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Neue Nationalzeitung · 1909-07-30 · Heft 16 (30.7.1909) · p. Seite 3

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XI (1909)
Issue
Heft 16 (30.7.1909)
Date
1909-07-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 16 „Neue National-Zeitung" Seite 3 Ich sagte, es sei ein Quellen werk für die neueste Geschichte des Judentums in Nordaus zionistischen Srhriften uns erstanden. Mehr als das. Wer überhaupt von der Kultur der neuesten Zeit sprechen oder schreiben wird, dem kann dieses eigenartige, vorzügliche Werk der Anregungen in Fülle darbieten. Denn die moderne Judenfrage ist ja doch nur ein Bruchstück der allgewaltigen sozialen Fragen, die unsere Zeit düfcehsturmen undihr keine Ruhe gönnen, bis sie gelöst sein werden. Wird dies in absehbarer Zeit geschehen? . Wer. wollte es «»wagen,"diese FYage. zu'beantworten, und gar1 imbejahenden SinneEittbrf'Teit 'clie^r spzia,legn ,Frage .eritrpÜtuns NoFclaus" Werk"und" währligh njcht de^kleinsten, nicht den unwichtigsten. Seit Mendelssohn,- ' Heine umct der Judenemanzip&tiöri beschäftigt die Judenfrage nicht allein die großen Geister des Judentums, sondern auch die penker .und Pichtier de« deutschen Volkes und andecen europäischeiYiNatiönen.' Und es ist bezeichnendyrwie^ftv gerade in u«sereri' Tageh, diese Frage "in DratrMn und Romanen, auf dem Theater, aber aüdh1 in 'anderen Dichtungswerken, sogar in Epen — man vergleiche jaur dasvßedißht ides großen;; tsdh&c^ii^pi^nj .Poeten. .VrSbücky „Bar Kochba." — behandelt wird. Eine bloß th^eörefiscKe Frage'-ist abfer die*zionistische Bewegung.. für N(?rdau und seine Gesinnungsgenossen nicht. .Erzeigt»uns, wie wir die merkwürdige Erscheinung auoh hiererleben, ,jlä'ß, dij^enigen, Reiche: die Angelegenheit am^ mejs^n/j)(ftrulirßn sollte, sie nicht verstehe^,, sie, niclit erkennen, oder besser gesagt,' nicht erkerinen wollen. Sie gleichen Odysseus, dem Vielgenannten, welcher,, in die heißerselmte>. Heimat.jZur^ckg§ke|irt, ,ftie.s.e nicht erkennt, dieser Gedanke wird* gleich in der ersten Abhandlung unsere^c&ftftpn *E-i n m p e I st r e i t" *) mit bewunderungswürdiger Klarheit und wohltuender Schärfe" ausgeführt. '[ ,; V1., . In diesem Artikel halt^NÖrdäu epe.^ejfir, reinigende und ..herzerfreuende Abrechnung ab, mit,, den sogenannten „theologischen" Gedern, ^'es'Zionismus^ I)ieser hat aty'r.. mit ,d.er.Theologie gar nichts £ütiii|. Er'pexjeutet .eine politische, wirtsdfiaftJiche^&iUeri'^eschic^ und sozio*- logische Bewegung.- Das wollen'g^racjg. chejenigen nicht einsehen,.iwelche dtese-Erscheinung als flas für ein 4urch die N,ot der Zeit dem Unier^ri'ge..nreis^eg^bepes.•. Yplk' notwendiges, wenn auch radikale^ He][fmU|ejr .betrachten und .freudig begrüßen sollten. Für „tHeqlQ^schje" Fragen, oder sagen wir besser, - f$r reHgiqsß PjjobJeBpe j zeigt unsere^. Zeit..weni^ fnte*esse. Per Geisl^der.^Zeu; otlenbarti sich .auchhier in def Herren eigenem' OjleisU?,,, Es, "heißt also,,4ßnfc Verständnisse für ^se Bewegung>äusweichep,- wenn, .man ihr, bewußt* ottei* üi^ewujt,ygara.nfremde Motive zur Voraussetzung. J£b% '.' ,-,v". -.i > -Vi»> Um, .nun foden 'imd' Nföntju^en,\e'ijn.e gajaz--klare Vorstellung. v.on'Üen > Zielen und Wegen-,des,Zionismus.fc zu verschaffen, veröffentlichte Nprdau i^'^g.di^ ^b,Handlung jPer^Zioriismus^, d&n er ein„rieues Wo'ri für eine sehr ajt£ Sache4*'« nennt* im^diesphV'erschöpfenden ^Afitikeh erhalte»,,wir Idie vöftetändige' Darstellung <Jex (Jenes^ der zionistischen Idee b'is 'aii? die,l'Zeit, ,4a j£jer?l .4m.. Herbs.te .1896-seinen Ätf üden'^aat^ vej&n^'giqhjte' und .|n Basel, J9e August*' 1097', 'der" erste zwnistisc^e .^p^greß - abgehalten wurde. Die Kongreßreffen rNqpft^s\, fei;, nach dem X^de IJerzls* des erstenJrä^ide^teiqj apa,]27.. Jpft 1905 zum ersteh Vorsitzeltiden 'des! VlI.' Kongresses, .gewähjjt wurde, geben . em--erscn^fQndes')Bpdj, d'äyon, wie p\ijpraus»' immer 'mehr' Anhänger gewannen,,! Ideen des Zionismus» aber auch von den Spaltungen, die im Innern der Gemeinschaft entstanden und ihre Einheit schwer bedrohten. Denn, täuschen wir uns darüber nicht, eine große Zerklüftung herrscht innerhalb der Partei, ein Hader, der meist dadurch hervorgerufen wurde, daß sehr viele, und nicht gerade die Unbedeutendsten in der Partei,..das sogenannte „Baseler Programm" für unhaltbar. bezeichnen. Es handelt sich hier um die Fraget: Welches Land ist am meisten geeignet, den» Boden für die Besiedlung ^un^KoJonis^ruj^Ä4uiJfi^ cU£*Jude»-«zu bilde»?* - : . Am 14. .j4ugujst :19£)7>^wurde der VIII. Kongreg diesmal in H nj^p^r ÜfifliA'i«ftVh g«**de—in derselben RaüptsTä^fr^um zweitenmale^die jFri^efipkonferenz-tagte^ welche von äTflen gesi^teljen Staaten« beider, Welten beschickt - wurde, j^chüg,,, er^ptef., damals Nordaus Wort; welches -d^n , Friedensfreuflden.,zurief'■: .'vSolaiige1 es" qirie Juderifräge gib.(, erwe]j>t sich die Zivilisation als eine Lüge und je<jle . diplomatische,) Konferenz zur Modifizierung der, Nächstenliebe undN; Menschlichkeit alseine, Komödie",, ,goldene un.d . wahre Worte,' denen in ähnliche^ Fonji <äer .unerniüoUiche. Agitator für eine'große Idee noch öfters^ updjjauch, «an?^andereriStelle Ausdruck verlieh, Oder is.1,. es^ nj^bt eine,-, gcoße Lüge, von Menschlichkeit zu reden, i während man sichi^Juden-1 fragen" konstruiert? U^be^ den,: fZionismus .und seine Gegner hafte Noroau;;,schon 18P^» ifMn 26v Apri-1, zu Berlin 'gesprochen. ,iÖ99(l,spricht erj und,, zwar am; 17. April, zu Ärriöter^m : über 4en »Zionismus und die jüdischen Kolonien^'in. ^euästinairn f.Marz 190U zu Paris. Hier behandelt er die , wichtige Fjcageder Zusammerigehörigkeit des^' Zio^smu^ imH den in .Palästina bestehenden jüdischen B^olon^en,, . welche er auf das schroffste verneint. ,,Re^en, gehalten in. Haag, 10. April 1900, in Xond^n' am\ 1 lf,.August 1900^. Abhandhangen ' über pPatrjotispfi^s ..und Zipnismus.% .einen sehr■ hätifigwiederholten Angriff, der Gegner,, über „Zionismus und Antisemitismus", iib.er >die 3edeutung^ „des Turnens für uns Juden" und andere Fragen,;welche mit der Regeneration (|e? .Judepfxims,, Jland in Hand gehen,** eine Gedenkrede auf Theodor Heijzl, gehalten acht Tage nach seinem rTode,ein,, ergreifendes Gedicht den-Marien des - Ifoten \geweihtn. (vervollständigen den Inhalt des überaus reichen Buches, , das..J^«rdau am 29. Juli auf; 'deri GeburtsJtagsj^sQh vpn seinen Freunden gelegt, und wöhi für äie Gebildeten ailer Völker, als das Dokument eines freien, hpchstreb^ndeja feistes ein willkommenes Geschenk bilden wjrd,. u :. , , . .. , Indem wir von Nordaus Buche, .jedenfalls einer originellen Ersctyeirumg , cter Hterarisclien Welt der modernen Tage, depi Pro^k^e einer [ wahrhaft idealen uhd tatkräftigen Bewegung unserer, Zeit,, scheiden,- keliren^ wir zu!'dem Vorworte zur^cKjj'rnit^em,er sein.Werk' einleitete. f . , , :._ y, . .. 1 Mit-wahrer Freude lesen wir hier, .djaß.er es durchaus nicht als „Schlußpurikt!' sehier zipn^lischeri. Tätigkeit bezeichnet. Für de^ uner^jidjichen,. st$ts schöpfe" rischen Mann, deq Mann ■ neuer weltbewegender. Ideen, der die ganze Bildung^unserer Z^lt umfaßt, ist. der' 60. Geburtstag ein Tag wie jeder andere,, heileibe kein- Schlußpunkt. Müde Seelen, piatter Geister mögeni sich nach Rühe selmeri. N ordä.u. aper, sagt; >Jch will auch' nach mehiem 60. Geburtstage,,. lange K,raft und Leben reichen, für das geschic^tliphe Ideajl d^^ jüdischen Volkeswirken-wie bis dahin". . , .. ... , . *) Zvieri \n der Zeitschn^t., *t>k^ Welt.« Nti 2,ät«Ö^ tfrachieneniv J.--;/ /t[ ,,a(Jft Vt ::a ~J7~ T.i

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