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Neue Nationalzeitung · 1909-06-04 · Heft 12 (4.6.1909) · p. Seite 3

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XI (1909)
Issue
Heft 12 (4.6.1909)
Date
1909-06-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. l2 »Neue National-Zeitung" Seite 3 Oberrabbiner Markus Hirsch. Im vorigen Monate ist in Hamburg der dortige Oberrabb. Markus Hirsch, 77 Jahre alt, gestorben. Oer Verblichene gehörte zu den bedeutendsten konservativen Rabbinern der Gegenwart und stand durch 20 Jahre an der Spitze des Hamburger Rabbinats. tr wurde am 20. Schewat 1833 in Tiszabö (Ungarn) als Solln eines Rabbiners geboren. Der Frühverwaiste besuchte mehrere ungarische Jeschiwaus und ging dann nac i Prag, wo er die Universität besuchte und sich bei dem gefeierten Oberrabbiner S. J. Rappaport in seinem jüdischen Wissen fortbildete. 1855 trat er seine erste Rabbinerstelle in Karezag an, wurde dann Rabbiner in seiner Vaterstadt Tiszabö und 1861 Oberrabbiner der altangesehenen b ed e u te n d e n Gemeinde Alt- Ofen.fWahrend der 28 Jahre seiner dortigen Amtierung erwarb er sich in weiteren Kreisen einen Ruf durch seine Tätigkeit für die Regelung des höheren jüd. Schulwesens, und so kam es, dass er 1867 vom Kultusminister Eöt vös als R e - gierungskommissär nach Kaschau entsendet wurde, wo im Schosse der Kultusgemeinde zwischen den Orthodoxen und Reformern Streitigkeiten ausgebrochen waren. 1880 wurde er als Oberrabbiner nach Piag berufen. Hier führte er ein orthodoxes Regime ein undhatte bald eine gerichtliche Klage von 38 Fleischhauern wegen Verbotes gewisser Fleischsorten gegen sich. 1889 wurde er als Nachfolger des Oberrabbiners Stern nach Hamburg beiuten und auc h hier I at er durch seine Toleranz und hinreissende Beredsamkeit in allen Kreisen der Gemeinde unumschränkte Verehrung sich erworben. Als der Verstorbene im Februar 1903 unter Teilnahme der ganzen Gemeinde seinen 70. Geburtstag feierte, überbrachte Senator Kahler auch die Glückwünsche des Senats. Der XL Deutscher. Gemeindetag. Berlin, Ende Mai 1909. (Von unserem Korrespondenten.) Es ist nicht leicht, über die eben zu Ende gegangenen Beratungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes ein abschliessendes Wort zu sagen. Denn ein positives Ergebnis kam nicht zustande; wohl aber wurden Beschlüsse gefasst, die für die künftige Gestaltung des deutschen Gemeindelebens von bleibender Bedeutung sein können. Nach zehn Jahren seines Bestandes hat der Bund zum erstenmale seine Existenznotwendigkeit schlagend bewiesen. Bisher waren die meisten seiner Beratungen nur eine friedliche, jede Problemseröiterung vermeidende Zusammenkunft. Diesmal war eine grosse Aufgabe an ihn herangetreten: über den neuen Organisationsentwurf Beschluss zu fassen. Es würde zu weit führen, wollte man all' die Punkte des neuen Gesetzentwurfes behandeln. In grossen Zügen angedeutet, enthält er die Normierungen über die rechtliche und soziale Stellung der Gemeindeangestellten (Rabbiner, Kantoten etc.) ferner — und dieses ist das Wichtigste: über die Stellung der jüdischen Gemeinden innerhalb des Staatswesens selbst, über ihr Kompetenzbereich, ihre Rechte und Pflichten. Dass der von Dr. Felix Mako wer dem

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