Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XI (1909)
- Issue
- Heft 5 (26.2.1909)
- Date
- 1909-02-26
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 „Neue National-Zeitung" Seite 5 Bericht der Exekutiv-Sekretärin, Miss Saddie American von besonderem Interesse. Wir entnehmen ihrer Rede folgende bemerkenswerte Stellen : „Unsere Mitgliederzahl beläuft sich rund auf 10.000. Das Council of Jewish Women ist an Kraft und Festigkeit üher alle Erwartungen gewachsen und besteht gegenwärtig aus 52 Sektionen. In den Korrektions - Anstalten und Hospitälern ist eine Anzahl von Ü bertritten zu anderen Glaubensbekenntnissen zu verzeichnen und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Katholiken und Protestanten ihre Priester und Geistlichen regelmässig schicken und die jüdischen Pfleglinge sich infolge der Abwesenheit jüdischer Besucher und Lehrer vernachlässigt und einsam fühlen. Da sie jetzt den Mangel kennen, möchte ich mit Nachdruck für dessen rascheste Abhilfe eintreten. Unsere Mitglieder haben schwer gearbeitet und ihre Liste von 154 Philantropen, die 45.376 Individuen und die Total-Ausgabssumme von Dollars 138.695.07 umfasst, bezeugt die Gesundheit ihres Werkes. Die angeführte Zahl ergibt pro Jahr eine Ausgabe von Dollars 50.000.— (250.000 Kronen), die sich wie folgt verteilt: Religiöse Schulen Dollars 10.260.—, Anstalten Dollars 34.996.—' Hilfe für Eingewanderte Dollars 6.681.—, nicht sektirerische, auswärtige Wohltätigkeit Dollars 11.04.—. National-Hospital für Lungenkranke in Denver Dollars 82.037.—. An die vom Erdbeben in San Franzisko Betroffenen Dollars 3.200 — und für die russischen Bedrückten Dollars 3.265.—. Die Sektion New-York hat sich auch eingehend mit der Fürsorge für jüdische Blinde beschäftigt". Die Referentin s:h!oss mit der Betonung, dassdie Jugend- Gerichsliöfe das Interesse der Mitglieder mehr und mehr in Anspruch nehmen. Die Frage der Besserung von Kindern und jugendlichen Verbrechern verdient genauestes Studium und ernste Arbeit. Mehrere gesellschaftiche Veranstaltungen gaben den Damen Gelegenheit zu intensivem Gedanken-Austausch. Jüdischer Gemeindetag in Philadelphia. Alle -wei |ahre findet in Nord-Amerika ein Kongress der jüdischen Gemeinden statt, und diesmal war PhiLdei. hia der Ort, wo sich die Vertreter vo i 193 Gemeinden zusammen den. 397 Delegierte, hervorragende Frauen und Männer aus aden Teilen der Vereinigten Staaten, da; unier der Handels-.Winist^r Oskar S t r a u s s und Kong: ess-Mitgl.ed G o 1 d f o g ■ e nahmen an dem Kongresse teil und obgleich es sowohl radikale als auch orthodoxe und reformierte Elemente gab, waren doch alle in dem Gedanken einig, dass das Judentum inn- und ausserhalb Amerikas in seinen religiösen, kulturellen und humanen Bestrebungen nur durch treues Zusammenwirken gefördert werden könne. Das Hebrew Union College (Rabbiner-Seminar) in Cincinnati ist die grösste Schöpfung des Gemeinde-Verbandes. Sie wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts vom Rabbi Isaac M. Wise gegründet, dessen ausserordentliche Verdienste um die Sache des Judentums Oskar S. Strauss in einer schwungvollen Ansprache, die er anlässlich der Widmung eines Synagogenfensters im Keneseth Israel-Tempel hielt, ausführlich besprach. Dr. Wise gründete den Verband hauptsächlich, um das College ins Leben zu rufen und zu leiten. Der Bericht dieser Vereinigung, welcher vom Vorsitzenden Herrn Simon Wolf aus Washington gelesen wurde, zeigt, wie eifrig diese Körperschaft sich der Wohlfahrt jener Einwanderer angenommen, die mit Deportation bedroht wurden, oder denen man schon ursprünglich die Erlaubnis zu landen verweigern wollte. Die Gesellschaft hat sich in ihrer offiziellen Wirksamkeit konstant damit befasst, jüdischen Einwanderern und Bürgern der Vereinigten Staaten, deren Rechte bedroht oder eingeschränkt wurden, zu helfen und hat in einer grossen Zahl von Fällen in dieser Richtung ausgiebigen Beistand geleistet. Die Sitzungen des Kongresses wurden am 16. Jänner in den beiden North Street-Synagogen eröffnet. Reden hielten Rabbi Mendosa (Norfolk) im Keneseth Israel-Tempel und Rabbi Abram Simon (Washington) in der Rodeph Schalom- Synagoge. Montag fand sich der Exekutiv-Ausschuss zusammen und Dienstag wurde der Kongress im Saale des Mercantile-CIub formell eröffnet. Nachdem Herr William B. Hackenburg die Delegierten bewillkommt hatte, wurde ein Brief des Präsidenten Goldmann verlesen, der wegen Krankheit am Erscheinen verhindert war. Das Präsidium der Konferenz wurde daher Herrn Alfred M. Klein aus Philadelphia übertragen und gleichzeitig die Absendung eines Sympathie-Telegrammcs an Dr. Goldmann beschlossen. vor/ JV, dass . ■: . '..-s, » r. er '..\ irgend ei:vm fr mde;, i.r.r.dr- ^-.i wmj.j, i : . .c.ort we;ccn müsse > ga *./. wi.ne Rück ..ci.f auf <..cu Cj.au. ..i cie blasse c.s Besitzers. Später f. Igten die Berichte der verschiedenen Komitee- Vorsitzenden und zwar der Reine nae .: Der Beric!.: des Delegierten-Ausschusses über bürgerliche Rechte, der Jahresbericht Dr. Kaufmann Kohlers, der Bericht des Direktors für Erweiterung der Synagogen und Schulen, schliesslich der Bericht des Isaac M. Wiese-Erinnerungs-Stiftungskomitees. Am Mittwoch traten die Delegierten erst gegen 11 Uhr vormittags zusammen. Es wurden die Berichte der verschiedenen Komitees zur Verlesung gebracht, darunter Berichte über Kinderarbeit, neue Lehrgebäude, konfessionelle und öffentliche Schulen usw. Der Vortrag von Jakob Schiff ist bereits in der vorigen Nummer veröffentlicht worden; an die Referate schloss sich eine Diskussion und eine Beschlussfassung. An diesem Gemeindetage haben — zum ersten Mal — auch Damen teilgenommen. Frau Rosenberg hat in ihrem Referat „Die Betätigung unserer jüdischen Frauen" diesen Umstand besonders hervorgehoben. Der Kongress jüdischer Farmer. Am 18. Jänner fand hier im grossen Saale des Erziehungsheim eine Versammlung statt, wie ihresgleichen in diesem Lande bisher noch nicht gesehen, wohl überhaupt noch nirgends abgehalten wurde; die Delegierten-Konferenz der jüdischen