Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XI (1909)
- Issue
- Heft 6 (12.3.1909)
- Date
- 1909-03-12
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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- Odesa 2× ep/1000834
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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Nr. 6 „Neue National-Zeitung" Seite 9 33 der juristischen Fakultät seinen ersten Vortragsabend. Dr. S. Rubin wird über das Thema: „Dasjüdische Recht und sein Verhältnis zum römischen Recht" sprechen. Jüdische |uristen und alle Freunde der jüdischen Rechtswissenschaft sind herzlich willkommen. Wien. Am 7. Adar (28. Februar) fand unter zahlreicher Beteiligung die konstituierende Generalversammlung des Vereines der „Sabbathfreunde" statt. Mehrere Rabbiner, Vorsteher, zahlreicher Vereine waren anwesend. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann und der Kultusvorstand Hessen dem Verein ihre wärmsten Sympathien ausdrücken und sagten demselben ihre Unterstützung zu. Es erfolgten sohin die Wahlen. Der Vorstand wird in folgender Weise gebildet: M. Felsenburg, Obmann; Siegmund B o n d i, Isidor L ö w i, Stellvertreter; Max Hofbauer, Kassier; Moritz Nasch, Leopoid Hirschler, Schriftführer; G. A liste rlitz, Dawid B i s c h o f s w e r d e r, R.Eiland, Nathan Po Hak, Wolf Pappenheim, lulius Steinfeld, Moses Stern, Michael Stern fei d. — Der Verein bereitet den Beginn seiner Tätigkeit vor und hofft auf lebhafte Förderung aller Kreise, denen die Erhaltung des religiösen Judentums am Herzen liegt. Wien. Am Purim veranstaltete der Vorstand des Vereines „Einheit" für sein Stammpublikum zwei Purimmahlzeiten. Der Gesamtvorstand mit seinen Damen war während des ganzen Festes anwesend. Auch Herr Rabbiner Fürst war so liebenswürdig einer Einladung zu folgen. 300 Peisonen fanden so für wenig Geld (40 Heller) ein rechtes Purimvergnügen und wird der Vorstand bestrebt sein, auch die Sederabende in gewohnt solenner Weise zu feiern. — Bei dieser Gelegenheit möchten wir einen Irrtum (?), der in diesem geschätzten Blatte geäussert wurde, berichtigen. Wohl hat Herr Dr. Krenbeiger seit unindung der Restauration der „Einheit" die Errichtung einer separaten Abteilung für Hochschüler beantragt, was bis nun in unserem engen Rahmen nicht tunlich war. Gelegentlich der Schliessung der mensa ist man aus Studentenkreisen an die „Einheit" herangetreten, eine jüdische mensa zu errichten, welche Frage im Vorstande vereint mit massgebenden Vertretern studentischer Kreise Gegenstand ernstester Erwägung bildet. WELTOilEN Der Choveve-Zion-Verband in Odessa hat nach drei Jahren unter Vorsitz Ussischkins seine Generalversammlung abgehalten. Die Tätigkeit der Gesellschaft bewegte sich in drei Jahren (1905—1908) in drei Richtungen: 1. Propaganda in Russland. Die Einnahmen des Komitees betragen 9650 Rubel. Der Agitation diente eine „Kopekenbibliothek", welche 13 Broschüren in Palästina in einer Anzahl von 120.000 Exemplaren verbreitete. Dazu kommen die periodischen Mitteilungen des Komitees. 2. Information über Palästina. In Odessa wurde ein Informationsbüreau gegründet, das Auskünfte an Emigranten vermittelte und 6430 Auswanderern Reiseermässigungen verschafft hat. Ebenso bestehen Bureaux in Konstantinopel und Beirut und ein Informationskomitee in Jaffa. 3. Kolonisation. Hier ging die Arbeit vor allem darauf aus, den Kolonisten einen Agrarkredit zu verschaffen. Das Komitee hat vorläufig Experimente in dieser Richtung gemacht. Und zwar wurde der Boden von Beer-Jakob, der neuen Kolonie der kaukasischen Bergjuden, der 71.375 Franks gekostet hat, nur zu einem Viertel von den Kolonisten gezahlt, die Summe von 53.531 Frks. vom Komitee den Ansiedlern geliehen, mit der Verpflichtung, dieselbe binnen 12 Jahren samt 2 Prozent Zinsen zurückzuzahlen. In Beer-Jakob haben sich 25 Kolonisten niedergelassen. — Ferner wurde für die Arbeiter von Pethach-Tikwah die Kolonie Eju-Gautim gegründet; jeder der 31 Arbeiter besitzt 14'/, Dunam, darauf sein Haus und Garten, Milch- und Geflügelwirtschaft. Jeder Arbeiter hat jährlich 100 Franks zurückzuzahlen. 28 Bauplätze stehen noch frei und dort werden sich voraussichtlich die Handwerker und Lehrer von Pethach-Tikwah ansiedeln, denn in der letzteren Kolonie ist der Boden sehr teuer. Ausser dem Agrarkredit förderte das Komitee gemeinsam mit der Anglo-Palästinabank gewöhnlichen Kredit durch Gründung einer „Gesellschaft für billigen Kredit". Mehr als 40.000 Rubel wurden für Schulen verausgabt. Das Komitee unterhält die Mädchenschule in Jaffa (320 Mädchen); das Gymnasium in Jaffa erhielt 2951 Rubel. Dr. Schemarye Lewin, hat New-York am 23. Feber bereits verlassen, um nach Deutschland zurückzukehren. Die amerikanische Agitationsreise Lewins hat für das jüdische Technikum in Haifa große Spenden eingetragen Die Technik wird den Titel tragen: Jüdisches Institut für technische Bildung in Palästina. Der Gemeindebund wird am 27. Apri 1 in Wien zusammentreten, um über den am 24. Feber beschlossenen Entwurf einer Gemeinde-Organisation zu beraten. Diese Organisation soll auf dem Prinzip der Landesverbände beruhen. Bezüglich Galiziens ist erst zu beschließen, ob dasselbe aus einem westlichen und östlichen oder aus einem ortodoxen und einem fortschrittlichen Verbände zu bestehen habe. Moses Mendelssohns Denkmal in Berlin. Briefkasten der Redaktion« Anonymus. Wiewohl wir im Prinzip auf anonyme Briefe nicht antworten, wollen wir diesmal in Anbetracht des Themas unsere Meinung nicht verhehlen. Der Fall Silbermark ist auch uns bekannt und ist es ein Irrtum Ihrerseits, wenn Sie glauben, dass wir ihn absichtlich unterdrücken". Es ist allerdings richtig, dass sich der Sohn des Vorstehers der polnischen Schul' Dr. Silbermark, getauft hat. Allein unseres Wissens hat dessen Vater sofort seine Ehrenstelle dem Vereins-Vorstand zur Verfügung gestellt und ist lediglich über dessen dringende Bitte im Amte geblieben. Herr S. hat sich daher jedenfalls korrekter benommen, als die vier „Kirchenväter" im Kultusvorstande. Dr. K. Der zum wirklichen Ministerialrat ernannte S. Sonnenschein ist Jude und nicht getauft. Er ist der einzige wirkliche jüdische Hofrat in Oesterreich. J. L. in Krakau. Sie können trotz der unehlichen Geburt den Namen Ihres Vaters beibehalten. Wenden Sie sich an die Statthalterei in Lemberg. Dr. J. in F. Eine solche Sammlung von Entscheidungen ist uns nicht bekannt. R. Wir erwarten von Ihnen Näheres.