Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XI (1909)
- Issue
- Heft 16 (30.7.1909)
- Date
- 1909-07-30
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2425679-2425773-2425790--1405-2427761- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite G „Neue- Natfonal-&gj;tung:". %.M U ünahni: ..erwidmete unseren 'Beratungen die , unübetfschätzbare 'Förderung1 eines stärk ei) und schnelle1. Geiste^, einer kläreh E^iclit,, eines stets sicheren' Ürf,rils. .$ejn Heinfiatland; ist .ebenso. untröstlich ..wie,\Virr über den Verlust -eines Mannes von solcher Bedeutung: Dieser Tötenltefe habe .ich. den Namen des Herrn J. Drei f hs'l|inzuzü(|'rigßp. Kaum.in unseren Verwaltung^ rat .eingetreten,, verhieß er, eines1 seiner tätigsten Mitglieder zu werden. Er besaß schöne Eigenschaften des Geistes und des Herzens, deren *^gnuji^en?^n^" hätten zugute ^Qmmqn > kß/in^n-ier^ö^zeiiig* voithinnen gegangen und weckte, in uns di« tiefe** Empfindung^ «ielaß das Uefbefti1?vfe-rgarigKchtist. '"Die* "Arbeit ist es, die dem Leben Dauer,,.verleiht,, ^umal wenn es ihm beschieden ist, sich änderen wohltätig zu erweisen... Unsere)Arbeit ist eine große und Wir empfinden''lebhafte' Genugtuung bei der Wahrnehmung dessen, was sie im letzten Jahre erbracht hat. Gestatten Sie mir, meine Herfen, Ihnen darüber einem kurzer* =ü^beTlblick 'zn; j^bea!'? .... ■ .. . >'i - >* - '„,-v , ' ff „x Die Koloiö^'M ^^eirtMen. ^1 Die» Kolonisation ist nach wie vor unser Hauptwerk. In Argentinien wächstj sie .regelmäßig von Jahr zu Jahr.' pie G^sämtneVolkernng1 unserer Kolonien betrug am 31'. Dezember 2875 Familien mit 15^771 Seelen, 500 Familien mit2kcJ0 feeele4\mer\r,''.als un[ Jahre 1907. Diese Juden widmen sich ganz den) .Ackerbaji. 4 Sie haben im Jahre 1908" insgesamt $450'. Hektar/ Ipepftanzt. Die befriedigenden Ereignisse' ittrer 'Är|>ei|/ ermöglichten es ihnen, nicht nut fcd 'leben,"1 sondern /jäuch uns die Gesamtsumme vorf 87j9.?04?Francg! 2ür ^mor.tisierung ihrer Schuld für die* erste' Ähsie^lungj!1 die Kosfejh der ihnen überlassenen Terrälris'un'cf" 'der Insfäilatiop, .zurückzu.- zahlen. Es ist' nicht uriintereskaiitT liihzu^ufügenj daß, die Kolonisten ohne Schwierigkeit rrnsta'häe^sind, auch andere Ausgaben zu1 Vefefen: Steuern, ' Beifräge zu den Schulen elc. Sie tragen alle Kosten des Gesundheitswesens. Die Gesellschaft.pr^fanisfe'rt; leitet oftcf1 ^streitet den Elementarunterricht; sie (hat 37 .Schulen .nlit d09 Lehrern und ir2529';ä& %fie anderen /Aufgaben werden von'de;n Ko^ö^isfen1 selbsV vergaltet: .Sie haben dieselben gestfhic'kt \: orgahWert:' D#s Genossenschafts4 System erstreckt sieh3 auf'den Einkauf der Erfordernisse des Lebensunterhalts', 1 auf51 die Bewirtschaftung und stuf den Verkauf ihrer Erzeugnisse. Sie machen von der Freiheit, die Atrien1 früher unbekannt war,,, in Argentinien den besten Gebrauch. Ihre Existenz ii\ Argentinien erregt den Neid der"Juclen in Rußland,.4t <, Die Zahl' derer, die r^acifi Argentinien abwandern, nimmt all'j ä'hr liefe 'zu i/pie/i^^hn. Jahjre, 19Q9: auf 5362 gestiegen. Sie verwerfen sj^ca u^^rJ((das Land, Km Arbeit zu suchen,' 'die sie oblieg Hujae, er^al^en.... Viele rinden dieselbe in .unseren Köloiuen und kp.mmeje,...um sich dort seßhaft zu ''dachen. \£jo hart $ie Arbeit ist, sind sie glucklich sie. anzunehmen,- m. Erwartung des m .....I imIi'.'MI. fn;i'lJ' "H. "m." i, i •. Tages, wo sie, nachdem sie Proben (ihrer Tüchtigkeit als Landarbeiter gegeben und die^'erforderlichent'ägrikulturellen Kenntnisse erworben' haben,1 ihrerseits (Kalpnisten werden. 'Mehr als vierhundert'Fhmilien sind im letzten Jahre inunsere Kolonien neuJ° aufgenommen worden; unsere Taglöhnerbevölkerung zählt gegenwärtig 279 Seelen. Dank diesem Modus der Ergänzung gedeihen unsere Kolonien und tragen zum Wohlstande des Landes bei. Außerhalb unserer Kolonien hat sich eine Anzahl von Familien auf Ländereien besetzt, die sie gepachtet haben und geschickt ausbeuten. Da sie den Wunsch hegen, Eigentümer zu werden, sprachen sie uns die Bitte aus/';feiif ftehi Gut"Lei vir/installiert zu '^werden' was wir''gewahrt hätten. , "Sie bringen ihr Vieh,'* ihre 'Ackergeräte1, »liefeztir1 Landwirtschaft LM'fofderHche,-'zu- -mal 'ihre Erfäm^Öhl'mit. Wir',"brauchen ihnenkeine Vorschitese3 zü gewähren.'|:! ' - , <U<.> , I' Ii fl ' "■■ » ' ' ' * " " Erfolge in Brasilien. „/ ... / .,»■> Sie kennen, m'eirie' Herren, flen Kdoriisätionsversuch, den wir• fit ßras il ieh. gemacht* habenr er war von'' Erfölg. pik1' Kolonisten m .„Philippson*" erhalten keine' Üntersfötzühg' mehr; sie leben von' ihrer Hände Arbeit, wie die in . Argentinien. Die Zahl der Bewohner wächst; ständig. Die, Kolonie* zählt 47 Acfce^baii-Bejriebie;1 67 Käuihaltungen, eine-Gesämt- •bevölkerting von' 3f 7' Seelen. 'Die Kolonisten habendihi Jahre 1908 mehr als .400 Hektar in Betrieb" gesetzt." Am Ende'des"-Jährfes 'rjpsäfoen 'sie' nicht ^weniger -als 1044 Stück Vieh'.' Wir' tragen, wie in Argentinien, Sorge rar den Un-terriclit!der Kinder. Die in" „Philippson'' eröffnete Schule hat 69 Schüler, Knaben und Mädchen.'Der Zeitpunkt für eine Erweiterung, der Kolonisation ib..diesem Gebiete''erscheint; 'gekommen. T)äjs Klima ,ist "-gut, der Böden fruchtbar,'* die Regierung bereitet den Einwanderern die heste" Alifti^hme. Fast{ alle Parzellen unseres Gutes sind besetztXvir Verhändeln wegen; des Ankaufs ausgedehnter 'Lariäfläclien^ ^ur denen zahlreiche Köiönjsten SveMenftahgesiedelt werden können. ..--..< . t Die jüdischen Landwirte; in Nordamerika. Nicht minder interessant ist fiie Entwicklung der jüdischen'Kolonisation' In den Vereinigten S t aa't e n und in K a n a/d a. In' den V e}r einigten S t a a t e ti ist sie alten üatuttte') sie bestand ^bereits, vor tLer Begründung rni^ere^^tjesellsßhä'ftsie dankt, ihr Entstehen jenen Emigrahren;1' welche, ihrer jammervollen' Lag"e überdrüssig, oder vertrieben durch, die, Verfolgungen' in Rumänien''*tihd''Kufiffand;' ineinem/freien Lände ihren Lebensunterhalt ^suchten." Spontan haben sje r sich "m verschiedenen Gebender! "der ßödenbearbeitung.v zugewafndt, die sie kaum kafr/nten.' Die Probezeit war hart, der Erfolg lange unsicher; die Mißerfolge haben sie nicht entmutigt. Noch größer war die £ahl d^rer,. die Ackerbauer rricht werden 'wollten ' oder' konnten'. Sie haben je1 nach'• ihrenfFähigkeiten'''''Y.t>n• ihrer-Intelligenz verschied^rteri GeHraufih .gemacht: sie 'ergriffen die yer- «chiedenartigsten Handw'erkb 1 odef 'bewerbe." Auch auf geistigem Gebiete haben ab ihren Platz eingenommen.!Die kmtliche, Statistik gab nach der Zählung'von 1900 eine jüdische Bevölkerung 'von :,l,i04ä.1800 Seelen an. Jedes Jahr hat seitdem eine Anzahl jüdischer Einwanderer gebracht, annähernd wie im Jahre 1907, wo sie>«0^.60ß beiihsg0sämlt i;i70>1.93 betrug. Im'-Jähre 1908, in welchep)' eine wirtschaftliche 'Krisi^ i^'^dkp. 'V^ir einigten Staaten herrschte',1. bfeli^'f " sie; auf1&2.32.6 unten .393 768; 1 :i' V .V.", ,.."-,^1 . , - Die jüdische Kolonisation in ^deri": Vei'eini^n Staaten ha^l, y.ef schiedene Formen. Es llgrbt1 Vereinzelte Landwirte und Gruppen, ungefähr zweitausend Familien, die nahezu zwölftausend Seelen repräsentieren. Diese Landwirte haben Vorschüsse von uns erhalten, die wir ihnen durch jene amerikanische Gesellschaft zugehen ließen, welche die Aufgabe übernommen hat, die Einwanderer seßhaft zu machen, und sich derselben mit einer Hingebung widmet, die über jedes Lob erhaben ist. Unsere Freunde in den Vereinigten Staaten haben festgestellt, daß es in fast allen Staaten der