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Neue Nationalzeitung · 1908-10-16 · Heft 41 (16.10.1908) · p. Seite 5

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 41 (16.10.1908)
Date
1908-10-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41. ,Ncue Natkmal-Zeitung' Seite 5. Inzwischen sind die Dinge in Bohrek beim alten geblieben; der Landesausschuss hat von selbst nichts veranlasst. Angesichte der feigen Haltung, welche die ,.Hausjuden" des Landtages in dieser Frage einnehmen, sieht eben der Landesausschuss, dass er von dieser Seite nichts zu befürchten hat. Allein dieser einzelne Fall beweist eklatant, was die galizischcn Juden von ,,'hren'' Landtagsabge;>rdneten zu erwarten haben. Diese Leute, die es kalt lässt. wenn jüdische Waisen in Massen der Taufe zugeführt werden, die nicht einmal den Mut haben, an den Landesausschuss eine einfache Frage zu richten, in einer Sache, wo Recht, Moral und Billigkeit offenkundig auf jüdischer Seite sind, wo sollten sie sich erst trauen gegen das politische und wirtschaftliche Unrecht, dass den galizischen luden zugefügt wird, aufzutreten! Mit welcher Freude haben es die Krakauer Juden aufgenommen, dass sie endlich auch einen jüdischen Landtagsabgeordneten aus ihrer Mitte wählen konnten! Und das Fazit: eine Null mehr im Landtag. Huchzens, dass sie eine beschnittene Null ist; was aber nicht hindern wird, dass die Partei der ..Unabhängigen Juden" in ihrer Grossmäuligkeit der jüdischen Bevölkerung weiterhin alles mögliche versprechen wird, um einige Mandate zu ergattern. ßliahu Panizel, (ghachmn J|aschi tfon Jerusalem. Nachdem der Chacham Baschi der Türkei, Moses Halevy, infolge des neuen Regimes von seiner Stelle weichen musste, um einem modernen Manne, Chacham Baschi Haim NahoumPlatz zu machen, beginnt sich auch in Jerusalem eine starke Opposition gegen den bisherigen Chacham Baschi, E 1 iahu Panizel, zu rühren. Die Nachricht, dass Rabbi Panizel bereits abgesetzt sei, wurde in einer von unseren letzten Nummern von der Pariser „Allg. Isr. Union" dementiert; es stehen ihm jedoch schwere Kämpfe um sein Amt bevor. In der letzten Nummer des „Israelit" schreibt darüber Dr. Grünhut aus Jerusalem: „Eine der Haupttugenden, die Panizel zieren,istseine Bescheidenheit. Als nun der Tumult beim Bekanntwerden der Konstitution sich gegen ihn, Panizel, wandte, da war er entschlossen, sein Amt freiwillig niederzulegen. Er — sprach er — habe die Ehre, Chachim Baschi zu sein, nicht gesucht. Allein die sämtlichen Vorsteher, sowohl seitens der Sephardim, wie seitens der Aschkenasim, beschworen ihn, dies nicht zu tun. Es dauerte lange; endlich gab Panizel dem Drängen der Gemeinde nash und blieb im Amte. Und das war zumal in diesen Tagen ein grosses Glück, das der zu würdigen weiss, der mit den Verhältnissen in Jerusalem bekannt ist. Den Sitzungen, in welchen über die beabsichtigte Abdankung Panizels verhandelt wurde, wohnte auch der Schreiber dieser Zeilen bei. Chacham Baschi Panizel hat also nicht allein das Amt nicht an sich gerissen, sondern es ist ihm gerade zu aufgedrängt worden. Dies der wahre Sachverhalt." Im Znsammenhange mit diesem Streite wird Herr Albert Antebi, der Vertreter der „All. Isr Un." in Jerusalem und Führer der Opposition gegen den Chacham Baschi, vom „Israelit" sehr heftig desselben an den „Denunziantentum w angegriffen Gouverneur erklärt. und von eine Eingabe Jerusalem als

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