Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XI (1909)
- Issue
- Heft 14 (2.7.1909)
- Date
- 1909-07-02
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10__ „Neue National-Zeitung' Die Männer sind fast durchwegs stattliche Erscheinenden, und namentlich unter den Kindern und den Greisen findet man auffallend schöne Gesichter. Noch entzückender sind die kleinen Mädchen mit ihren schwermütigen, wundervollen Augen, die reizend und scheu unter langen Wimpern aufblicken — mit tiefbraunen Augen und blauen Augen, Hönde, goldige und schwarze Lockenköpfe. Die Mädchen heiraten sehr früh und "verblühen schnell. In den Jahren, in welchen sich bei uns die Frauenschönheit zur vollsten Blüte entfaltet, sind die Schönheiten unter den Jüdinnen in Saloniki sehr spärlich. Aber ich habe doch einige auffallende Ausnahmen gesehen: junge Frauen mit herrlichen, ausdrucksvollen Augen, edelgeschnittenen Nasen, frischen Lippen und von jener zauberhaften, in der Tat nur dem Orient eigenen topasartigen mattgelben Hautfarbe, ohne die wir uns eine Schöne des Morgenlandes gar nicht vorstellen können. Die Frauen tragen unterhalb des Busens und über 1er Hüfte einen breiten Gurt, der den ziemlich engen Rock hält. Das Haupthaar ist völlig bedeckt, durch einen gewöhnlich mit Stickereien, bisweilen auch mit Edelmetall verzierten Kopfschmuck von schreiend grüner Farbe, der sich dicht an die Kopfform anschließt und über den Rücken ähnlich wie ein großes Crapaud aus der Zopfzeit herabfällt. Ich will gern zugeben, daß diese Haarverhüllung die weibliche Schönheit nicht hebt, aber auch dieser viel verlästerte Kopfputz macht doch einen eigentümlichen Eindruck, den ich nicht als unschön bezeichnen möchte. An der Spitze der jüdischen Gemeinde in Saloniki steht der G r o ß r a b b i n e r, der mit sehr weitgehenden Machtbefugnissen ausgestattet ist und unter allen Be'kennern des mosaischen Glaubens im Orient das höchste Ansehen genießt. In Konstantinopel und neuerdings, so viel ich weiß, in Sofia gibt es zwar auch Großrabbiner, die ideell an Macht und Würden dem von Saloniki gleichgestellt sind, in Wahrheit nimmt jedoch der jüdische Papst von Saloniki den hervorragendsten Rang ein. Wrenn er von Rechts wegen eigentlich nur auf religiösem Gebiete der oberste Leiter und Ordner sein soll, so übt er tatsachlich auch auf die weltlichen Angelegenheiten einen mächtigen und bestimmenden Einfluß. In kleinen und sogar in sehr großen Streitfällen, und nicht bloß zwischen den Juden, sondern auch zwischen Juden und Andersgläubigen, wenden sich die Parteien lieber an .die Weisheit und Gerechtigkeit des Großrabbiners, als an die türkischen Gerichte, die ihres Amtes sehr saumselig walt mi, an die klagenden Parteien sehr bedeutende Gohlau Sprüche stellen und schließlich wegen der Gerechtigkeit ihres Urteilspruches noch stark angezweifelt werden. Die Entscheidung des hohen religiösen Schiedsmannes soll, wie man mir gesagt hat, unbedingt respektiert werden." * Jakob Gronlin und <lio jüdische Bühno. Die jüdische und hebräische Taffes presse haben den verstorbenen Dichter in umfassenden Nekrologen eingehend gewürdigt und seinen Tod als einen schweren Verlust für die geistige Fortentwicklung der jüdischen Volksmassen erklärt. Der Petersburger „Fraind" schreibt: Gordin hat auf dem Gebiete des jüdischen Theaters in Amerika, ja, des jüdischen Theaters überhaupt als der größte Reformator gewirkt. Er hat ihr Licht und Luft verschafft." „Das amerikanische Judentum hat in ihm vorerst den jüdischen „Patrioten" — wie man das schon nennt — überdies auch den aufrichtigen Menschen, den klugen Kopf und den glänzenden Redner zu schätzen gewußt." Der sozialistische „Vorwärts" (New-York), der ihn stets bekämpfte, bemüht sich wenigstens jetzt seine Bedeutung gerecht zu beurteilen: „Für uns. die Kadikaien, hat dieses traurige Ereignis eine spezielle Bedeutung. Jakob Gordin gehörte zu unn mit seiner Gesinnung und seinem Schaffen. Er war eine der interessantesten, angesehensten und wichtigsten Persönlichkeiten der jüdischen Welt in Rußland und Amerika; sein Tod wird in beiden Hemisphären tiefes Bedauern hervorrufen. Der Verstorbene hat nicht bloß eine neue Epoche in der Geschichte der jüdischen Bühne geschaffen; er hat es vielmehr verstanden, durch seine verschiedenen Theaterstücke auf das Gehirn unserer Volksmassen zu wirken, diese zu erziehen und zu läutern." Im hebräischen „Haboker" (Warschau), dem Organe F r i s c h m a n n s lesen wir: „Der Verstorbene war der Reformator des jüdischen Theaters. Er hat uns neues Material und neue Formen ge- Nr. 14 bracht. Gordins Dramen waren beim Publikum sehr beliebt: sein Name war die beste Bürgschaft des Erfolges. Er hat auch das Ansehen des jüdischen Theaters gehoben; das Publikum kam nicht mehr, um wie in einem Zirkus zu gaffen, sondern um Bilder aus dem Leben zu sehen." * In L e e d s erscheint unter der Leitung von P. M. R a s k i n eine neue zionistische Monatsschrift in Jiddisch betitelt: „Der Wecker", Monatsschrift für Literatur, Zeitfragen und Zionismus." biste der Ausgetretenen. Vom 16. bis 30. Juni 1909. Nr. 250—278. Kann Emil, Dr.. Hof- und Gerichtsadvokat, verheiratet, geb. (5. Feber 1872, Wien. I., Lichtenfelsgasse 7. Kann Edith (Elsa), geb. Lederer, Advokatensgattin, verheiratet, geb. 17. Jänner 1880, Wien, I., Lichtenfels«;. 7. Boxhorn Amalia, geb. Deutsch, Private, geb. 15. März 1877, Jaroschau (Mähren), IV., Alleegasse (50. Boxhorn Emma, geb. 3. September 1902, Wien, IV., Alleegasse 60. Grünfeld Maximilian, Prokurist, geb. 6. Oktober 18GG, Pirnitz (Mähren), VI., Gumpendorferstraße 23. Hartmann Alexander, Privatbeamter, geb. 18. Juni 1882. Wien, IL, Kleine Stadtgutgasse 12. Kohn Hedwig, geb. Luzzato, geb. 12. August 1855, Wien. XIX., Grinzingerstraße 57. Pils Samuel, Hilfsarbeiter, geb. 15. April 1885, Wien, II. Obermüllergasse 21. Samek Erwin, Buchhalter, geb. 4. Juni 1884, Prag, IL, Rothe Kreuzgasse 5. Schaffranek Jeanette, Handarbeiterin, geb. 26. November 1870, Wien, IL, Novaragasse 17. Sußmann Josef Herbert, Studierender der Philosophie, geb. 23. August 1887, Vöslau (Niederösterreich), VHL. Zeltgasse 6. Tcpdanszky Felix, Privatbeamter, geb. 13. Oktober 1807. Isztijo, Komitat Arva, II., Obere Donaustraße 111. Teplanszky Gisela, geb. Lustig, geb. 16. Jänner 1875, Budapest II-, Obere Donaustraße 111. Ulimann Franziska, Friseurin. geb. 1. Mai 1870, Battaszek (Ungarn), VIII., Lerchenfeldorstraße 1. Wollner Editta, Private, geb. 16. Juni 1888, Wien, V11L, Buchfeldgasse 10. Grotte Friedrich, Dr.. Arzt, ledig, geb. 27. Juli 1882, Wien. II.. »Schiittelstraße 156. Klein Irene, geb. Neumann, verheiratet, Wischau, geb. 10. Juni 1881, VI.. Stumpeigasse 2 a. Ipkar Elsa, Privat, ledig, geh 23. November 1892, Wien, VI., LoMiiaiplatz 12. Kornfeld Hermine, Privat, ledig, Budapest, geb. 19. August 1889. VI., Ufergasse 8. Rosenzweig Karl, Versicherungsbeamter, ledig, geb. 29. Oktober 1873, Krakau. Broch Friedrich, stud. techn.. ledig, geb. 17. Dezember 1889. Wien. 1., Gonzagasse 7. Rottenberg Blanka, ledig, gel). 4. Juni 1895, Melk. Stöhsi Berta, Bureauleiterin, ledig, geb. 10. November 1882, Wien. NU.. Schwenkgasse 25. Hoffenreich Katharina, Privat, ledig, geb. 27. Feber 1881. Preßburg, XIII., Hietzinger Kai 5. Hoffenreich Karoline, ledig, Privat, geb. 7. September 1876. WTien. XIII., Hietzinger Kai 5. Ulimann von Ereny, geb. Löwy, verwitwet, Privat, geb. 25. Mai 1849. Budapest, IV., Wohllebengasse 10. Stiasny Marie Franziska, Privat, ledig, geb. 23. August 1887, Wien, XV1IL. PötzleinsdorferstralJe 90. Broch Hermann, Privat, ledig, geb. 1. November 1886, W'ien. L. Gonzagagasse 7. Eißler Stefan, Hochschüler, ledig, geb. 11. Mai 1891, Wien, I., Rathausstraße 7. Hochfeines natürliches Tafelwasser U% ••Li/* Natürlicher mftsrpr ßSauerbrunn J ilVjJlvllV Lirhion-Quelle. von Klösterle bei Karlsbad. — Ueberall zu haben. Niederlage: Wien, I., Sonnenfelsgasse 4.