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Neue Nationalzeitung · 1908-09-18 · Heft 37 (18.9.1908) · p. Seite 9

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Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 37 (18.9.1908)
Date
1908-09-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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ttr. 3l „faeue National-Zeitung" Hochgeehrte Redaktion! Mit Bezugnahme auf <_'ine im Artikel M e i s e I s Über den Jargon [Nummer vom 4. d. M., Seite 11) enthaltene Notiz über einen russisch-jüdischen Schriftsteller, Michel Oiserkes, erlaube ich mir zu bemerken, dass gegenwärtig in Galizien ein fähiger Jargonautor M. M. (..) j s e r k i s wirkt, der unter; anderen bemerkenswerten Schriften aus dem Leben galizisoher Juden, einen grossartigen Roman, „Der P r 1 v a 11 e h r e r" in, 4 Bänden und jüngst einen Zyklus von acht reizenden Novellen (Bilder aus verschiedenen jüdischen Schichten) veröffentlicht hat. Wir haben es hier also mit gleichklingenden Namen zweier veiM hiedener Personen zu tun. Cm Veröffentlichung obiger /eilen bittet hoflichst und zeichnet mit Hochachtung Dr. J. Klein. GäME1NUS=üno * VBWiNSNÄUWWWW Wien. Der ,.Israelitische Wähler-Verein" (XVI. und XVII. Bezirk) schreibt uns: Die Wahlen in den Kultusvorstand stehen vor der Tür und betrachtet es der „Israelitische Wählerverein." als seine Pflicht, an alle Jene, welche beabsichtigen, sich Um ein Mandat in den Kultusvorstand zu bewerben, die Aufforderung zu richten, sich mit dem israe!. Wähterverciri ins Einvernehmen zu setzen. Alle Kandidaten, welche gewillt sind, das Pr.igiamm des Vereines, das ja im Interesse des gesamten Judentums gelegen ist, zu unterstützen und zu fördern, können dessen versichert sein, dass der israel. Wählerverein, der heute schon in allen Kreisen des jüdischen Volkes in Wien Wurzel gefasst, seine ganze Kraft einsetzen wird, seinen Kandidaten zum Sieg« zu verhelfen. Alle Korporationen oder Körperschalten, welche auf die Wahl Einfluss nehmen wollen, mögen sich behufs eines gemeinsamen, energischen, zielbewussten Vorgehens mit genanntem Verein ins Einvernehmen setzen. Zuschriften und Mitteilungen an den israel. Wählerverein sind zu richten an F. Horvat h's G a s t h a u s, Wien, XVI.. llubergasse 10. Wien. (Adass Jisroel, Privat Religionsschule.) Der Vorstand beehrt sich bekannt zu geben, dass der I nterricht für Knaben und Mädchen von 6 bis 14 Jahren - begonnen hat und die Einschreibung jeden Sonntag von 8—-12 I hr vor mittags und Mittwoch von 2—5 l'hr nachmittags stattfindet. Das Schullokal befindet sich im Gebäude der Talmud Thora-Schule, II., Malzgasse ib. Stryj. Der hiesige Mädchenverein „Ognisko Kobiet zyd" erlässt nachstehenden Aufruf! Zu Ehren des 60jährigen Regierungsjübiläums des Kaisers beschloss der hiesige kulturelle Frauenverein „Ognisko kobiet zydowskich", der sich seit Jahren der Erziehung armer Kinder widmet, ein Haus zu erbauen, wo die Kinder Aufnahme finden könnten. \ Da aber unsere Mittel unzulänglich sind, wenden wir uns, durch den hochherzigen Appell unseres teuren Monarchen mit Hoffnung auf Erfolg ausgerüstet, an die öffentliche Mildtätigkeit mit der inständigen Bitte, uns im Namen des Wohles unserer Kinder, der künftigen Staatsbürger, zu Hilfe zu kommen. Wir appellieren an alle edlen Leser, grossmütige Väter und zartfühlenden Mütter, uns in unserem Vorhaben zu unter stützen, auf dass zum Heil der unglücklichen, jeder Obhut beraubten Kinder, der humane Bau in Angriff genommen werden könne. Jede Gabe ist willkommen 1 Spenden über 20 Kronen werden im goldenen Buch verzeichnet, das der Verein noch im Jubiläumsjahre unserem geliebten Monarchen überreichen wird. Der Verein ,,0 gnisko kobiet zy d." in S t r y j, G o 1 u c h o w s k i g a s s e, nimmt die gefl. Spenden entgegen. AILSN WCl£C6ilC N Eine Judische Exzellenz. Seine Exzellenz Staatsrat Bohor Effendi Askanazi wurde vom neuen Miisterkabinett zum Unterpräfektenvon Konstantinopel ernannt. Er ist aus der Stadt gebürtig und 65 Jahre alt. Er war in den Staatsdienst als Uebersetzer im Ministerium des Aeussern eingetreten und hatte eine Reihe Staatsstellen inne, bevor er in den Staatsrat aufgenommen wurde. Bohor Effendi ist von den Mohamedanern als einer der feinsten türkischen Literaten anerkannt. Er hat auch von Grund auf die jüdische Wissenschaft studiert und ist ein hervorragender Hebräist; bei verschiedenen Gelegenheiten war er Präsident des Zentralkonsistoriums des Reiches. Die Absetzung des Rabbiners von Jerusalem. Nach Mitteilungen des Deutschen Bureaus der Alliance Israelite Universelle ist die in Deutschland verbreitete Version, dass die gegenwärtigen Rabbiner von Jerusalem, Damaskus und Saida auf Betreiben des Chacham Baschi Nahoum abgesetzt worden seien, unwahr. Die Absetzung war von dem Justizminister in Vorschlag gebracht worden, aber der Kaimakam Chacham Baschi Nahoum hat sich dem widersetzt und eine vorherige genaue Untersuchung verlangt. Israel Zangwills Amerikareise. Israel Zangwill hat Mittwoch den 16. d. M., in Begleitung seiner Frau eine Agitationsreise nach Nordamerika angetreten. Chacham Baschi Nahoum von Konstantinopel wurde vom Sultan Abdul Hamid in Audienz empfangen und zur Wahl teglückwünscht. Anlässlich des Tronbesteigungsfestes in der Synagoge von Galata hielt Nahoum eine spaniolische und türkische Ansprache, worin er die Konstitution feierte. ^ritschriften-Rundschau. Die Zeitschrift für Demographie und Statistik der JjJen weist in der Ausgabe für September folgenden Inhalt auf; I. Abhandlungen. 1. Norbert \V e 1 d 1 e r Berlin!: Die Bewegung der nichtorthodoxen Bevölkerung in Serbien während der |ah) e 1890 1905. 2. Dr. S. \V e 1 s s e n b e r g (Elisabethgv; d): Jüdische Krankenhäus -r in Kussland. 3. Dr. Bruno Blau, Rechtsanwalt in Berlin: Die Juden auf den preussischen l'niversitäten im Jahre 1905 1906. II. Statistisches Archiv. Jüdische KürKorgezöglinge i" I'reussen im Jahie 190b. Der Schulbesuch jüdischer Kinder in Krankfurt a. M. im Jahre 1906 Der israelitische Kultus in Krankfurt a. M. im Jahre 190b Die Zahl der Juden in Dresden von 1832 1905. Die Erziehung der Kinder in Alisehehen in Dresden. Krebskrank-:' unter den Juden l'ngarns. Auswanderung aus dem Gouvernement Wüna. Die Knigangssprache der Juden in Palästina. Die Juden in Victoria. III. Literatur. I'hilippson. Martin: Neueste Geschichte des jüdischen Volkes. Herginann. J.: Jüdisch- Apologetik im neute->tamentlichen Zeitalter. ßpkfyasten der Redaktion. P. N. Wir behalten uns vor, den Kall zu prüfen. ~- Kouzipient. Der Verstorbene war der Initiator der Hetze gegen die Kollegen „aus dem Osten"'. Ein Herr, der heute im Vorstände des polnisch-jüdischen Tempels sitzt, hat ihm dabei sekundiert. - Baukommissär. Der von Ihnen genannte Oberbaurat im Eisenbahnministerium ist Jude; Baurat von Kuh hat sich also - wir stellen es gerne richtig — nicht wegen der Karriere, sondern aus — L eberzeugung taufen lassen. — W. in Krakau. Diese ..Konkurrenz" macht uns keine Sorgen. Kragen Sie nur jenen Herrn, der sich mit seinem Steckenpferd so viel Reklame macht, wie viel er schon für jüdische Zwecke aus seinem immensen Vermögen ausgegeben hat. Klöster besuchen und Rekurse schreiben ist viel billiger als das Kebel bei der Wurzel erfassen, Kultur verbreiten, Waisenhäuser bauen, die Jugend jüdisch erziehen. Kür so was bringt aber das deutschnationale Blatt aus der Kihtegasse keine Reklame- Notizen.

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