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Neue Nationalzeitung · 1910-04-01 · Heft 7 (1.4.1910) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XII (1910)
Issue
Heft 7 (1.4.1910)
Date
1910-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 7 wird aus Köln gemeldet, daß der Vorstand eine besondere Ritual-Aufsichtskommission ernannt hat. Die Kommissionsmitglieder wollen freiwillig neben und mit dem angestellten Mascbgiach (Aufseher) ihres Amtes walten. Die holländische Königin-Mütter und der — Tischa-beaw. Die Königin-Mutter von Holland wohnte kürzlich persönlich dem Wohltätigkeitskonzerte des jüdischen Gesangvereines in Haag bei und äußerte ihre Zufriedenheit über die Darbietung des Vereines. Im vorigen Jahre veranstalteten sämtliche Haager Musik- und Gesangsvereine eine Serenade, welche auf Wunsch der Königin verschoben wurde, weil der geplante Tag auf den Fasttag Tischa-beaw fiel und der jüdische Gesangsverein von einer Teilnahme ausgeschlossen gewesen wäre. Jüdisch-deutsche Aerzte in Russland. Die Preußische Medizinalverwaltung hat sich vor einiger Zeit an die russische Regierung mit dem Ersuchen gewandt, jüdischen Aerzten aus Deutschland im Bedarfsfalle den Aufenthalt in Rußland zu gestatten. Die russische Regierung erwiderte darauf, daß eine radikale Aenderung des russischen Paßsystems projektiert werde und bis dahin das Ersuchen nicht erfüllt werden könne. Das bedeutet eine glatte Absage. Hoffentlich werden auf diese endlich energische Schritte folgen. Die Juden im türkischen Heere. Der Beschluß der türkischen Regierung und des türkischen Parlaments, fortan auch Juden und Christen dem stehenden Heeresdienst einzureihen, ist zum Teil schon zur Ausführung gekommen. In Jerusalem wurden 600 Juden (250 Aschkenarim und 350 Sephardim) sowie 1365 Christen als tauglich zum Dienst bezeichnet. Von der Stimmung der pfälzischen Rekrulen, welche am Tage der Aushebung in öffentlichem Umzug ein Lied zu singen pflegen mit dem ständigen Refrain : „Drum, Brüder, seid lustig, seid fröhlich, es kommt keiner davon", ist hier allerdings nichts zu merken. Für viele jüdische Familien und die jüdische Gemeinde ist die neue Militärordre tatsächlich eine recht ernste, böse und sorgliche Angelegenheit geworden, zumal viele, wenn nicht alle der Gestellungspflichtigen bei der hier üblichen frühen Verheiratung Frau und Kinder zurücklassen, wenn sie in die Garnison gehen, welche ohne den Unterhalter und Ernährer der Not und Entbehrung ausgesetzt sein werden. Um den auf diese Weise drohenden Gefahren für die Familien der Einberufenen vorzubeugen und nach Kräften zu steuern, hat sich denn auch beieits ein Verein begründet, welcher sich, ■wo es die Umstände erheischen, während der Abwesenheit des Familienoberhauptes der Versorgung der hilflos zurückgelassenen Frauen und Kinder nach Kräften annehmen will. Ks kommt kein Unglück, es ist ein Glück dabei, und so darf man wenigstens eine segensreiche Frucht von der neuen Militärordnung erwarten, nämlich die Einschränkung der unvernünftig, physisch, moralisch und ökonomisch schädlichen frühen Heiraten, wie sie bisher namentlich unter den Juden in Palästina gang und gäbe waren. Ein „Mann" und Hausvater von 15 Jahren und eine „Frau" und Hausmutter von 12 oder 13 sind doch eigentlich, trotz südländischer und orientalischer Frühreife und Heißblütigkeit, ein Unding, wogegen der Zwang der Verhältnisse jetzt gewiß erfolgreicher ankämpfen wird als bisher die Stimme der Vernunft und Erfahrung. Ein »militärpflichtiges" Mädchen — eine rassische Spezialität. Die im Jahre 1887 geborene Adel Low, Tochter des jüdischen Kaufmanns L ö w in Zytomir, ist in der Administration unter den Männern registriert. Ihr Vater wurde vor längerer Zeit mit der Strafe von 300 Rubel belegt wegen „NichterftillungderMilitärpflicht seines Kindes". Der Vater, der von der falschen Registrierung seiner Tochter keine Ahnung hatte, klärte nun die Behörde über den Irrtum auf. Damit war aber di Angelegenheit noch nicht erledigt. Seit mehreren Monaten werden zwischen den verschiedenen Instanzen „Papiere" hin- und hergesandt, betreffend den „Juden Adel", der sich nicht zum Militärdienst gemeldet hat. — So etwas kann doch nur in Rußland verkommen! bisfe der Ausgetretenen. Vom 16. bis 28. März 1910. (Nr. 96 bis 121.) Bernat Isidor, Sänger, gel). 8. November 1898, Wien, 18. Bezirk, Antonigasse 50. Fischer Oskar, Tng. Chemiker, geb. 1. November 188(i, 3. Bezirk, Hauptstraße 15. Fischl Clara, Private, geb. (J. Dezember 1878, Wien, 1. Bezirk, Kolowratring 8. Goldarbeiter Paul, Verkäufer, geb. 26. Jänner 188o, Wien, 1. Bez., Bäckerstraße 6 Goldfinger Louise, Kontoristin, geb. 6. Juni 1893, Müdling, 4. Bezirk, Alleegasse 48. Hirsch Marie, Ladenmädchen, geb. 27. Oktober 1891, Wien, 10. Bezirk, IIartniuthgas.se 65. Hofmann Dr Moriu, k. k. Obcrkontrollor, geb. 24. Juni 186f>, in Polnisch-0 jtrau. Kraus Hernime, Private, geb. 1. Februar 1886 in Marienbad, 4 Bezirk, Weyringergsase 19. Seiboldt Anna geb. Weiss, Skontistensgattin, geboren 26 Dezember 1868, 2 Bezirk, Taborstraße 5. Wiener Johanna, Geschäftsführern!, geb. 15. Juni 1862 in Wien, 3. Bezirk, Hauptstraße 115. Winter Rosa, Private, geb. 1. August 1875 in Wien, 18. Bez., Gentzgasse 15. Czerwenka Ernest, Disponent, geb. 22. Oktober 1865, Wien, 2. Bezirk, Adambergergasse 1. Durst Martha, geb. 16. September 1887, Graz, Wien, 4. Bezirk, Gußhausstraße 22. Fein Franziska, geb. 7. Juli 1888, Wien. Gutmann Marie, geb. 20. November 1883, Wien. Koch Siegmund, geb. 3. August 1887, Wien, städt. Stadtbahn- Kondukteur, 12. Bezirk, Mandlgasse 18. Koch Josefine Rachel, städt. Stadtbalm-Kondukteursgattin, geb. 24. Februar 1871, AVien, 12. Bez., Mandlgasse 18. Löwy Franziska geb. 21. Oktober 1878, AVien, Musiklehrerin, 5. Bezirk, Schönbrunnerstraße 60. Pal Franziska, geb. Pollak, geb. 7. August 1872, AYien. Spiwak Moses, geb. 16. August 1879, Odessa, Artist, AVien, 2. Bezirk, Taborstraße 18. Spergl Arthur, geb. 29. November 1883, AAlen, Bückereigebilfe, AVien, 9. Bezirk, Liechtensteinstraße 103. Wohlmut Josefa, Artistin, geb. 16. Mai 1883, AVien, 2. Bezirk, Praterstraße 52. Woog Hilda, gel). 17. Februar 1890, Linz, AVien, 10. Bezirk, Gudrunstrase 120. Waszkoutzer Emil. k. k. Militär-Kass^n-Akzessist, geb. 1871, Lukowetz, Bukowina, 8. Bezirk, Boter Hof 8. Perl Karl Wilhelm, Fabriksbeamter in Troppau, geb. 1. März 1875 in Ober-Gerspitz. Unsere P. T. Abonnenten werden um die Begleichung der rückständigen Abonnements-Gebühr höflichst ersucht. Die Administration. Hochfeines natürliches Tafelwasser \tt L 1 -. Natürlicher Klns prlPSauerbrunn J llwJlWllV Lirhion-Quelle. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben. Niederlage: Wien, I., Sonnenfelsgasse 4.

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