Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 50 (18.12.1908)
- Date
- 1908-12-18
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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ftr. 50. ,Neue National-Zeitung" ^niilkton. Seite 15. MARTIN BI BER : Pie \$elende des J|aalschcm. ) Die Heiligen und die Rache. Als die Marin des Bübul über die Stadl l'awlic/ kam und der d'riumph der Lüge ci;iherfuh'\ flohen aus allen ()rten der (iege.i I die Juden vor der d'ohenden Vernichtung in die Wede. Aber •einige fiomme. alte Männer wollten sich nr ln bewegen lasse,i, von dannen zu ziehen. Sie spierhen zu.ihre.1 Seelen : ,A\de eine lange eingedämmte Sehleuse ist dieses fremde \'olk. J'ls will uns seh! igen, tun seine Kr<ttt zu schmecken. Aber wie lange sind wir selbst wie eine eingedämmte Schleuse_______ gewesen und konnten iW»;t nicht dienen n ich unserem Sinne' Von (ieburt auf war unser Leben ein gestörter und entweihter (Rottes.1 lensi Denn hier is; die Weh cnu tmd dumpf, und wir haben keinen Kaum, dem Herrn jubeln, und wir atmen ein Luit, die -nicht des 1 lerrn ist Linst war die Mazo -las Y\ erk unseres Feldes, un 1 di e Krnc. unserer 1 Linde lebte in c,n-c rem Leide und diente ( mt-. Aber jetzt kommt die M i > uns aus der Lide der 1 rem den, die unser Feind Lt. Ini > war der Fsrog die Lust tuns res (iartens, und der Her schlag unserer Freud'.' lebt in unserem (iarten und dient .• (lOtr. Aber jetzt kommt de Fsrog zu uns wie ein t >a ' aus einem sehr lernen Lande, das wir nicht schauen wer den. l'nd in diesem lernen Lande sind die Wurzeln unseres (lebetes geblieben. Nun sprechen wir die Worte, aber sie haben keine Wurzeln, tmd wie könnten sie -\ \ zu dort emporw i< hsen? Fs ist uns nicht gegeben, dem Herrn mit unserem Leben zu dienen. So wollen wir ihm mk unserem Tode dienen und ausharren zur Heiligung seiner Namens." Also .sprachen sie und liessen sieh in ncwahrsain nehmen und warteten in Freuden, dass sie getötet würden. Aber einer war nicht mit ihnen geblieben. Das war der Rabbi von Koraczovv. In jungen [ahren hatte er ein Buch begonnen, in dem gesagt wurde, wie man (iott dienen könne mit seinem Leben. Fr hatte streng und hart gelebt und alle Kraft und al'es Verlangen und allen (iedanken in das Buch getan. Vv eni) er irgend e.was träumte und wollte, nahm or seinen Tratun und seinen Willen wie einen Stein in die' Hand und legte ihn auf die anderen, dass sein Bau zu (iott emporw achse. So ifügte;sich ein Teil des Buches lang-;nn zum anderen.1 Fs war abei' alles darin <o angeordnet, dass ein Aufstieg walteic von niederen Stufendes I Lenstes zu immer'höheren, o oft er daranging, von einer neuen Stufe zu bereitete sich der Rabbi jn .grosser (Will der und lebte in S immhmg alle Lage, bis er in l e.d rede: Seele seine dann ru fen Kammer gin;e; und tat sein und zu Speis tun zu .schreiben Werk, um Da sass er \ erk, und keiner durfte ihn und Trank oder zum Schlafe mahnen, bis er vollendet hatte, von der Stufe zu reden. Fnd er sprach zu keinem .von seinem Buche. Als aber der Bilbul d (hergezogen kam , linterredete sich der Rabbi mit seiner Seele, und es war ein tiefes Zwiegespräch duieh . iele Stunden in vier stillen Kammer. Fnd das Buch, das bis zur höchsten Stufe gediehen war von dieser aber w ir noch nicht begonnen zu reden . lag" auf dem .Tische, und er sah es nicht an. Znlet/t aber kam sei l Blick Itnid ruhte auf dem Buche. l'nd -hob Li. na hm a-, Rabbi Israel ben Elleser, genannt Baal-Schern, der Begründer des Chassidismus. es Mal für Mal. Ahe ein Briet zum Rabbi worden waren mit a wie sie in Oualen un;l waren zur 11 eiligunL schein den Briet ge'esen hatte. Buch und machte sich auf. ■nach der Wallachei zu fliehen. Als der Rabbi auf seinem W ege nach Mied yl orz kam. hiess ihn der Iranischem bei ihm bleiben, bis er ihn entlassen würde, l'nd er blieb beim Baalschem. l'nd dieser sprach zu ihm: ..Die Heiligen werden errettet werden" und wiederholte am Vorabend des Sabbat kjinr darm stand, wie 'sie gepeinigt en Arten der d'odespein, und grosser Freude dahingegangen des Namens. Als der Baal - ing er Mincha beten •ah. musste zittern, l'nd .AVenn erst die Stunde Im Wik 1.; -! m in n, I ' rank hin de-* Kaatschen]" m> l'ii'ii in I'iosa, x <»Ii der I.iterarist heu a. M.. ist _jüne>t ein n M a i t i n Hub;• r er einem f 'i< Iiier ■■•cviin.- \n- ■n :>i eine ausfühl liehe Würdi-uiiL; die hallen, veröffentlichen wir eines desselben. h Küt; i) ..Die I .'Hell. l-'.s . Indem \> if un \\ i L. . \..rl.. -am.-steii Rapi'.i Vinn. d. Red. und zitterte, und wer ihn an einer sprach zum anden'*i : kommt, den Sabba: zu empfangen, wird die Irrende gewiss zu ihm heimkehren. Denn was »immer ihm je w iderfuhr, noch nie hat er den Sabbat ohne Freude empfangen." Abeidie Stunde kam. und : der . Baal- Schein empfing den Sabb.it in grossem Zittern und hielt den Becher in einer zitternden Hand. Fnd - og'iei« h ging er \ on danivn in die Stube, in der er zu schlafen pflegte, und legte sich auf die L>de, das (lesielu zum Bolen und die Arme von sieh gestreikt, und lag so eine lange Zeit, l'nd da das llausgesind und die (iäste auf ihn warteten, kam