Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- X (1908)
- Issue
- Heft 42 (23.10.1908)
- Date
- 1908-10-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ssit# i. „Neue National-Zeitung' Nr. 4l Die Lehrkörper der Or Thora-Schule, Seror ha Chajim- und Achn'daschule in Konstantinopsl. (Vom Hilfsverein der deutschen Juden subventionierte jüdische Volksschulen mit türkischer Unterrichtssprache.) In Saloniki, wo die Israeliten, mit Ausnahme von Konstantinopel, am stärksten vertreten sind, setzt sich der geistliche Rat aus 4 Rabbinern zusammen und der weltliche Rat besteht aus 9 Mitgliedern wie in Konstantinopel. Ausserdem gibt es dort, mit Rücksicht auf die grosse Zahl der nichtottomanischen Juden einen Gemeindevorstand aus 12 Mitgliedern, die von allen Israeliten, die eine Steuer zahlen, ohne Unterschied der Nationalität, gewählt werden. Dieser Rat ist aber von der Regierung nicht öffentlich anerkannt. Zur Kompetenz der religiösen Behörden der Israeliten gehört auch die Eheschliessung, die Scheidung und die Eintragung der Geburten und Sterbefälle, die Entscheidung über die Gültig* keit von Testamenten und die Rechtsprechung in Ehe- und Unterhaltsprozessen. Die hauptsächlichsten Steuern, die von der Gemeinde erhoben werden, sind folgende: a) Die Steuer oder der nationale Beitrag (iane-milliy*), welche direkt in die Kasse des Konsistoriums fliesest und zur Bestreitung der allgemeinen Ausgaben bestimmt ist, d. h. der Ausgaben für den Gottesdienst, für die Unterhaltung der Schulen und der Wohltätigkeitsanstalten und für die Besoldung der Beamten. Diese Steuer schwankt zwischen V<~3 türk. Liras (l türk. Lira «*r ca. 24 Frcs.). b) Die indirekten S'euern oder die Abgaben für Fleisch, Wein und Käse. Diese Abgaben werden durch eine kaiserliche Verordnung festgesetzt. c) Die Stempelgebühren für die Ehekontrakte und Zertifikate, die durch das Grossrabbinat ausgestellt werden und al9 Grundlage für die Auslieferung eines Passes oder für die Legalisation eines Grundstückkaufs dienen. d) Die Abgaben, die von verschiedenen Kaufleuten, insbe. sondere von Fleischern, Spezerei- und Weinhändlern entrichtet werden. Nach Jehay gibt es ungefähr 145.000 Juden in der europäischen Türkei, 220.0 0 in der asiatischen Türkei, 12 0)0 in Tripolis, insgesamt also 377.000. In Konstantinopel allein zählt man ungefähr 60.COO Juden, darunter 70 )0—80 X) Aschkenasim. Diese Zahlen Jehays stimmen ungefähr mit denjen'gen Daten überein, welche für die europäische Türkei Major R. H über in seiner „Carte statistique des Cultes chretiens* und für die asiatische Türkei Vital Cuinet in seinem Buche „La Turquie d'Asie" (Paris 1892 bis 19)0) gegeben haben.. Nach diesen Autoren beträgt die Zahl der Juden in der europäischen Türkei 160.947 und in der asiatischen Türkei 201.998, und zwar verteilen sich die Juden auf die einzelnen Landesteile wie folgt Europäische Türkei. (Nack Major Huber.) Gesamt* darunter Juden bevölkerg. absol ut proztl. Konstantinopel (europ. Teil) . . 972.800 44.550 4*68 Sandschack Tschadaldja .... 60.0)0 500 0 83 Vilajet Adrianopel....... 1,02*2^1 15.967 1"65 „ Saloniki........ 1,131*42 7+.12 5 6 55 „ Koisowo........ 1,0 8.130 13.560 1 31 „ Monastir........ 848.863 8.247 . ..0 97 „ Skutari......... 294X90 — — „ Janina......... 52M2) 4.000 0'76 ' Snmmu . . 6,900.046 160 947 2 73