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Neue Nationalzeitung · 1910-09-02 · Heft 18 (2.9.1910) · p. Seite 4

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XII (1910)
Issue
Heft 18 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 „Neue National-Zeitung'* ttr. 18 Die Schüler absolvieren nach einander Kurse für Brennerei, Schmiedearbeit, Tischlerei, für Gemüsegartenbau usw. Von 65 Schülern, die zu Beginn des Jahres (1909) die Anstalt frequentierten, haben zwölf im Frühling nach Absolvierung ihrer Studien die Schule verlassen und bei Gutsbesitzern in Galizien, darunter bei drei Christen, eine Anstellung (Bei wem und als was? Anm. d. Red.) gefunden. Zwei Schüler sind von der Lehrgutsgesellschaft in Steinhorst übernommen worden, die von früher her bereits zwei absolvierte Schüler von Slobodka beschäftigt hat. Diese Gesellschaft hat sich über die Dienste dieser jungen Leute sehr anerkennend ausgesprochen. Im Monate Mai wurde der Schülerstand auf 70 komplettiert; im August wurden ausnahmsweise noch weitere vier Schüler aufgenommen, während andererseits mehrere junge Leute aus verschiedenen Gründen die Anstalt verließen (aus Gesundheitsrücksichten, wegen der Auswanderung ihrer Eltern usw.). Zwei Schüler haben im Lande selbst Unterkunft (Wo? Anm. d. Red.) gefunden, sechs, darunter ein ehemaliger Zögling, wurden nach Argentinien geschickt, wo sie unsere Administration in den Kolonien Moisesville und Baron Hirsch unterbrachte. Gegen Ende des Jahres zählte die Schule 59 Zöglinge. Während der Passah-Feiertage begaben sich die Zöglinge zu ihren Eltern, die Eisenbahnverwaltung hat ihnen entgegenkommenderweise den Fahrpreis um die Hälfte ermäßigt. Die Schüler erhielten wie alljährlich behufs Aneiferung kleine Subventionen, die zusammen 1000 K betrugen, denn sie haben sich auch im vergangenen Jahre durch ihren Eifer, ihren guten Willen und ihre einwandfreie Disziplin ausgezeichnet. Sie lieben ihren Beruf und bleiben ihm fast alle treu. Zahlreiche absolvierte Zöglinge, insbesondere diejenigen, die sich in Kanada niedergelassen haben, stehen im Kontakt mit der Anstalt und haben sich wiederholt bereit erklärt, ihren jüngeren Kameraden beizustehen. Im Laufe des Jahres wurde das eigentliche Anstaltsgebäude vollständig renoviert, allerdings sind auch bereits die anderen Gebäude, wie die Scheunen, die Kaserne des Gendarmeriepostens, sehr reparatursbedürftig. Im August wurde in Slobodka eine Telegraphenstation eröffnet. Es sind auch Unterhandlungen eingeleitet worden behufs Ankaufs von 33 Joch Wald, die an unseren Besitz angrenzen und den Zugang zu einer Hauptstraße ermöglichen. Auch wurde ein neuer Förster angestellt. Im Jahre 1908/9 sind im ganzen 529 Joch angebaut worden. Für die Wintersaat wurden 241 Joch estimmt, für die Sommersaat 287 V2 Joch. Die Ernte war jedoch im Jahre 1908/9 von geringerem Ergebnis, als im vorangegangenem Jahre. Da jedoch die Preise höher waren, so blieben die Einnahmen so ziemlich gleich: 74.374 K im Jahre 1909 gegen 75.857 K im Jahre 1908. Die Kartoffel waren jedoch den gleichen Bodenprodukten des vergangenen Jahres überlegen und versprechen daher eine höhere Alkoholproduktion. Am 31. Dezember 1909 bestand das lebende Inventar der Schule aus 157 Tieren im Werte von 36.907 K, darunter 34 Pferde und 59 Kühe. Diese ergaben im Laufe des Jahres 507 Hektoliter Milch im Werte von K 5577*33. Sie diente hauptsächlich zur Ernährung der Schüler und des Personales, doch mußte noch eine weitere Quantität hierzu angekauft werden. In der Spiritusbrennerei wurden 829 Hektoliter Alkohol erzeugt, wovon 793*63 Hektoliter verkauft wurden. Hierfür wurde ein Betrag von K 33.295-44 erzielt. Die Alkoholproduktion wurde am 2. November 1908 begonnen und beträgt jetzt im Durchschnitt 3'95 Hektoliter täglich. Anatole Leroy-Beaulieu: Die bage der Juden in IRussland. (Schluß.) Da eine große Zahl der russischen Juden unter sich den Gebrauch des Jargons, des „Jiddisch" beibehalten hat, klagt man sie an, ob sie es wollen oder nicht, die Agenten des deutschen Einflusses, die Pioniere der deutschen Invasion zu sein. Während die Juden, sehr oft mit Unrecht, Sympathien für Deutschland verdächigt werden, bemühen sich die russischen Gesetze, sie nur ja an den Grenzen Deutschlands und Oesterreichs zusammenzudrängen, wo sie im Falle eines Konfliktes sehr gefährlich für die Sicherheit des Reiches würden. Daß Rußland Vor^ehtsmaßnahmen gegen den deutschen Einfluß und gegen die Gier der Pangermanisten trifft, kann die Franzosen weder in Erstaunen setzen, noch ärgern. Aber wenn man in Polen und den Westprovinzen des Reiches herumgereist ist, hat man Mühe zu glauben, daß dies der wirkliche Grund der manifestierten Feindseligkeit gegen die Israeliten seien. Die russische Regierung und die russische Verwaltung sind weit davon entfernt, das Mißtrauen und den Verdacht, die sie gegen die Juden hegen, deren Mehrzahl keine Verbindung mit Deutschland hat, den wirklichen Deutschen gegenüber zu zeigen, den Deutschen der Rasse oder der Nationalität nach, die sich in Polen und in ganz Ostrußland etabliert haben. Gerade diesen deutschen Kolonisten kommt die kaiserliche Regierung mit der größten Toleranz entgegen; sie behält all ihre Strenge nur für ihre israelitischen Untertanen oder für ihre slawischen Untertanen, die Polen, die kein Russe der Sympathien für Deutschland verdächtigen wird, die aber im Unrecht sind, weil sie ihren katholischen Glauben und ihre Nationalität nicht aufgeben wollen. Unter allen Argumenten, die der Emanzipation der Juden entgegengesetzt werden, ist das gewichtigste ohne Zweifel dasjenige, das ihnen die Teilnahme an der revolutionären Bewegung vorwirft. In den Augen vieler Russen, wie auch vieler Fremden waren die Juden die hauptsächlichsten Inspiratoren und Teilnehmer, wenn nicht gar die Agenten in Bezug auf das, was Petersburg und Moskau unpassend die „russische Revolution" zu nennen beliebten. Für sie gab es keine russische Revolution, sondern nur eine jüdische Revolution. Da sie nicht national war, konnte sie auch nicht triumphieren. Ohne die jüdischen Intellektuellen und ohne das jüdische Geld wäre das ungeheure Kaiserreich ewig unter dem väterlichen Szepter des autokratischen Zaren eingeschlafen; weder der ferne Kannonade von Mukden, noch den Kartätschen von Tsoushima wäre es gelungen, sie zu erwecken. Ist es nötig, auf derartige Bemerkungen Gewicht zu legen? Es ist dies ein Standpunkt kindischer Optimismus. Wenn das weitere Rußland ganz, sowie seine inneren Provinzen vor der Ansteckung

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