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Neue Nationalzeitung · 1908-10-30 · Heft 43 (30.10.1908) · p. Seite 6

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 43 (30.10.1908)
Date
1908-10-30
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. „Neue National-Zeitung" Nr. 43. Eduard Ritte* \?on g>chvfrtitzeis k. u. k. f eldmar$cbalM:<ufiiaiH. Von besonder er Seite wird uns geschrieben : Man wird nicht fehlgehen, wenn man die in diesem Blatte bereits registrierte Nachricht von der Beförderung des Generalmajors Eduard Ritter von Schweitzer zum Feldmarschall-Leutnant mit der Annexion Bosniens in ursächlichen Zusammenhang bringt. Wenn dies vielleicht nichti.bewusst geschehen ist, so bot die Annexion des Okkupationsgebietes sicherlich die beste Gelegenheit und, den passendsten Anlass, den „Helden von K r e m e n a c - € e rnic", wie der damalige Oberleutnant in der Okkupationsgeschichte wiederholt genannt wird, der allerhöchsten Auszeichnung zu teil werden zu lassen. T.-m •£. Eduard Riwr von Schweitzer. Als Offizier hat sich Schweitzer im Okkupationskriege als Oberleutnant und Regiments-Adjutant im 32. Infanterie-Regiment seine ersten Lorbeeren geholt. An dem Siege bei Kremenac-Cernic und insbesondere an der Befreiung von Stolac von den Aufständischen hatte Schweitzer hervorragenden Anteil. Und unter welchen Entbehrungen unsere Soldatein ihre heldenmütige Aufgabe auszuführen hatten, geht aus der Schilderung eines damaligen Kriegsberichterstatters hervor. Die Befreiung von Stolac1 hatte die Aufständischen noch immer nicht vollständig zur Ruhe ge - bracht. Sie tauchten noch immer bald da, bald dort auf und beunruhigten die Unsrigen. Am Abend nach der Einnahme von Stolac konzentrierte sich das 32. Infanterie-Regiment auf der Stolacer Ebene. Der Regen fiel in Strömen. Oberst Baron B a b ic und Oberleutnant Schweitzer zogen sich vor dem Unwetter in ein türkisches Haus zurück. Des Nachts wurden draussen Schüsse hörbar. Schweitzer ging in die finstere Nacht hinaus und erwiderte das von unsichtbarer Stelle kommende Feuer mit Revolverschüssen. Die Aufständischen haben, wie die Untersuchung ergab, in den gegenüberliegenden Häusern Unterschlupf gefunden und von dort auf das Nachtquartier des;un meisten gefürchteten Oberleutnants geschossen. 1 Als Stolac gesichert war, übernahm Schweitzer mit seiner Mannschaft die Zurückdrängung der Aufständischen über Trebinje und den Zubci bis nach Klobuk. Das war ejjrie 4er schwierigsten militärischen Leistungen. Von Tagesanbruch an in sengender Hitze über steile, kahle Berge kriechend, erreichte man nach Sonnenuntergang die Kulo-Bergspitze. Die Entbehrungen und Mühsalen, mit denen die siebentägige Belagerung von Klobuk verbunden war, übersteigen selbst die lebhafteste Phantasie. Uniausgesetzt strömte der Regen herab, nirgends ein Stück Stroh, um ein Nachtquartier bereiten zu können, weit und breit kein schützendes Dach zu sehen. Da war es wiederum Oberleutnant Schweitzer, der durch sein Beispiel aufmunternd wirkte und der Mannschaft neues Leben, neuen Mut einzuflössen schien. Am siebenten Tage war Klobuk auch von den letzten Aufständischen gesäubert. Nach der Einnahme von Klobuk war die Herzegowina pazifizicrt. Unseie Soldaten marschierten zurück nach Ragusa, von da über Kiek nach Mostar. Nach Vollendung der Okkupation erhielt Oberleutnant Schweitzer für seine besonders mutige und Verdienstvolle Haltung vom Kaiser den Eisernen Kronenorden dritter Klasse mit der Kriegsdekoration. Die Auszeichnung wurde ihm in Begleitung einer besonders ehrenden Ansprache vom Erzherzog Albrecht in der Wiener Rossauer Kaserne an die Brust geheftet. Auf Grund der Ordensstatuten wurde Oberleutnant Schweitzer im Jahre 1880 in den erblichen Ritterstand erhoben. Die weiteren Avancements, die in diesem Blatte schon angegeben waren, erfolgten zum Teile aussertourlich. Als General-Major Schweitzer von oben chikaniert und persönlich brüskiert, seine Pensio - nierung erbat, war man sich in der ganzen'Armee darüber klar, dass wir in ihm einen geborenen Feldherrn verlieren. Eine schmähliche Abbitte* Die Ehrenbeleidig'ungsklage des Abgeordneten Dr. Löwen stein gegen die ,Jüdische Zeitung", von der wir berichtet haben, ist gütlich beigelegt. Dr. Isidor M a r g ul i e 3 und sein Sitzredakteur Alexander Geller haben es vorgezogen, dem Doktor L ö w e n s t e i n A b b i 11 e zu leisten und ihm die Genugtuung zu verschaffen, dass sich ein zionistisches Blatt vor ihm feige verkriecht und entschuldigt. Herr Dr. L ö w e n s t e i n, der vom Abgeordneten Breiter ganz andere Sachen hören musste, ohne zu klagen, kann sich jetzt was einbilden. Als jüdisch-nationales Kampfblatt wird man wohl jetzt die ,,Jüdische Zeitung" in geeigneter Weise zu beinützen wissen. Die letzte Nummer der Jüdischen Zeitung" veröffentlicht nachstehende Erklärung. In der Nummer 32 der .Jüdischen Zeitung" vom 7. August 1908 erschien eine Notiz, worin mitgeteilt wurde, dass sich an einem Empfange zu Ehren des Grafen Bobrinjski, des Führers der extremsten Rechten im russischen Parlamente, jüdische Politiker, darunter auch Herr Abg. Dr. Natan L ö w e nstein, beteiligt haben. Diese Tatsache wurde in der erwähnten Notiz in scharfer Weise glossiert. Rücksichtlich der Person des Herrn iAbg. Dr. Löwenstein hat sich nun ergeben, dass diese Mitteilung auf unrichtigen Informationen beruht, da Herr Abg. Low enstein zur genannten Zeit gar nicht in iLemberg war und sich an dem fraglichen Empfange in keiner Weise beteiligt hat. Aus'diesem Grunde haben wir keinen Anstand genommen, uns wegen der in Rede stehenden Notiz bei Herrn Abg. Dr. Natan Löwenstein zu entschuldigen und sprechen unser Bedauern darüber aus. dass er durch jene Notiz grundlos in seiner Ehre verletzt wurde. Die Redaktion,

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