frau Katharina Lustig gestorben, die unzweifelhaft die älteste Wienerin war. Frau Lustig war am 2. Dezember 1798 in Szerdahelyi in Ungarn als Tochter eines armen Handelsmannes und als das achte von zehn Geschwistern geboren. In der Familie war Langlebigkeit ein Erbstück. Ihre Großmutter mütterlicherseits wurde 113, die Mutter ihres Vaters 110 Jahre alt; von ihren Geschwistern erreichte ein Bruder das 91. und eine Schwester das 90. Lebensjahr. Das Leben der nun Verstorbenen war nicht reich an „Ereignissen", doch reich an Kummer und Sorgen. Im Jahre 1816 beiratete sie ihren Mann, der Schneider in Tap in Ungarn war. Sie hatte zehn Kinder, von denen sechs starben. Die älteste Tochter, die 1822 geboren wurde, lebt in Budapest, ein Sohn, 1830 geboren, war Schuster, ein zweiter Sohn, 1832 geboren, Zimmermaler. Bei ihrem jüngsten Sohne, dem Handelsagenten Adolf Lustig, IX., Grünetorgasse 18, hat Frau Lustig bis vor kurzer Zeit gelebt. Ihren Gatten, der 105 Jahre alt wurde, verlor sie nach 75jähriger Ehe. Nach seinem Tode lebte sie in ärmlichen Verhältnissen in Tap. Sie hatte schon früher Schirme angefertigt und betrieb das Geschäft dann fort. So brachte sie sich von 1891 bis 1904 selbst fort. Dann erst hörte die Hundertsechsjährige zu arbeiten auf und lebte von den Unterstützungen ihrer Kinder. Aus dem einfachen Zimmerchen in Tap, das sie selbst in Ordnung brachte, übersiedelte sie im Frühjahre 1907 zu ihrem jüngsten Sohne nach Wien. Bis in die letzte Zeit war Frau Lustig trotz hohen Alters von erstaunlicher Rüstigkeit. Rüben Brainin, der bekannte hebräische Schriftsteller in Berlin, hat sich dieser Tage über Wien zu Studienzwecken nach Budapest begeben. Schiller Julius. Kaufmann, geb. 4. August 1879, Wien, IX., Sechsschimmelgasse 15. Stern Marie verehelichte Koref, geb. 22. Juli 1881, Patzau, IX., Lustkandlgasse 32. Weiss Elsa geb. Wolf, geb. 12. September 1877, Wien, IX., Berggasse 32. Weiss Artur, kais. Rat, Professor an* der Export-Akademie, geb. 28. Februar 1867, Groß-Jenikou, IX, Berggasse 32. Zolty Samuel, Opernsänger, geb. 17. September 1882, Warschau, IV., Schleifmühlgasse 1 a. Fleischer Sofie, geb. 8. Dezember 1881, Wien, X. Rieplrstr. 9. Hanak Julius, k. k. Realschullehrer, geb. 6. Juli 1880, IV., Johann Straußgasse 9. Häutler Emil, Reisender, geb. 1. September 1883, IV., Wiedener Hauptstraße. Neumann Marie Hanna, geb. 18. August 1891, Wien, XIX. Hauptstraße 77. Sinek Hans, Gymnasiast, geb. 11. September 1896, Wien, V. Zentagasse 3. Rumpier Helene Therese, Ingenieursgattin, geb. 6. März 1883 in Brünn, III., Hörnesgasse 10. Leopold Alexander, Privatbeamter, geb. 21. Oktober 1878 in Szinervaralja, VI., Kaunitzgasse 4. Berger Paula, Sprachenlehrerin, geb. 6. April 1884, Wien, VI. Stumpergasse 4S. Herrmann Hugo, geb. 13. April 1881 in Habern, II., Novarag. 44. Zweig Walter, Dr. prakt. Arzt, geb. 30. Oktober 1872 in Brünn, I., fetadiongasse 6. Stiassny Karl, Privatbeamter, geb. 6. Dezember 1883, Wien, VII., Neustiftgasse 107. Jskovitsch Alice, verehl. Blau, geb. 15. November 1886, Wien. Blau Max, geb. 8. März 1880, Wien. biste der Ausgetretenen. Vom 14. bis 27. September 1910. (Nr. 366—397.) Berger Käthe, Gymnasiastin, geb. 15. April 1886, Wien, IL, k. k. Rembrandtstraße 10. Bilring Emil, geb. 6. September 1886? Laut Zuschrift der Bezirkshauptmannschaft Bruck a. d. Leitha. Deutsch Felix, Hilfsarbeiter, geb. 9. April 1880, Ung.-Brod, X.. Herzgasse 38. Drucker Mates Jacob, Dolmetsch, geb. 1873, Grodek, IL, Ausstellungsstraße 21. Freiberger Neili, Privatbeamtin, geb. 6. Jänner 1875, Wien, VIII. , Alserstraße 7. Kanitz Gertrud, geb. 29. Dezember 1888, Wien, IX., Berggasse 14. Kauder Eugenie, geb. 1882, Linz, V., Schönbrunnerstraße 90. Kohnrad geb. Kassonitz Mariane Karoline. Privatbcamtensgattin, geb. 17. Dezember 1869, Wien, IX., Kolingasse 15. Neuhauser Friederike, geb. 9. März 1897, Vinkovce, XX., Treustraße 18. Pollak Laura, Sängerin, geb. 18. Juli 1871, Wien, IX., Pramergasse 12. Pollatschek Julie, Schneiderin, 16 November 1886, Wien, IX., Porzellangasse 52. Scherer Regine geb. Brauner, Revidentensgattin, geb. 6. Jänner 1875, III., Hintzerstraße 3. Schlesinger Robert, Chemiker, geb. 31. Jänner 1883, Wien, IX. , Glasergaese 17. Todesnachricht. Herrenhausmitglied Hofrat Dr. Karl Samuel Grünhut hat durch den Tod seiner Gattin Frau Julie Grün hut, geb. Meiseis, mit der er in glücklicher, fast 40jähriger Ehe gelebt hat, einen schweren Verlust erlitten. Die Verschiedene war eine Dame von hervorragenden geistigen Eigenschaften und eine treue Anhängerin des Judentums. Von ihren drei Töchtern ist die älteste, Frau Geheimrätiii Mathilde Sieghart, die einzige jüdische Excellenz in Oesterreich-Ungarn. J^otizen. Jüdisches Theater. Am 5. Oktober wird das Jüdische Theater im Hotel „Stefanie", II., Taborstraße 12, unter Leitung des Herrn S i e g 1 e r wieder eröffnet. Unter den engagierten Mitgliedern befinden sich die Damen Frau S i e g 1 e r, Fräulein Wein trau b, Frau S. Weinber g, Fräulein Menkes und Frau Stein, sowie die Herren Siegler, Reiß mann, Podzamce, Rosenstein, Deutsch, Stein, Weinberg, Binder, G r a f f u. a Die aus dem Vorjahre in bestem Andenken stehende Leitung hofft, den gesteigerten Erwartungen eines kunstsinnigen Publikums in vollem Maße gerecht zu werden. — Näheres die Tagesplakate. Briefkasten der Redaktion. Auf mehrere Anfragen. Die Adresse des „Verbandes der östlichen Juden* ist bis auf weiteres : Wien, I., Zelinkagasse Nr. 11. Mediziner. Der Nachfolger Zuckerkandis, Prof. Dr. T a n d 1 e r, ist längst getauft und mit einer Christin verheiratet. Dr. B. Zweifellos herrscht jetzt im Kriegsministerium ein anderer Geist als zur Zeit Uriels. Sie können es jedenfalls versuchen. J. F. Ihre Ansicht ist falsch. Hoffentlich überzeugen Sie sich aus dieser Nummer, daß wir auch nach jener Richtung ganz unabhängig sind. Hochfeines natürliches Tafelwasser Klösterle _ Narürlicner Sauerbrunn Lirhion-Ouelle. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben Niederlage: Wien, I., Sonnenfelsgasse 4.

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