Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 49 (11.12.1908)
- Date
- 1908-12-11
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49. Neue National-Zeitung' Seite 9. I Kais. Rat Dr. M. Brunn er. | Wien. Am 3. d. M. früh ist hier der verdienstvolle Direktor des Allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummeninstituts, kaiserlicher Rar Dr. Moritz Brunn er, nach längerer Krankheit gestorben. Dr. Brunner hat das Institut durch 22 Jahre geleitet und es zu einer in fachmännischen Kreisen anerkannten Musteranstalt ausgebildet. Auch in 'wissenschaftlichen Kreisen erfreute er sich .grossen Ansehens. Er war am 30. August 1846 zu Pohrlitz in Mähren geboren, studierte am Gymnasium in Nikolsburg und am Akademischen Gymnasium in Wien, später an der Breslauer Uni\ersität Philosophie und an der Wiener Universität Geschichte, Geographie und Pädagogik. Er erhielt die Lehrbefähigung für Mittelschulen, wirkte am Staatsgymnasium im \3. IBezirk und trat dann in das Taubstummeninstitut über, wo er als der Nachfolger des kaiserlichen Rates Deutsch Direktor wurde. Direktor Dr. Brunner war auch schriftstellerisch vielfach tätig. 1 Er verfasste „Beiträge zur Geschichte der letzten Karolinger in Frankreich", eine Geschichte des von. ihm geleiteten Taubstummeninstit'us, „Geber die psychologische Lehre von der Reproduktion und Apperzeption mit besonderer Rücksicht auf Taubstummenunter - rieht" usw. Die Mission Armin Vamberys. Budapest, den 7. Dezember. „Wenn die Not am höchsten, ist der — Jude am nächsten" — dachte sich wohl der Minister des Auswärtigen, Ba- 10:1 Aehrenthal, als er vor einigen Tagen unsere:' hochverehrten Freund und Gönner Prof. Vamb e r y zu sich berief. Die intimen Beziehu igen Vamberys zum Grossherrn, seine grosse Autorität im Orient sind weit und breit bekannt |imd trotzdem hat man in unserer Monarchie einem Manne wie Vambery bisher weder die gebührende Stellung, noch den entsprechenden Einfluss eingeräumt. Hüben und drüben ist eben der Klerikalismus mächtig und man kann nicht vergessen, dass Vambery kein ungarischer Chauvinist ist und dass er sein Judentum nie verleugnet hat. Nun, da die Boykott-Bewegung in der Türkei für unseren Handel vernichtend wirkt, hat man sich am Ballplatz erinnert, dass Vambery (Reschid Efendi) der einzige Mann ist, der helfen könnte. Die Einzelheiten der Unterredung zwischen Baron Aehrenthal und Prof. Vambery entziehen sich der Oeffentlichkeit. Soviel ist jedoch bekannt, dass letzterer um seine Intervention bei dem jungtürki sehen Komitee, dem er in letzter Zeit als Vize-Präsident angehört hatte, gebeten wurde. Vambery schrieb auch sofort nach Konstantinopel und erhielt heute folgende Antwort: „D i e () 11 o m a n i s c h e V e r e i n i g u n gi ü r,E i n igung un d Fortschritt. Zentrum in Konstantinopel. Hochgeehrter Herr! Ihr vom 2. Dezember datierter erhabener Brief ist in den Händen der Achtung und Bewunderung angekommen. Wir danken Innere hiemit vom Herzen für die Dienste, die Sie unserem Komitee und dem osmanischen Reiche im allgemeinen seit vielen Jahren geleistet haben. Die Vorschläge, die Sie bezüglich der Erneuerung der Freundschaft zwischen den l'ngarn und den Ottomanen machen, sind von unserem Komitee dem Zentralkomitee nach Saloniki gesendet worden und die Antwort wird zur gehörigen Zeit Ew. Hoch wohlgeboren mitgeteilt werden. Im übrigen verbleiben wir in hoher Verehrung. Siegel des Komitees." Prof. Vambery dürfte demnächst nach Kon stantinopel reisen. GSMGIN&5=<jns> VSRGkNSNGtöRiCraW Wien. Der I. W i e n er i s r. h u m a n i t ä r e II <■ i r ,1 t s A u s s t a t t u n g s e r e i n ,.U h a n u s a t Ii Kai u" hat si< Ii in den letzten Tagen konstituiert. Der neue Verein beabsii Ii sigt, seinen 'Mitgliedern besondere Vorteile speziell b e z ü g lieh des Alters der zu begünstigenden Mädchen zu ge währen. Auch sollen jährlich an acht Waisenniädchen Ileiiats Unterstützungen gewährt werden. Wien. I L e s eu n d R e d e h a 1 1 e j ü d. Ho c h s c h ü 1 e im Sonntag, den 13. d. M., um 9 I hr vormittags, findet im Vereinslokale eine a u s s e r o r d e n t 1 i c h e P 1 c 11 a i' V v' r s;i m in 1 1111 <j der ..Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler in Wien'" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wahl zweier Revisoren: 2. Ernennung von Ehrenmitgliedern; 3. Eventu.ili.i. Im Falle der Beschlussunfähigkeit der Plenarwi-Sammlung findet um halb 10 Uhr eine neuerliche ausserordentliche Plenarvcrsammlung statt, die ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussäfhig ist. Wien. (D i e K a i s e r f e i e r des T e m p e I v e r e i n c s R r i g i 11 e n a u.) Die n s t a g, den 1. ds.. veranstaltete der unter der Leitung des Herin Herrn. Kit bogen stehende Brigittenauer Tempelverein in seinem stattlichen, festlich beleuchteten Tempel einen solennen Festgottesdienst, bei welchem das Polizeikonimissariat, der Bezirksrat, das ir.ngistratische Bezirksamt und der Kultusvorstand durch Deputationen vertreten waren, und bei welcher G-cmeindcr.tbbiner Dr. Abel e s eine von den überaus zahlreichen Zuhör. rn mit gespannter Aufmerksamkeit angehörte, geistvolle, von Heizen zu Herzen gehende Festpredigt hielt. Nach Verrichtung des Kaisergebetes vor offener Bundeslade und nach Absingung des Kaiserliedes schloss diese erhebende Feier. Wien. (W i e n e r B e t - II a m i d r a s c h - V e r e i n.j Sonn tag, den 13. Dezember d. |., präzise 7 Uhr abends, findet aus Anlas* des Ablebens des Herrn Rektors M. Fried man 11 im Vortragssaale des Bet Hamidrasch, II., Ferdinandsstrasse 23 die Trauerandacht iHesped) statt. Den Hesped hält Herr Oberrabbiner Dr. M. (iüd cm a n n. EI mole rachamim Herr Obcrkantor Bela G u t m a 11 11. Der Eintritt ist mit Rücksicht auf die beschränkten Raum Verhältnisse nur gegen Vorweisung der Einladung gestattet. * Damit die durch den sei. Lektor Friedmann beliebt gewordenen Sabbath-Vorträge im Bet Ilamidiasch keine Unterbrechung erleiden, hat der Vorstand bis zur definitiven Regelung das Provisorium eingerichtet, dass die derzeitigen Dozenten, die Herren Rabbiner Dr. G e 1 b h a u s, Dr. Kant i n k a und Dr. R u b i n die Vorträge abwechselnd halten. Samstag, den 12. d. M.. (präzise 11 Uhr vormittags 1 wird Herr Rabbiner Dr. Kaminka jm Anschlüsse an die Sidra den Sabbath Vortrag halten. Wien. (K o m i t e e zur P f 1 e g e u n d F ö r d e r u n g d e r m o d e r n e n jüdischen Literat u r u n d Kunst; Sitz: IL, Obere Donaustrasse 51 >. Sonntag, den 20. Dezember 1908, <S Uhr abends, findet im Gewerbevcrcinssaale, L, Eschenbachgasse 9, ein jüdischer Vortrags-Abend unter Teilnahme folgender literarisch artistisch-musikalischer Kräfte statt: Schriftsteller A. Loubetzky, Klaviervirtuose J. Wolfsohn, Schauspieler Herr D. Heimann usw. Die Karten zum Preise von 5, , 3, 2 und 1 K sind zu haben im Kaffee Bramer, IX., Liechtensteingasse und bei allen Mitgliedern des Komitees. Troppau. ( M a k k a 1) ä e r - F e i c r.) Am 20. Dezember findet im ..Drei Hahnen" Saale die diesjährige M a k k a b ä e 1 Feier statt. Die Festrede hält Herr Felix Saiten; weiters haben Frl. Lia Rosen und Herr Konrad Loewe vom Burg theater ihre freundliche Mitwirkung zugesagt. Das Reinerträgnis