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Neue Nationalzeitung · 1908-12-04 · Heft 48 (4.12.1908) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 48 (4.12.1908)
Date
1908-12-04
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. .Neue National-Zeitung' Nr. 48. Die Klage einer nichtjüdischen Frau nul KxhunikTung tk-i t'.cljrinr ihre-, jiiciix hen Mannes ain jüdischen Friedhofe bildet jiing.-a dif. l ie^i-n.-.tand eines sehr interessanten J'r.>zesses vor dei;i Faiulyenciite Ji r r in c n und dem (>berlandest;'ericlit.e H a n: h u r Ha e- .-ich liier um eine prinzipiell wichtige Frau, handelt, vollen wir dic-en Rechtstall ausführlich darstellen: •ll. wollet Der Maler J dem Friedhofe der beerdigt worden. Grabsteüe, \ eri.it tritt aus der verlangte sie die machte, dass sie diesen Ret htsta f .\ e u m a r k i.->! - r a e 1 i t i s c h e n •Seine Witwe erwarb iIh ausführlich am i~. M; (Ictneinchauch die rz 1005 am in BreiiK-n iienachbart las Anrecht 11 f (iuuli ihren Aus s r a e 1 i t 1 .- c h <• n vi r 111 e i n d e. Nunmehr F.xhumierung der Feielie. indvin sie geltend im Tode mit ihrem Manne vereinigt sein wolle, was nur tnögl t c r k o n t s s i o n e 1 würde, wo sie in/w is sei der Wunsch ihres Friedhot bestattet zu ch sei. «0111 die Leiche nach dem in len Klneiisberger Friedhofe überfüllt i hen zwei (o abstellen gekauft halte. F.¬ Mannes gewesen, auf dem Khiciisbcrge: werden, doch habe Ihn Rabbiner Dr. Rosenak sie zu bestimmen \ermocht. die Leithe auf dem israelitischen Friedhole beisetzen zu lassen, trotzdem sie ihm von dem Wun-che ihres Mannes Kenntnis gegeben habe. Diese Darstellung wurde jedoch von Dr R. besinnen. Nachdem der Vorstand der Gemeinde die Lxhuniierung abgelehnt hatte, erhob die Witwe Klage auf Finwilligung in die Fxlrtniierung und l "ebeiführung der Leiche ihres Mannes nach 'dein R hrens berge r Friedhofe. Die Gemeinde begründete ihre Weigerung der Fxhuniierung damit, da-s. laut Gutachten des Herrn Rabbiners ])r. Rosenak, nach den Ritual Vorschriften, die auch der Klägerin bekannt seien und denen sie sich dun h die Beisetzung der Leiche ihres Mannes auf dem Gemeinde-Friedhofe unterworfen habe, die l'xhumierung einer Leiche prinzipiell verboten sei. Als Eigentümerin des Iriedhofes brauche sich Beklagt- Eingriffe in ihre Rechte, wie sie liier vorliegen, nicht gefallen zu lassen, auch habe sie statmetigeinäss die Verpflichtung, für die Erhaltung der mit dem jüdischen Kultus verbundenen Einrichtungen zu sorgen. Die Klägerin bestritt, dass auf den vorliegenden l all die Ritual-Vorschriften Anwendung finden könnten. Auf alle Fälle gingen diesen Vorschriften di Rücksicht auf die Familie und die dem Toten schuldige Achtung und Pietät vor; ausserdem würden die religiösen Gefühl - der Gemeindemitglieder in keiner Weise verletzt, da der Standpunkt der Gemeinde als liberal zu bezeichnen sei. Für diese Behauptung berief sich die Klägerin auf das Zeugnis eines einzelnen Gcmeindemitgliedes. Di Beklagte betonte demgegenüber, dass die Gemeinde /.war viele liberale Mitglieder haben möge, dass aber die Gemeinde als solche nur Institutionen unterhalte, wie jede andere othodoxe Gemeinde. Das Religioiisgesetz habe sie h seit Jahrtausenden nicht geändert, etwaige Ausnahmer. -- die allerdings beständen, z. B. bei Grabschändung, Zerstörung des Friedhofes oder Enteignung durch den Staat kämen hier nicht in Frage. Das Landgericht Bremen, sowie das Oberlandesgerieht Hamburg gaben der Klage statt. Die Zulässigkeit des Rechtsweges, die die Beklagte bestritten hatte, wurde bejaht. Im feurigen gehen die Entscheidungsgründe dahin, dass dem Verlangen der Klägerin nach Exhumierung einer annehmbarer Grund zur Seite stehe, nämlich der, mit ihrem Manne dieselbe Grabstelle zu teilen. Dies sei ein berechtigen' Zweck, weshalb auch eine Störung des Friedhof-Friedens nicht vorliege. Die jüdische Toynbee Halle in Wien. In einem längeren Feuilleton in der Berliner „Vossischen Zeitung" bespricht Max S c ii a c h e r 1 das Wiener Volksbildungswcsen und kommt auch auf die „T o y n b e e - II a 1 1 e" zu sprechen. Es heisst da: ,,Von seinen Studienreisen in England hat Professor Dr. Leon Kellner den Platt der Errichtung eines solchen Institutes 111 Wien mitgebracht. Nun hat auch Wien seit einigen Jahren seine ,,'Fo\nbee-ilalle", die ganz nach dem Muster der Eon doner Dalle funktioniert. Allabendlich versammeln die Hausherren öoo Personen, Frauen und Männerx junge und alte, um sich, und die erlesensten Vorträge werden ihnen geboten. .Nach dem 'Fee folgt eine Diskussion, in der einige Besucher ihre Ansichten zu dem gegebenett Thema äussern, Y.s ist erstaunlich, welche Erziehungsresuhate mit dem Publikum erzielt wurden, frappierend geradezu, wie sie alles Gehörte individuell \ erarbeiten, wie sich ein scheuet', stotternder Redner allmählich zu einem glänzenden Sprecher entwickelt, der die 'Fliesen des Vortragenden schlagfertig bekämpft. Kein anderes \ olksbildungsheim lässt sich von einem so konsequenten Kr ziehungswerk leiten wie die „Toynbee-II alle", l'nd die Mehr zahl der Besucher ist an die Halle, an die anderen Besucher ilort so gewöhnt, dass sie den Abend um keinen Preis anderweitig zubringen mochten. Nicht nur bildend, sondern auch 11101 aüseh wirkt ilie ..Tovnbee-l lalle". Sie ist im höheren Sinne einige andere, die in einigen Gros>iädien nach diesem Muster entstanden. Auch Berlin hat nun. wenn auch vorläufig noch in ganz kleinem Masstabe. eine ..To\ nbee-Halh ". Pcrsonalnacliriclitcii. Frau Amalia Beck, Präsidentin des Israelitischen Frauen- \\'ohhätigkeiisvereines ,.Josefstadt". Wien, VIII. und Präsiden Im des \\ euer Rekou\ales/enienlivinr.'s ,.1'hilaiUropia" für arme israelitische f raueti und Kindel' wurde von Seiner Majestät mit dem Goldenen V e r d 1 e 11 s t kr e u z mit d e r Krone ausgezeichnet. ßrictyastcn der Redaktion. Herrn Gottlieb Bettelheim. Ihr l'rteil über die Haltung unseres Blattes interessiert unseren Herausgeber -ehr wenig. Wir glauben jedoch. das.. Sie sich vergeblich echauffieren, luden Kultusvorstand lassen Sie die Heiren doch nicht hinein. KülttiSWähler. Dr. H. L. hat offiziell nicht kandidiert. Die Simimen/ahl. die er erhielt, beweist aber, dass er sich glosser Sympathien erfreut. A. Z Der Artikel kann ev. erst nach Neujahr erscheinen. - Verein in S. Ihren Aufruf können wir nicht vcröffentD hen. Sekretär. Las Referat für Sanitätswesen ha! jetzt im gahzis« hen Landes.ui^schuss Dr. Peruadzi kouski um der \olkspartei übernommen. Wir wollen nun sehen, wie er sich, zur Affaire \>n f' ibrek -teilen wird. Da-s die Sache bisher nicht vorwaris gekommen ist, beweist wie gr iss die Indolenz der galizischen Judenschaft. speziell ihrer '.V r sorger" ist. Wir haben unsere pul .li/is1.!: che Pflicht getan. 1 i r f r 11 rrifm r t nm 1 1 ri rrrnrnmiTmii nrrrnrnn nnin 1? 1 rtrrrit 11 ■ KLEINER ANZEIGER. imiiiliiiriiiini 111111111111111111......1 iiiiiii 1 im. ■■■■.....ii i Israelit, 33 Jahre alt wünscht liohnfs Ehe häuslich erzogenes Mädchen mit gutgehendem Geschäft kennen zn lernen. Provinz bevorzugt. Anträjfo untor „Charaktervoll11 an die Expedition. 38jähr. intell. Fräulein, Israel., Geschäftsinhabeiin, wünscht behufs Eho tücht. Geschäftsmann oder sicher angestellten Beamten, nicht unter 40 .Tahron, können zu lernen. Nur ernstgemeinte Anträge unter „Waise" an die Expedition. IV Ueber vielfachen Wunsch unserer Liser haben wir uns entschlossen, in der „NEUEN NATIONAL-ZEITUNG" einen ymr KLEINEN ANZEIGER z i eröffnen. In demselben gelangen Heirats- und Verlobungaaiizeigen o.vie Heiratsannonzen zur VeiöfTentlichung. Da sich die „NEUE NATIONAL-ZEITUNG" ii.folgc ihrer grossen Verbreitung in jüdischen Familien für derartige fnserate besonders eignet, haben wir für dieselben (in obiger Grösse) einen Einheitstarif von 2 K bestimmt. Gefl. Mitteilungen bitten wir zu lichten an die Adresse: .KLEINER ANZEIGER' der Neue National-Zeitung Wien, 1. ISczlrlt, Zellnlcagasse Nr. 11. Ein Probe-Abonnement für den Monat Dezember! Näheres am Umschlag, Seite 2. ( im- \ olkssclink lietMeit Volk.wl die htm. l.ehrnteisiorin viek I hese Institution r Angehöriger war wnbildlirh für

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