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Neue Nationalzeitung · 1909-07-16 · Heft 15 (16.7.1909) · p. Seite 10

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XI (1909)
Issue
Heft 15 (16.7.1909)
Date
1909-07-16
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10__„Neue National-Zeitung" einigen Stimmen Majorität erfolgte, darf darüber nicht hinwegtäuschen, daß in Galizien jüdische Techniker Juristen und Aerzle vom Bezirks- und Landesdienst offenkundig ganz ausgeschaltet werden, ohne daß selbst der Schein einer Respektierung der Staatsgrundgesetze beobachtet würde. Herr Aschkenase, seine Hintermänner und Handlanger, deren assimilatorische Presse in der letzten Zeit mit soviel Denunziationen gegen die Zionislen gearbeitet hat, hätten viel Wichtigeres zu tun, wenn sie wirklich nur das jüdische Interesse im Auge hätten. Die Einwanderung nach New-York. Wie wir in der vorigen Nummer berichtet haben, hat der New-Yorker Einwanderungs-Kommissär K e e f e dem Handelssekretär Nagel empfohlen, die Tätigkeit der Informations-Abteilung bezüglich der Sammlung und Verbreitung von Auskunft unter den Einwanderern in New-York einzustellen, weil sie mit dem Gesetz in Widerspruch stehe. Sekretär Nagel erklärt jedoch jetzt in einer amtlichen Verfügung, er könne sich mit diesem Vorschlag nicht einverstanden erklären und für den von ihm eingenommenen Standpunkt dürfe er sich auf den Solizitor Earl berufen. Seiner Ansicht nach werde dem Gesetze eine viel zu enge Auslegung gegeben. Von der Sammlung und Verbreitung nützlicher Auskunft sei darin zwar tatsächlich die Rede, aber es werde auch bestimmt, daß es Aufgabe der beregten Abteilung sein solle, eine wohltätige Verteilung der zugelassenen Ausländer auf die verschiedenen Staaten und Territorien, welche Einwanderung wünschen, zu fördern. „Ich kann mich der IJeberzeugung nicht verschließen," sagt der Sekretär, „daß der Kongreß tatsächlich nicht allein beabsichtigt hat, die Verteilung der Einwanderer über das erste überfüllte Bevölkerungs-Zentrum, nach welchem solche Leute verschlagen werden, zu begünstigen, sondern auch sie zu fördern und jede Maßregel, welche auf die Förderung dieser Verteilung berechnet ist, ohne in erworbene Rechte einzugreifen, oder sie zu stören, ist daher in Betracht zu ziehen und auf die Probe zu stellen." Von der nächsten Zeit soll das von jedem Einwanderer mitzubringende Kapital nicht mehr 10, sondern 25 Dollars betragen. Ein Jude als Iadi-.merhfiuptlinjr. Die letzte Nummer des „American Hebrew" enthält eine Sensation, die jetzt in Amerika viel von sich reden macht und trotz der unglaubwürdigen, romantischen Färbung hier wiedergegeben werden soll, weil »American Hebrew" zu den seriösesten jüdischen Blättern der Vereinigten Staaten zählt. Der Verfasser des Artikel?, M-. Philipp G o \i* e n, erzählt u. a.: Der Jude, welchem beschieden war, der Herrscher eines indianischen Stammes zu werden, stammte aus einer reichen jüdischen Familie in Deutschland, deren mehrere Mitglieder in der New- Yorker großen Geschäftswelt eine hervorragende Stellung einnehmen. Er suchte für sich ein Tätigkeitsgebiet im Westen und siedelte sich auf einem der westlichen Territorien an. Durch seine Geschälte kam er mit den Indianern in nahe Beziehungen; er gewann ihr Vertrauen und sie zollten ihm Liebe und Achtung. Eines Tages bot das Oberhaupt des Stammes dem fremden Juden seine Tochter zur Frau an. Der Jude führte die Tochter des Indianerhäuptlings heim und wurde bald darauf mit Einwilligung seines Schwiegervaters zum Chefstellvertreter des Stammes proklamiert. Als der alte Häuptling sein Ende nahe fühlte, berief er die Häupter seines Stammes und teilte ihnen mit, daß nach seinem Tode sein Schwiegersohn sein Nachfolger werde. Diese Botschaft wurde mit großem Jubel aufgenommen und der aus Deutschland stammende Jude bekleidete seinen Herrscherposten viele Jahre hindurch. Der jüdische Indianerhäuptling war ein überzeugter Jude, gab schließlich seine Herrschaft auf und zog mit seinen Kindern, die er beschneiden ließ, wieder in eine Stadt, wo er unter Juden jüdisch leben kann. . . . Das klingt wie ein ersonnener Indianerroman, aber die Redaktion des Blattes behauptet, den Namen des gewesenen Jüdischen Indianerhäuptlings zu kennen, den Hr. Cowen nicht nennen will, um nicht eine Person zu kompromittieren, welche die höchsten ethischen Prinzipien des jüdischen Lehens in einer Gruppe amerikanischer Indianer eingeführt hat." Nr. Zeitschriffen-Hundschau. Die jüdischen Kolonien in Kanada. In der „Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden" (J u 1 i - H o f t) veröffentliche N. W. Goldsitein einen sehr lesenswerten Artikel über „Die jüdische B e v ö 1k e r u n g Kanada s". Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Daten über die jüdischen Kolonie n. Wir lesen darüber: „Die erste jüdische landwirtschaftliche Kolonie wurde im Jahre 1884 durch das Londoner Mansuon House (JomniJt'tee begründet, und bestand aus 30 Familien, die Land, Inventar und sogar die notwendigen Lebensmittel für eine Längere Zeitdauer umsonst erhielten. Die Kolonisten ließen aber rasch den Mut sinken und kehrten in die Städte zurück. Der Grund lag darin, daß «ich die Kolonie in einer ungünstigem Entfernung von der Eisenbahn befand, so daß es'unmöglich war, einen passenden Markt für ihre Erzeugnisse zu finden. Aber mit der zweiten großen Welle von russischen Einwanderern in den Jahren 1891—92 kamen nach Kanada neue Elemente, die Kolonisationsbesit.rebungen zugänglich waren. Die neue Bewegung fand eine Stütze in den Pläne n des Baron Hirsch. Im Jahre 1892 hat dieser seinen Plan, einen Teil der Emigranten in den nord-westlichon Territorien anzusiedeln, zur Ausführung gebracht: er übergab (lie Angelegenheit dem jüdischen Verein ,The Young Men's Hebrew Benevalent Society" in Montreal, der •las Land für_ die Hirsch sehe Kolonie erworben hatte. Anfangs zogen in die Kolonie "49 Familien, bald wurden sie aber durch -4 weitere Familien vermehrt. Die 73 Farmen enthielten je 160 acres, insgesamt also 11.680 acres„ Die Kolonisten wurden ini't allem ieoeiuligen und toten inve«ro¬ und Vorräten für drei Jahre versehen. Als aber die drei Jahre verflossen waren und eine Summe von zirka 50.000 Dollar verbraucht war, beschlossen, die Leiter der obenerwähnten Gesellschaft, keine weiteren Zuschüsse zu gewähren. Von nun ab sollte die Kolonie aus eigenen Mitteln sich erhalten, Da diie Kolonisten keine Möglichkeit sahen, aus eigenen Kräften vorwärts zu kommen, verließen sie alsbald fast alle die Kolonie und zogen in die Stadt. Im Laufe der folgenden Jahre haben sich aber von Neuem 28 Familien in der Hirsch'sichen Kolonie niedergelassen. Heute ist ihre Zahl noch größer, und sie befinden sich in einem ziemlich günstigen Zustand. Ihr Uauptprodukt bildet Weizen. Die Kol o n d e W a p e 11 a. wurde im Jahre 1894 von 20 jüdischen Faniiiion begründet. Die Kolonisten waren im Besitze' eigener Uedmittel und bedurften keiner Unterstützung. Die Kolonie entwickelt sich günstig. Eine dritte Kolonie befindet sich in O x b o w, im öoirlichen Assiniboia. Im Jahre 1900 befanden sich dort 14 jüdische Familien." * In Konsltantinopel erscheint demnächst ein neues Wochenblatt, das den Namen „El Judes" führen und in spanischer und hebräischer Sprache jüd/ische Fragen behandeln soll. Der Herausgeber, Herr El Nekawe aius> Hasikiöi, will das Blattb in möglichst wissenschaftlichem Tone halten und ein Instrument zur Verbreitung jüdischen Wissens und hebräischer Literatur daraus machen. * Vom 14. Juli erscheint in W\a r s c h a u unter der Redaktion von M. Spektor ein neues jüdisches Tagblatt in Jiddisch „Die neue Welt". Warschau verfügt nunmehr über fünf jüdische Tagblätter: vier in Jiddisch, eines im Hebräischen. RH- =PHPR W Hochfeines natürliches Tafelwasser *L*f % •Li** Natürlicher mflSiPnPSauerbrünn J ilVVlWllV Lirhion-Quelle. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben. Niederlage : Wien, (., Sonnenfelsgasse 4.

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