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Neue Nationalzeitung · 1908-10-16 · Heft 41 (16.10.1908) · p. Seite 8

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 41 (16.10.1908)
Date
1908-10-16
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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fWß 8. „Neue National-Zcitung" Nr. 41. die Kl mordeten zu begraben, ihre Hinterbliebenen zu versorgen, den Ruinierten y.u «einer neuen Existenz zu verhelfen, so konnte '«lim selbst diesen Aufgaben flieht m zwi <kents|>i "eilender Weise nachkommen. Unter dem Drucke der entstandenen Not lag.» ist in solchen Füllen allerdings eine Verständigung zwischen den verschiedetiartigen und getrennt vergehenden Organisationen angestrebt, es sind auch spezielle Hilfskomitees ,aus Delegierten verschiedener Gruppen der fudenheit gebildet und erhebliche Mitte! aufgebracht worden. Man hat jedoch bei dem Mangel an Informationen, an geeigneten, geschulten Organen und vor allem bei dem improvisierten Charakter der ganzen Aktion nur Stückwerk zu leisten vermocht. Kein Mitglied derartiger Komitees hat sich verhehlen können, dass gelegentlich solcher Aktionen bedeutende Mittel, mit denen bei anderer Organisation viel dauernd Erspricsslichercs h;ttt.\- geleistet weiden können, vergeu d e t \v o r d c n sin d. i! > Die Ursache dieses Misstandes liegt ganz zweifellos nur in der Z u s a in m e n h a n g 1 o s i g k e i t der liest e h e n - den jüdischen Organisationen und W'ohlfahrisbestiebungcn. in dem Mangel an einer allgeni -in anerkannten X e n t r a 1 i n s t a n z." In dieser W eise werden nun weiter die Organisationen geschulmeistert. Selbstverständlich wird das einzige Heil des Judentunis in der neuen ..Zentral- I.nstanz" liegen. Als 'Hauptziele derselben werden hingestellt: ..Für die gemeinsame planmassige Wirksamkeit der jüdischen Organisationen dürften wesentlich vier Gebiete in Betracht kommen : ' ' 1. Förderung 'und Schutz 'der Glaubensgenossen in wirtschaftlicher, moralischer und politischer 'Beziehung. 2. Pflege der jüdischen Kultur. s\ Auswanderung. 4. Ansiedlung. Sache der Delegierten der einzelnen Organisati «neu würde es sein, sich darüber schlüssig zu weiden, inwieweit der jetzige Yeiwaltungsapparat zu vereinfachen wäre und wiche Funktionen im einzelnen einem 'vielleicht mit der Zeit zu schaffenden Zentialbureau der jüdischen Organisationen zu üb i tragen sein würden." ^iirfcer. Jüdisch« Eisenbahner. Konstantinopel, 4. Oktober. (Mitteilung aus dem Deutschen Bureau der Alliauce Israelite Universelle. Der General-Direktor der anatolischen Eisenbahn- Gesellschaft, Herr H u g u e n i n. hat vor den jüngsten jüdischen Feiertagen eine Zirkular-Verfügung an die Hauptämter des gesamten Eisenbahnnetzes gerichtet, des Inhalts, es solle die Diensteinteilung so vorbereitet werden, dass die jüdischen Beamten der Gesellschaft während ihrer hohen Festtage dienstfrei seien. Bei dieser Gelegenheit sei hervorgehoben , dass bei allen in der Türkei in Betrieb befindlichen Eisenbahnen Juden in grosser Zahl in allen Dienstgraden beamtet sind. Vorzug*weise sind es nach der Türkei eingewanderte russische Juden, die sich mit Vorliebe dem Eisenbahndienst widmen und das besondere Vertrauen der Direktionen gemessen. Das gilt namentlich von dem jüdischen Strcckenpersonal, den Zugs- und Lokomotivführern, Heizern und Schaffnern, weil diese sich durch Nüchternheit und Gewissenhaftigkeit auszeichnen und damit die Betriebssicherheit des Eisenbahndienstes erhöhen. gepeinigte Staaten. Israel ZangwilJs neuestes Drama. Washington, Anfangs Oktober. ((hig.-Korr.' Zangwills neuestes Drama, ,,The Mclting Bot" (,,I)er Schmelztiegel") wurde am 2. Oktober in Washington in Gegenwart eines auserlesenen Publikums zum ersten Male aufgeführt. In einer Loge sah man auch den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Theodor Roosevelt samt Familie der Premiere bis zum Schlüsse beiwohnen. Sämtliche Washingtoner Blätter kons'aticren den tiefen Eindruck, den das Stück auf das ausverkaufte Haus geübt hat. ..Der Schmelziiegel" ist Amerika, der Tiegel, in welchem Menschen aller Natämen und Konfessionen von ihren Schlacken gereinig", und zu einer einzigen glänzenden Nation geläutert werden. .Als ein eklatantes Beispiel eines solchen Läuterungsprozesses führt der Verfasser die Liebesgeschichte eines russischen Juden an, der sich in die Tochter eines russischen Edelmannes verliebt, der an der Spitze seiner Truppen an der Nicdcrmetzclung der Eltern des jungen Juden im Pogrom zu Kischeneff teilger.ommcn hatte. Es wird nun geschildert, wie der Jude nach New-York kommt, dort als Musiker ein kümmerliches Dasein fristet, wie er in Liebe an dem juw^cn Mädchen hängt, das in revolutionäre Verschwörungen verwickelt, gleichfalls in die Verbannung gehen muss. Der verliebte junge Jude löst alle Bande, die ihn an seine Familie und seine jüdischen Freunde gebunden, entfe-nt sich allmählich dem jüdische.) Leben, bis schliesslich das Erscheinen des Vaters seiner Geliebten, dieses verhassten Menschen, des Mörders seiaer Litern, ihn wieder zu sich bringt und dem gläubigen Judentumc zurückführt. Aber nicht lange bleibt die Tradition Siegerin. Derameiika.iische Geist der Hoffnung und der Freiheit müssen schliesslich über die Tradition der [ahrhunderte den Sieg davon tragen und die Liebenden -- ..kriegen sich". Der jüdische Held ist das Sprachrohr der bekannten Zangw iiiischen .Auffassung über die Zukunft Amerikas. Besonders jenen Stellen, wo der Held die Möglichkeit'.! schildert, wie die Vereinigten Staaten den daheim bedrückten Brüdern eine wirkliche Heimat werden könnten, wurde stark applaudiert. Am stärksten und auffallendsten von Ro; sevelt. Neben der H.iuptidee vom ..Schmelz tiegel" zieht durch das g anze Stück ein äusserst scharf pointierter Protest gegen die Behandlung der Juden in Russland. Die Besitzung des Stückes ist eine sehr gute-. Die Regie hat die besten Kräfte herangezogen, um denn Stücke clen Erfolg zu sichern. Den' ..Schmelziiegel" ward demnächst auch in B a 1 t i m o r e und N e w -York zur Aufführung gelangen. G5MeiN&5=UN0 VSRSiNSNftlRRiUWW YVähJerversanimlung. .\nlässlich der Kuliuswahlen veranstaltet der ..Israelitische W ä h 1 e r v c r e i n" 1 Xonncrstag. den 22. Okt..her, in Leopold Mullers ('.asthaus „ami goldenen Widder". II.. Tabor stra-se VI, um <S liir abends, eine W ä h 1 e r v e r s a ni m 1 u n g. in welcher gleichzeitig die Nimünierung der Kandidaten lür die einzelnen Uc zirke stattfindet. Um /ahlreiches Kim Keinen wird gebeten, da interessante Referate auf der Tagesordnung stellen! * Wien. I>ie 29. ordentliche Plenarversammhing der I.cse- und Kedehaüe jüd. 11 ochschüler in Wien findet am Samstag den 17. Oktober a. c., halb 8 Uhr abends, im Vereinlokale. IX., Crime Torgasse 34. statt. Tagesordnung: 1. I'ei ii liierstattung über das 20. Semester. 2. Ncuwahl-ai, 3. Evcntualia,

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