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Neue Nationalzeitung · 1909-02-12 · Heft 4 (12.2.1909) · p. Seite 7

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
XI (1909)
Issue
Heft 4 (12.2.1909)
Date
1909-02-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4. „Neue National -Zeitung" Seite 7. m> ÄLL6.N WEl£C6it6N Die Schulen der Alliance Israelite Universelle im Orient. Damit man sich einen Begriff macht, was die Pariser Alliance im Orient leistet, seien folgende Beiträge angeführt, welche sie im Laufe des Jahres 1908 zur Ausführung oder Erweiterung der Schulbauten ausgegeben hat: Für die Knaben- und Mädchenschule in Tunis........Frcs. 160.000 die Mädchenschule in Konstantinopel- Haskiöy . ..... . „ 100.000 die Knaben- und Mädchenschule in Tripolis...... . die Knaben- und Mädchenschule in Tiberias....... die Knaben- und Mädchenschule in Teh eran . . . . . . . Für die Mädchenschule in Bagdad , Für Für Für Für 80.000 80.000 80.000 50.000 Ein Urkundenfälscher und Dieb als — jüdischer Religions-Inspektor. Der jüdische Religionslehrer Naftali Schipper in Stanislau wurde vom galizischen Landesschulrat als Religions-Inspektor nach Lemberg transferiert. Aus diesem Anlaß beschäftigt sich das Organ des Reichsratsabgeordneten Breiter, „Monitor", sehr eingehend mit der ziemlich anrüchigen Person Schippers, der durch jahrelange Denunziationen derZionisten eine Karriere gemacht hat. Der„Monitor" beschuldigt den Schipper der Urkundenfälschung, des Diebstahls, Veruntreuung usw. — Herr Schipper hört nichts. Sein Protektor, der „jüdische" Landesschulrats-Delegierte Prof. Sternbach hört erst recht nichts. Merkwürdige „Orthodoxe!" Auf dem Prospekt für die kürzlich aufgelegte neue rumänische Anleihe figurieren u. a. nachstehende jüdische Bankhäuser: 1. die Norddeutsche Kreditanstalt in Königsberg i. Pr., deren Generaldirektor Herr Kommerzienrat Georg Marx, Vorsteher der orthodoxen Gemeinde in Königsberg und Ausschußmitglied der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums (und auch des Hilfsvereins) ist; 2. das Bankhaus Straus & Co. in Karlsruhe, dessen Inhaber, Herr M. A. Straus, Vorsteher der orthodoxen Separatgemeinde daselbst ist. „Feine" Herren! Die jüdische Einwanderung in die Vereinigten Staaten im Jahre 1908. Im Hafen von New-York sind 1908 45.172 Personen jüdischen Glaubens gelandet, davon 17.383 Männer, 16.040 Frauen und 11.743 Kinder. Von den Eingewanderten verblieben in New- York 32.001, während 12.181 sich nach anderen Pützen der Vereinigten Staaten begaben. Den Herkunftsländern nach stammten von den Einwanderern aus Russland 33376 Oesterreich-Ungarn 8892 „ Rumänien 2021 „ England '' ' 453 „ der Türkei 261 „ Deutschland 130 , Holland 12 „ Frankreich 9 „ Spanien 6 Die gesamte jüdische Einwanderung während des Jahres 1907 betrug 106^968, sodass die jüdische Einwanderung in New-York in 1908 um etwa 57% zurückgegangen ist, während die allgemeine Einwanderung mit 3Ö9.979 in 1908 gegen 1,036.186 in 1907 um 66 2/3% gesunken ist. Baronet Jakob Sassoon. Die Erhebung Sassoons, des Chefs des gleichnamigen Hauses in Bombay (Indien), in den Baronetstand, veranlasst ein englisches Blatt zur folgender Betrachtung. „Die finanziellen Beziehungen des Hauses Sassoon in Asien, in Nord- und Mittelafrika reichen soweit, dass der Besitzer ihres Empfehlungsschreibens ganz unbesorgt vom Ufer des Atlantischen Ozeans in Marokko bis zum Ufer des Stillen Ozeans in China reisen kann. In den gefährlichsten Engpässen von Afghanistan, in den entferntesten Provinzen von China und in den fanatischesten Gegenden Centraiasiens verleiht ein Passport des Hauses Sassoon mehr Sicherheit als Unterschrift und Siegel des Zars von Russland, des Sultans der Türkei, des Kaisers von China oder gar des Königs von England." Chief-Rabbi Dr. Gaster, der bisherige Präsident der englischen Zionist-Federation, hat auf der vorige Woche in Sheffield abgehaltenen Jahreskonferenz der englischen Zionisten sein Amt nach erfolgter Wiederwahl niedergelegt. Als Grund bezeichnete er die Wahl Mr. Greenbergs zum Vizepräsidenten. D e persönlichen Eifersüchteleien, die von Wien aus ins Blut der ganzen zionistischen Partei gleich bei ihrem Erstehen eingeimpft wurden, haben leider auch in England die üppigen Wurzeln der zionistischen Bewegung vergiftet. Die Staatsangehörigkeit der Juden in Bulgarien. In den „Resultats generaux du r 'censement de la population dans la Principaute de Bulgarie du 31 decembre 1900" (I-tre Livraison, Direcrion de la Statistique) finden sich Angaben über die Staatsangehörigkeit der Juden in Bulgarien. Von den 33.661 gezählten Juden (16 596 Männer und 17.065 Weiber) waren 3437 Ausländer (1726 Männer und 1711 Weiber). Dieselben verteilen sich nach ihrer Staatsangehörigket folgendermaßen: Es entfielen auf Männer Weiber a>J* j Mazedonien und Vilajet-Adrianopel 532 514 ■5 5 | die übrige ............ 266 204 Rumänien................ 330 385 Serbien................. 197 230 Oesterreich-Ungarn........... 161 166 Rußland................ 151 121 Griechenland.............. 23 10 Andere Länder............. 20 17 Unbekannt woher............ 46 64 Neue judische Kolonien in Palästina. In der letzten Zeit ist die JCA bestrebt, in Tiberias ihre Kolonisationsarbeit zu erweitern und neue Kräfte anzusiedeln. Zu diesem Zwecke ist die Administration in Palästina beauftragt worden, den an Araber verpachteten Boden den Pächtern zukündigen und Juden zuzuweisen. Ungefähr 1600 Dunam des Bodens, den die Tscherkessen gepachtet hatten, wurden bereits Juden übergeben. In allernächster Zeit muß auch die Klage entschieden werden, die die JCA gegen die Araber angestrengt hat, die in nicht rechtmäßiger Weise 1000 Dunam des Bodens von Lubich sich angeeignet haben; dieser Boden soll dann ebenfalls mit luden besiedelt werden. Eine neueKolonie beabsichtigt die JCA in Bethgan zu begründen. Jeder der Kolonisten der neuen Kolonie soll von der JCA 250 Dunam erhalten, ferner ein Wohnhaus, einen Stall und 3000 Frcs. zum Ankauf von Arbeitern, Vieh usw. Im letzten Jahre hat die Administration sieben Kolonisten in J a m m a, vier in Meschah, sechs in Z f i j a h und sechs in Kinereth angesiedelt. Der Administrator der Kolonie Richon-le-Zion erhielt von der JCA eine offizielle Anzeige, daß sie eine Anzahl jüdischer Arbeiter, die bisher in den Weingärten von Richon-le-Zion beschäftigt war, als Kolonisten auf dem Boden des Barons Rothschild in Galiläa anzusiedeln gedenkt. Bei der Administration sind daraufhin eine Anzahl Gesuche eingelaufen, von denen aber bis jetzt nur einige berücksichtigt werden konnten.

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