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Neue Nationalzeitung · 1908-12-11 · Heft 49 (11.12.1908) · p. Seite 7

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 49 (11.12.1908)
Date
1908-12-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 49. scu bei den im dritten Kapitel des Straffesetzbuches genannten l 'ebertretungeei. Die Stadtverwaltung (belcdije leiten der Bürgermeister (schehir emini . dem .ein Sekretär (katil>> und ein Schatzmeister (sandyk emini beigeordnet sind, und die Stadtxcrordneum ersammhuig (beledije medschlissi , welche sechs bis zwölf gewühlte Wütglieder zahlt. Der Bürgermeister wird .aus der Zahl (ler Stadtverordneten,auf \ i--r Jahre vom Wali ernannt und wird besoldet. Die St .idtverordneten'\\ erden Von den wahlberechtigten Angehörigen der Stadt - gemeinde auf vier Jahre gewählt: sie müssen türkische Staatsangehörige und 30 Jahre alt sein, (Grundbesitz haben und 500 Piaster jährlicher Grundsteuer zahlen, im Besitz der bürgerlichen (Ehrenrechte 'und nicht mit einer Strafe von einem Jahre oder wegen l miherstreifens vorbestraft sein. Die Stadtverordnetenversammlung" soll zweimal in der ,Wo< he zusammentreten und ist zuständig: a: für die Verkehrspoliz n, Genehmigung von 'Xeu- und rmbauten : Anlage und Erhaltung von Verkehrswegen und Verkehrsmitteln: Beleuchtung" und Verschönerung"; b für die Verwaltung" de1' Wasscrangclcgcnhciten, des (iesundheitswes ras; Krankenpflege und Ausübung der Leben nittelpoii ui; Kanalisation und Anlage von Schlachthäusern : e' für die .Beaufsichtigung der Märkte, Zünfte, Lustbarkeiten und Schenken und für das'Gewichtswesen : d für diie Verwaltung der ihmevom Staat überlassenen und übertragenen Abgaben, die in den einzelnen Stadtgemeinden \ erschieden sind. In Betriebt kommende (besetze: (les. v. 7. Dschemasi 1281; v. 29. Siiawwal 12^7: v, 5. Hasiran I2<)~,; v. 27. Kamasan 1294. Dr. RÜBEN MEREü (Lemberg): ©ie Raubmorde in (jalizicn und die ^b^chp^assnahmen. Vor ci -igen Tagen, an jenem Donnerstag" als die jüdische (icmcindcndcputation huldigend, vor dem Throne Seiner Majestät erschien, wurde in unserer Stadt ein schrecklicher Kaubmord an dem Ehepaar, den I lausbcsitzcrn Stoff, von ihrem Hausbesorger verübt. Bis zur Stunde sind die Mörder oder der Mörder noch nicht in den Händen der Sicherheit^ behörde. Es versteht sich \ on selbst, dass der Dop pelraubmord nicht verfehlt hat, tiefe beängstigende Trauer her\orzurufen und unser apathisches Publikum zu Reflexionen anzuregen; richtiger: die seit ajhren von Ihrem Referenten im _.,Schomer Israel'" ventilierten (/edanken ins Gedächtnis zurückzurufen. Es möge uns gestattet sein, einiges voranzuschicken. Seit Jahren geht es mit der Flrw erbsfähigkeit in Lemberg sowie in Galizien überhaupt stark abwärts. Wer sich ein Bild des überhandnehmenden Elends machen will, möge sich beim hiesigen Kultusvorstand zur Vorpessach Zeit die enorme Zahl der Bittsteller ansehen, die um einige Kilo Mazzes und Kartoffel, eventuell um einige Gulden bitten. Es soll die Personenzahl bis 25.000 Köpfe gewac hsen sein. Wir haben diesen Gegenstand Vorjahren der öffentlichen Diskussion unterzogen, unsere Vorschläge Seite 7. derselben vorgelegt, leider ohne den geringsten Erfolg. Von den Vorschlägen mögen hier einige ErwäInning finden : 1. Anstellung j ü d i-rher 11 a u s b e s o r g e r in den 7; 4000 jüdischen Häusern in Lemberg. 2. Errichtung einer 11 aushaltungsschule für die weibliche fugend, an welcher Köchinnen, Gouvernanten u. a. herangebildet werden sollten. Mit dieser Schule sei ein Mädchen heim für \ erlassene elternlose Schülerinnen in Verbindung zu bringen. Die Leitung. Lcbciw achung und die Erhaltung dieses Institutes sollten teils von der Lemberger Ge meinde. teils \ on der Baron 11 irsch-Stiftüng besorgt werden. L eberilies -olltc -in gl ossangclegier jüdischethischer Frauenbund das ganze Gebaren beaufsichtigen, und eine geeignete Sparkasse anlegen, um den betreffenden Mädchen eine kleine Mitgift zu sichern. Als im folgenden {ahrc Frau () rausch und ihre jüdische Kö< hin \ on der grauenhaften Hand des Hausbc-orge! s und seinen Komplizen in ihrem eigenen Hause ermordet aufge funden wurden, da trat zu meinen früheren Argumenten des Broterwerbes .noch das wichtigste hin.ai: Schutz vor Raub und Mord im eigenen Hau-e. Wir berieten eine Versammlung ziu" Besprechung dieser Präge cm. Leider wurde dieser Appell mit Vhselzucken entgegengenommen. Das Institut der jüdischen Haus besorger trat nicht ins Leben und 'das jüdische Elend in Lemberg greift mittlerweile um sich. Donnerstag umstanden Hunderte von Menschen das Haus des hingemordeten Besitzerpaares. Herrn und Knau Stoff, lie in ihrer Wohnung von der mörderischen Esaudnuid ihres Hausbesorgers und Zimmerdieners die Todcs's'.ös-c erhalten hatten. Der 11 ausherr erhielt die Scheitelhiebe in seinem Bette .schlafend, wiihrend dessen Gattin in der Küche in schrecklicher Weise durch Zertrümmerung des Gesichtes, wahrscheinlich auch der Schädelbasis ihren Tod fand. Gleichzeitig wurden noch andere Mordtaten an Jude;,, wieder in Rawa Ruska, gemeldet. Nochmals werden wir diese Frage, welche wir vor drei Jahren auf die Tagesordnung gesetzt haben - Selbst seh u t z d u r < h E i n - e 1 / u n g j ü d i s c h e 1 Hausbesorger in öffentlichen Versammlungen zur Sprache Idingen. Nochmals werden wir den Lemberger Hausbesitzern zurufen: Schützet euere armen Staminesgeno>.-;e!), ]; 1 s>l sie nicht erfrieren und \ erhungern und diese Verden euch schützen und decken, werden neue Helfer eueres Lebens sein. Diese Worte richte ich an alle Stammesgenos sen , in welcher Stadt. '■ 1 welchem Lande im 111er sie wohnen. jüpFechsaaL Der Wiener Oberrabbiuer uud der „Kadisch" Lo bliche R o d a k t io n! Das Kar]i-i"lis.-!-(-n gehört zu jenen l-'äunchtun.uen <Fjüdisrheii Rhu-, m-J. itr »ria-a \<>m denen ^•.•ü\>\ «rnk-n. «.Ii andere Zeremrmien unbeachtet la-oen. Dt Ahnenkulne. dv über den Tod d;.t:.-rnde Ver •linm.n' tür den i-'ie.n Angehörigen sind ••;> , win^t cd tu; den juileii. cl.i — er bei der weitestgehenden Iövii;< -r •; <h |aluveit ni> ht \ :»i überstrnelien las t. ohne .um k;eli-< h e/e-ian-en /u -'in. i'e'er die Bedeutung des K:uh>el.^a-1 11s b-a .ehe ii Ii mich in Ihrem Blatte nicht noch weiter zu ergehen. Neue National-Zeitimg"

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