Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XII (1910)
- Issue
- Heft 3 (4.2.1910)
- Date
- 1910-02-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2425679-2425801-2425805--1589-2427957- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seife € „Netfe &ä%ionäl-Zeitung" Nr. 3 j. Theumänn, Wien, IL, Taborstraße 32. Selchwarenfabrik „Tauriä", G. in. b. H. (früher Leopold Ehrlich), Wien, XV. Herklotzgässe Nr. 17. Leopold P i o w a t i, Häuptniederlage: Wien, L, Adletgasse B, Franz Josefs-Kai 19, nicht unter semer Äitfsicht stehen, daß sie, wie erhöben wurde, WrrlBflb Fleisch verarbeiten und (Sie vöti 'demselben in den Handel geb tuchVen S e 1 chwaren daher *ir^ilDK sind. W i e n, im Jänner 1910. DasRabbinat der israel. Kultusgemeinde Wien." Hie Herren Selcher haben jefet Zeit, darübet nach- ^uderikeh, ob sie sich unter die Aufsicht des Rabbinates stellen wollen. Sollte dies in allerkürzester Zeit nicht geSchelfeh, iäänn wird es'gewiß nicht Schwer fallen, den Herren eine geeignete tittielle Ec^kurrenz zu schaffen. Auffällig aber ist es, daß die Zeitungen der Kultusgemeinde, die ja dafür von der Gemeinde bezahlt werden, damit sie aHe Publikationen des Rabbinates und des fatflfemte Veröffentlichen, gerade diese rituell hochwichtige Enunciation des Rabbinates v e rschwiegenhaben. Noch merkwürdiger ist es, daß 'Öiese ^ättör^tir lie vtfm Rabbinate verbotenen t r e f e Selchwäreh fteMaföie 'öfä'chen. IfterTcwuföige Zustände Sind doch in dieser Wiener 'Kitasgetteiriae. Ralfen «ich schon einmal Rabbinat 'tmd ^räöiäitfm 3ü einer *voh 'der gesamten Oeff entlichkeit gewünschten Maßregel j'auf, <3ahn sind es ihre eigenen ■ßlMfter/Öie darüber — schweigen. Mm fermmmmg |ödischer Jierrentäi&-WftffieÜBt. Wir hsftten jüngst 'die Berufung des Hofrates Dr. L'i'eVe'h zum Öeggtfstahäe einer Kritik gemacht. Unter ißezügnähtrle däraüf erhalten "wir von einer Persönlidhl&it, die durch ihre liervörrägende Stellung in die Intentionen der Regierung und Öie 'Personalien des Herrenhäuses^ingeWeüit 'ist, hochstehende Mitteilungen: Die 3 e u e *N a t-i b n a 1 - Z e i t u n g" hat durch ihre gegen cläs Ministerium 'B i e h e r t h gerichtete Kritik, soweit es sich um iien jüngsten Päirschüb handelte, der 'Regierung 'Unrecht getan. 'Ich kann Sie versichern, daiß von sehr 'hochgestellter Seite auf den llinisterpräsidenten^ein'Drtick versucht wurde, damit die Berufung eine's Juden itts Herrenhaus diesmal unterbleibe. Baron BienerthJh'ät "sich jedoch nicht gefügt und hat sich trotzdem, Weil "er den'Besitzstand respektiert, entschlossen, einen Julien zu 'berufen. 'Wenn nun zu dieser Würde Höfrat \Dr. L i'e'b e n auserkoren wurde, so ist dies auf den Umstand zurückzuführen, daß in den Weisen der;ftegierüng ^eme geeignetere Person nicht * bekannt Vshar. Tch schließe mich vollkommen' Ihrer Ansicht an, daß in ganz Oesterreich;keine einzige jüdisehe Persönlieh- 'keit ausfindig ^gemacht ^werden »könnte, deren Berufung ins 'Herrehhans von jüdischer; Seite *a 1 lg e m e i n erwünscht w^ 1 Ich^räuche-hieM erst darauf hinzuweisen, daß ein gewisser Handelskammerpräsident unmöglich wäre Ühd gewisse-Kultus^räsidenten auch Ihnen gewiß nicht genehm wären. So blieb nichts anderes übrig, als den hervorvorragenden Gelehrten Hofrat Lieben, den Schwager des Reichsgerichts - Präsidenten Dr. U n g e r, wenn er auch bereits pensioniert ist, zu berufen. Es bleibt noch eine Stelle im Herrenhaus für einen Juden frei, die demnächst besetzt werden wird. Auch hier verursacht die Wahl der richtigen jüdischen Persönlichkeit der Regierung große Schwierigkeiten. Was die Stellung der jüdischen Herrenhaus-Mitglieder betrifft, so unterliegt es keinem Zweifel, daß sie sich außerordentlicher Wertschätzung seitens aller Parteien erfreuen und daß speziell die Juristen unter ihnen (Hofrat Grünhüt und Hofrat Schey) die wichtigsten Referate erhalten. Doch hat sich für diese Herren bisher keine Gelegenheit gefunden, irgendwie hervorzutreten. Zu wünschen wäre allerdings, daß an Stelle des verstorbenen Baron Oppenh-eimer, der ständiges Mitglied der Delegationen war, ein anderer Jude delegiert werde. Denn in den Delegationen ist zweifellos für einen Juden, schon;mit Rücksicht auf die Verhältnisse in Rumänien, ein geeignetes Gebiet zur Betätigung. pRRGSPCiND&NZCN Öesterreich-Ungarn. Gemeinderat Ferdinand Klebinder. Wien. In kurzer Zeit ist nun von den fünf jüdischen Gemeinderäten bereits der zweite gestorben. Nach -Baurat von Goldschmidt jetzt Ferdinand Klebinder. Und nun wiederholte sich das merkwürdige Schauspiel, daß der antisemitische Bürgermeister am jüdischen Friedhofe erschien, um einem Juden einen Nachruf zu widmen, nicht ohne Klausel, daß doch, der Tod Unparteilichkeit verlange. Klebinder hatte im Rathaus großen Einfluß. Er war seit Dezennien ein Intimus Dr. L u e g e r s und wenn ein Jude bei Dr. Lueger etwas durchsetzen konnte, so war es Klebinder. Er machte von diesem Einflüsse im Interesse der jüdischen Bevölkerung sehr oft Gebrauch. Er war ein guter und hilfsbereiter Mensch, er half gerne, wo und wie er konnte. Politisch war Klebinder ein alter Liberaler und darum ein Anhänger der Assimilation. Er fühlte sich aber trotzdem als Jude. Als langjähriger Redakteur des „Wiener Tagblatt" hat er stets energisch gegen die antisemitische Bewegung Stellung genommen. Der Tod Klebinders ist gerade jetzt, wo sich allerhand getaufte Streber in den Gemeinderat auf den Schultern der jüdischen Wähler drängen, ein schwerer und schmerzlicher Verlust für die Wiener Juden. ■* Der 100« Geburtstag von L. A. Frankl. Wien. Am 2. Februar versammelte sich der Kultusvorstand, um den 100. Geburtstag seines weil. Sekretärs L. A. Frankl zu ehren. Präsident Doktor Stern hielt die Fe strede, die sowohl dem Juden als auch dem Dichter galt. Er hob dabei die Verdienste des Verewigten um die Gründung der Lämmelschule in Jerusalem und des hiesigen Blinden-Instituts hervor: . „Gern und willig folgte er dem an ihn ergangenen Hufe nach dem heiligen Lande unserer Väter und dort war es, wo über seine Initiative'von einer edlen Frau, Elise Herz, geb.