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Neue Nationalzeitung · 1909-09-10 · Heft 19 (10.9.1909) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XI (1909)
Issue
Heft 19 (10.9.1909)
Date
1909-09-10
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 19 „Neue National-Zeitung' Seite 9 Zeitschriften-Rundschau. Auf dem nächsten Zionistcnkongrcß in Hamburg soll bekanntlich sehr viel über die Agrarbank diskutiert werden. Diesem Thema widmet Dr. Felix Teilhaber im letzten Hefte des „Palästina" eine Besprechung, die er mit Detailvorschlägen abschließt. Der Verfasser betrachtet die Agrarbank als die P a naco e, die alle Wunden der Judenheit in Palästina heilen soll, insbesondere soll sie die Ansiedelung jüdischer Massen in Palästina bewirken und die Chaluka- Wirtschaft beseitigen. Das (Jeld aber sollen alle bestehenden jüdischen Groß-Ürganisationen hergeben. Ob das in der Praxis wohl möglich sein wird? In derselben Nummer findet sich auch ein Artikel von Dr. Hillel J o f f e (Sichron Jakob) über „D i e sanitäre n Verhältnisse Palästina s". Dr. Joffe kommt zum Resultat, daß in Palästina wohl der Prozentsatz der Sterbefälle ein geringerer ist, als in den meisten europäischen Staaten, daß jedoch die Morbidität (Krankheitsziffer) eine ziemlich hohe ist; es handelt sich hiebei hauptsächlich um Malaria und Augenkrankheiten. Juli, August und die Hälfte September zeichnen sich wieder so wie in Europa durch Krankheiten der Verdauungsorgane aus; dieser Krankheitstypus wird vorwiegend bei Kindern durch die Malaria gewöhnlich sehr kompliziert. Zur Zeit der großen Hitze wiederholen sich die Augenkrankheiten häufig, aber bis zu Ende dieses Zeitraumes sind sie noch immer nicht so gefährlich. Die wahrhaft schädliche Saison in Palästina beginnt erst zu Ende September und dauert bis Ende November. In diesem Jahresabschluß treten vor allem in den ungesunden Ortschaften schwere Malariafälle auf. Augenkrankheiten sind jetzt zwar nicht zahlreicher als im September, nehmen aber einen viel stürmischeren Verlauf. Während dieser Zeit kommen die gefährlichen Folgen dieser Krankheit viel häufiger zum Vorschein. Die Gefahr der Erblindung, falls ärztlicher Rat völlig fehlt, ist zu dieser Zeit leider mitunter gegeben. Während dieses Zeitabschnittes kommt die Dysenterie (Ruhr) öfters vor; einerseits infolge der schnellen Temperaturveränderung und des atmosphärischen Druckes, anderseits wegen der größeren Erschlaffung des an Malaria leidenden Organismus. Natürlich läßt sich all das Gesagte nicht auf alle Ortschaften Palästinas in gleichem Maße anwenden. An der Meeresküste z. B., dort, wo die Malaria-Erscheinungen im allgemeinen auftreten, entsprechen sie mehr der frühzeitigen Saison als diese Krankheiten im Jordantal. * Die Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" hat nach dein Tode Dr. Gustav K a r p e 1 e s* der Geheime Regierungsrat und Fniversitätsprofessor Dr. Ludwig G e i g e r, Sohn des verstorbenen Berliner Rabbiners Doktor Geiger, übernommen. Ein zionistisches Parteiblatt erinnerte bei diesem Anlasse, daß der neue Redakteur vor Jahren die Aberkennung des deutschen Staatsb ii r g e r r e c h t e s in Bezug auf die Zionisten in Deutschland gefordert hat. Am IG. September beginnt in Baltimore eine neue jüdische Wochenschrift „The Jewish Life" („Das jüdische heben") zu erscheinen. * Das Septeniberheft der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" hat folgenden Inhalt: I. A 1) h a n d- 1 ii n g e n. 1. Dr. S. W e i ß e n b e r g, Elisabothgrad: Die autoehtone Bevölkerung Palästinas in anthropologischer Beziehung. 2. Dr. Arthur Ruppin: Jüdische Schulkinder in preußischen Schulen. II. Statistisches Archiv. Der Zu- und Abzug von Juden in Breslau in den Jahren 1906/ 1907. Ehotrennmigen von Juden in Ungarn im.Jahre 1907. Die Budapester Juden nach ihrer Nationalität. Jahresbericht der Albane« Israelit© Universelle für 1908. Der IV. jüdische Turntag. Die jemenitischen Juden. III. Literatur. Statistische Uebersichten der Bevölkerungs- und Medizinalstatistik in graphischer Darstellung. Hochfeines natürliches Tafelwasser \ft "LI*. Narürlicher n nW PsÄ™ J VlV<JlVllV Lirhion-Quelle. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben. Niederlage: Wien, I., Sonnenfelsgasse 4. biste der Ausgetretenen. Vom 20. August bis 7. September 1909. (Nr. 377—396.) Fersten Anna, Schülerin, geb. 20. April 1896, Wien, IV. Schäffergasae 21. Fersten Heinrich, Student, geb. 7. Oktober 1891, Potok Zloty (Galizien), IV. Schäffergasse 21, Fersten Leo, Magister der Pharmazie, geb. 1. Februar 1862, Nadworna (Galizien), IV. Schäffergasse 21. Jordan Julius, Geschättsdiener, geb. 10. August 1877, Wien, XII. Meidlinger Hauptstraße 32. Kirschbaum Adele, geb 1887, Wien, XVIII. Hockgasse 13. Löninger Irene, Sängerin, geb. 2. Jänner 1888, Wien, XVIII. Dittesgasse 5. Platschik Otto, Friseur, geb. 9. November 1875, Wien, IX. Rauchfangkehrergasse 23/25. Popper Rachel, Private, geb. 23. September 1863, Fiume, XVIII. Kreutzgasse 3. Resler Anna, geb. 23. Jänner 1888, Wien, I. Rauhensteingasse 5. Ringer Johanna, Private, geb. 1. November 1880, Wien, VI Mariahilterstraße 67. Stauber Alfred, Ingenieur, geb. 26. Jänner 1874, Wien, II. Obere Donaustraße 57. Rosenfeld Wilhelm Anton, geb. 21. November 1890, Wien, XVI. Seitenberggasse 25. Meixner Markus, Handschuhmachergehilfe, geb. 26. November 1857 (Budapest) V. Kompertgasse 13. Rosenthal Jakob, Kaufmann, geb. 21. Jänner 1866, Wien, V. Margaretenstraße 34. Gross Robert, Lehrjunge, geb. 27. September 1894, Wien, II. Vorgartenstraße 205. Rosenthal Maximilian Dr., Schriftsteller, geb. 11. Februar 1881, Wien, VI. Amerlingstraße 19. Schnabel Berta. Private, geb. 24. September 1868, Hof (Oester» Schlesien), IX. Grünelorgasse J7. Glück Friedrich, Geechäflsdiener, geb. 26. Mai 1884, Wien, XVII. Kalvarisnberggasse 52. Weil Franz, Maler, geb. 24. Mai 1870, Wien, zur römischkatholischen Kirche übertreten. Nachtrag! Die Geschäfte der Lemberger „Kredit-Union". Wien. Die jüngst eröffnete „Kredit-Union" in Lemberg wurde von der zionistischen Parteileitung hauptsächlich zu dem Zwecke gegründet, um dem kleinen jüdischen Kaufmann und Gewerbetreibenden durch billigen Kredit beizustehen. In ihren Statuten heißt es auch an erster Stelle, daß ihr Zweck darin besteht, „die jüdische Bevölkerung Galiziens durch Erteilung billigen Kredites zu heben und zu fördern". Zu unserem größten Erstaunen wird uns jetzt aus bestimmter Quelle mitgeteilt, daß die Direktion der „Kredit-Union" in den letzten Tagen bei einer Wiener Bank, die ihr einen Kredit eingeräumt hat, Rimessen von LembergerGrosseskompteuren mit dem Akzept christlicher Bauern zum Reeskompte vorgelegt hat. Diese Rimessen wurden jedoch von der Bank abgelehnt. Dieser Vorgang, dessen Bedeutung wir hier gar nicht näher zu erörtern brauchen, ist ein derart unglaublicher, daß ihn wohl die Leitung der „Kredit-Union", an deren Spitze die Abg. Adolf Stand und Dr. Gabel sowie Herr Karl Stand und andere stehen, werden aufklären müssen. *_

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