Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 49 (11.12.1908)
- Date
- 1908-12-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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„Neue National-Zeitung4i ll> Slllli ' M'inc gros-» so l i -fern-U (hazanow je, ien National ■An- <-r llu. ' o.( >» >o '' ' •sein GERSON RUBINOWITZ: ©i*. Dosef @hcizano\vicz, der J3cgpündcr der ^aticnal-Jiibliotlicl{ in Ucrusalcm. Wiewohl <T seil vielen Jahren in Bialy-;»ik lebt, i-»l Dr. Chazanowicz nicht nur meinen Brüdern in Kussiand. >nn- (iern;iuch den luden aller Weltteil»; bekannt. Au--: rh.i" Wohnsitze* kennt man ihn hauptsächlich dun! 1 .ebensaulgabe, »lie man -- wäre sie nicht ein Saclf - sein Steckenpferd ncinu-n könnte. 1> ist der Begründer und 11aupth'irderer dir jüdihihliothek in Jerusalem. Durch \ iele Jahre -am um Buch für die Nationalbibliothek. and die .?<>.(>»><■ Bände, welch" in zwei oder dnä von »hu l'-'nai I'.rith diesem /wecke gewidmeten Rimnien aufgestapelt sind, bilden »>in Mununient der besonderen Ausdauer und I Iingelunig an eine gio-se Sache von si iten eines Einzelm'ii. 1 >r. ( hazanow icz i-t der nationale Bücherwurm, Büchersainnih-r und auch I>üchi-i bettler des jüdischen Volkes. Vielli-icht bildet seine ausserordentliche Konzen! riert heit auf dieses Werk seine Hauptexzen trizitäi. Er ist imstande. meilenweit zu •bellen, um einen bestimmten Band für seine Summ hing zu sichern; die Möglichkeit, ein paar wichtige Bucher. entweder (buch Kauf oder duaii Spende, zu erlangen, kann ihn alles andere in der Welt verges-en lassen. Er i-t ein eifriger Zäunst; »ine-; der erstell M itglied»a' tlel" ( hovevei Za>n. AI er er hat seine eigene lies andere Tätigkeil erwählt, weiche jeder aiuleren Arbeit unähnl eh ist. Kr ha' sa h seine eigene Aufgabe gest.Ut und hat sein Feld durch ungefähr /wanzig Jahre nahezu ohne II die bearbeitet. I)ie Aufgabe, die »•: sich gestellt hat, besteht darin, eine gross»' Nationalbibliothek in Palästina zu schaffen. Diese Iii bliothek sollte für alle Zweig»' jüdischer Wissenschaft, ("»eschichte, Kultur und alle Dinge, die mit dem jüdischen Leben zusammenhängen, eine rej. quelle bilden Tode Art Literatur, die in irgend einer Sprache ,enial über das jüdische Volk geschrieben worden, »eilte hier g sammelt werden. Natürlich s\ mpaihi-iei teil alle Zioiii-teii, -o wohl die ntaieii als auch jene der alten S. hule nut < 1 s n I'rojekt. Aber nicht alle konnten den (iei-i und du h ih i /weck dies»'s Mannes, »ler Bü» her über; j 11. - - andae -teilt erfassen und schätzen. Kr ist deshalb auch über die -per liehe ( nterstützung, welche ihm zumil wurde, eini-eiina-- -i kostet, diese "Bücher zu sammeln: ein ganzes Leben ist mit diesem l'iojekt. eine Bibliothek in Jerusalem zu schaffen, erfüllt: jeder Moment seiner Musscstundcn ist dieser Idee geweiht. Kr kauft die Bücher aus eigener Tasche, bittet, wo »■r kann, um Spenden und schickt immerwährend Pakete und Kisten \m1I Bü.cher \on Biahstok nach Jerusalem. Dr. Chazanowicz beklagt sich hauptsächlich über den Mangel an ]niere--e seitens der kulti\leiten Zinnisieii. deren Idealen er zur Realisierung \ erhilft. Man hätte auch erwartet; diirteu , das> einige der europäi-i heu < >rga - nisationen, die sich tür Palästina interessieren, wie:' die Alliance, die La, die E/ra stau I'rojekt unterstützen •würden. Aber auch hier in sah «ach I >r. Chazanow i» z enttäuscht Trotz all dieser Vorurteile würde »lie Ausführung des Plane» - wie im Be.»ha» hier in Rus-«!and erzählt ras» her < haraku < "trün vor >ieh gehen, wenn nicht der eigenarii ders selbst ein Hindernis bilden würde. < »bwohl weit be kaum, ist Dr. < 'hazanow icz im Crunde ein so best beiden»'!' Mann, mit so zurückhaltend»1!! und ruhigi-n Manieren und sol her Scheu vor Lärm und < hffent lichkeit, dass sein giosser I'lan nicht so rasch fortschreiten kann. Ein Mann \ on zarter Empf iiidsamkeit. flieht er jede öffentliche Reklame und veiab-cheut die 1'rahleri-ieii, den Bombast und die lauten Aufr ife eben öffenlliclH'ii gebraucht werden, seiner eigenen h der zionistis< heil W die bei man Anr»'gung»n Er arbeitel in »nden-n Ecke •Ii ruhig und Dr 3o$cf Gbaxanotvicz. Wi ii5 bescheid»ai weiter; er sauunell mit »hau I'h isse eines Maulwuifs Puch um Buch, Pamphlet um Pamphlet und transportiert sie nach Palästina, glücklich in »lern < iedank»ai. dass s < h dort, in c11-111 Lande »ler jüdisch» n llerziaisw üiisclie, die Büi her der jüdi sehen Lehre nach und nach lang sam aber sicher aufspeichern. Die einzigen öffentlichen .\<-u-seruiig"en, die Dr. Chazanowicz in Bezug auf sein Werk getan hat. waren für den Mann charakteristisch. Er schrieb \on Zeit zu Zeit an die hebräische: Press«' Russlamls und anderer Länder und zeigte ihnen an, dass Ii:, her lür die Nationalbibliothek in Jerusalem lur ihn allein zu gross sei. und daser, falls e »h i ]enigeii. die an »kr Sache interes-icrt sind, la- Lnternehmen aufgeben werde. < >b i )r. Chal'nterstützung » rhält oder nicht, ist iiTelex aut : er wurde seine Drohung niemals ausfuhren, obwohl er noch ähnlichen Inhalte-, an die hehräis» e Pres««e Er drohte schon s > oft sein Werk aufzugeben, e Briet von ihm. \on der Presse nunmehr als die Albe,;. zu sammeln, niehi von S< Hille kau..-, zaiiown /. ein .1, enttäuscht und verbittert. S e i n e Aul": ei ■• 'heint ihm aleine Sach» \ on überrageiidei' Bedeutung-. A«'had Ilaam - Zi--i ist die Schaffung eines geistigen Zentrum» in Palästina. Dr. ( hazanow icz wünscht, dass seine Bibliothek »las Zentruni diese.-» Zentrums werde. 'Wie bereits erwähnt, sind gegenwärtig s» hon mehr nl- 20.000 Bände in der Bibliothek (iewiss eine beträ» htli< lie Menge. Es ist wahr, Herr Carnegie kann an •■itieni Tage so viel zusammenbringen lassen; aber Dr. ("hazanowiiz i-t kein Carnegie. Es hat ihn zwanzig Jahre seines Lebens gemehren Bii gerichtet hat da-» jeder i Scherz angesehen wird. Trotz, seiner Drohung-n. sein ..Steckenpferd" aufzugeben, gehören Dr. ('hazanow ic/'s Aus »lauer und Redlichkeil bei der Arbeit des Bü< hei-anmi-'ln» zu den anziehendsten Zügen im < harakti-r dieses Mann 's. So gar wenn er zu seinen Patienten kommt, ist er auf dein Lugaus nach Büchern, and sobald er seine Pflicht als Arzt getan hat, beginnt er um irgend einen Band mit hebräischen Schriftzeichen, den er erblickt, zu handeln oder zu bitten. So viel über Dr. Cha/auowiez, den Nationalisten und Förderer jüdisclu-r Kultur. Wie bi-reits angeili-utet, ist er als Mens» h ni< ht weniger interessant wie als Arzt. Die persönlichen