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Neue Nationalzeitung · 1908-08-28 · Heft 34 (28.8.1908) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue Nationalzeitung
Volume
X (1908)
Issue
Heft 34 (28.8.1908)
Date
1908-08-28
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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„Neue Nacional-Zeitung*' Nr. 34. Aktionskomitees begrüsst den Kongress der Esseker Kultusvorstand Dr. S p i t / f r. Darauf folgten das sachliche Referat über Zionismus und seine -schichte (F.rwin Kraus, Essek), und der Vortrag des Seniliner Abiturienten K o!; ü über die Pflichten der jüdischen Mittels-, hu! In der am S-mhü Rachmittagveranstalteten Bürger- Versammlung i H'jrierte Dr. Spitzer. Essek, über das Wesen des Zioni^mu-. und Rabbiner Dr. Mar gel il'ozegaj über jüdische Renai-■ -- >•■.< c. beide unter grossem Beifall des zahlreichen Auditru lun1 - Am Abend f and ein gelungener Festkomm ers statt, dem e.i vu 200 Herren und Damen beiu ohnten. Montag setzte d Kongresseine Beratungen fort. Nach den Referaten der Her;- n Alfred S i n g e r. Semlin ('..Die Juden in den südshivischen l.'idern"i. Da\ id A 1 b a 1 a, Belgrad (..Die neuesten zionistischen I' -tituti>ncn"' ur.d Dak Isachar über die Sephaidim, wurde der Kongress nur einer Schlussrede des Präsidenten Bauet uci Annahme \ erliiedener Resolutionen geschlossen. Am Dienstag iv;. hte das (]n>< <!vr Kongreßteilnehmer einen gemeinsamen Aubing nach der nah'n serbischen Residenz Belgrad, wo sie von d.:i dortigen Zi.misten mit Dr. Alkalay und Dr. D a w i d s e h •.• an der Spitze auf das herzlichste empfangen wurden. Im S.. de des Hotel Imperial fand ein Festessen sowi" abends einzionistische l ntevhaltung statt, bei der unter lebhafter Beteiligung der Belgrader Judenschaft einige «roste und heitete Red n gehalten wurden. Mittwoch früh erfolgte die. Abreise der < ".aste. Es st -in zu erwarten, dass sämtliche Kongressteilnehni im Sinne d r empfangenen Anregungen eine regere- Tätigkeit entfalten werden * Die in llnein; -h. Blatte über ..Studontcn-Kongress-'* erschienenen Ausführungen haben ihren Zweck nicht verfehlt. Und eben der dntie K .ngress der zionistischen Abiturienten, und Hochschüler in mihi bedeute: e i n e n Fortschritt tn Bezug auf reale V'-eit. Dazu und zur Vermeidung überflüssiger Redensarten I- "it eben erw ähnter Aufsatz beigetragen. Sowohl Leitungwie iu Ii sämtliche Teilnehmer des Kongresses befleißigten sich .-m sachlichen Sprache. Der Präsident reflektierte iu seiner S :hlussrede auf die Zeilen des Herrn. Criticus in der ,.\\ ucn Xationalzcitung" und meinte, dass die zionistische Jugend i'-.n: Aufgabe ernst auffasse und nun den ernsten Worten eins'...- Taten folgen müssen. Fr. Kr. * * * Wir erhalten auf die Zuschrift des Criticus in der Nr. 32 folgende Erwiderung l.obh-die Redaktion! In der Nr. t,2 Ihres geschätzten Blattes findet sich ein von Criticus" gezen Im et er Angriff auf die Institution der vom akad. Vereine ,,r>ai C-tora" veranstalteten zionistischen Kongresse der jüdischen Hochschüler und Abiturienten aus den südslavischen Ländern. Da der Verfasser jenes Angriffes die Tatsachen entstellt, sei es mir erlaubt, darauf kurz zu erwidern. Es ist vor allem unrichtig, dass diese Kongresse exklusivaristokratisch sind. Sie <-!nd allgemein zugänglich und es durfte auch nicht verschwiegen werden, dass der Verein ,,Bar Giora" gleichzeitig mit dem Kongresse stets auch eine Bürgerversammlung einberuft, wo ^.i ■ die Referate alteren Herren überlässt, nicht aus Exklusivität, -ondem vielmehr, weil sie eben davon einen grösseren ErfmU erwartet. Es beweist eine Lnkcnntnis der Tatsachen, wenn in der erwähnten Zuschrift behauptet wird, dass in den Zwischenräumen zwischen den Kongressen in Kroatien-SIavonien nichts geleistet wird und das, man sich dann nur jede zwei Jahre am Kongresse den Mund mit Phrasen voll nehme. Wären die Verhältnisse dem Angreifer bekannt, so hätte es ihm nicht entgehen können, dass smh seit dem letzten Kongresse in Orijek fast eine Umwälzung im jüdischen Leben in Kroatien-SIavonien vollzogen "hat: literarische und zionistische Vereine wurden gegründet, eine jüdisf he Monatsschrift ist ins Leben gerufen worden, der jüdische Gemeindebund ist so gut wie beschlossene Sache, die Zahl der Schekelzahler ist im Steigen und die Beiträge für verschiedene zionistische Zwecke, wie namentlich der Nationalfonds-Ausweis lehrt, nahmen einen nicht zu unterschätzenden Aufschwung. Und daneben gibt es Erfolge, die wohl nicht nach Zahl Mass und Gewicht abgeschätzt werden können, die aber nichtsdestoweniger bestehen. Es sind eben Imponderabilien, die nur der empfinden kann, der sich mitten im jüdischen Leben Kroatiens befindet. Der „Bar Giora" ist sicherlich einer der bescheidensten Studentenvercine in Wien. Er veranstaltet keine Kommerse und keine Festkneij)»en. Urnsomehr muss jeder wohlwollende, objektive Beobachter seine nicht zu unterschätzenden Verdienste für die zionistische smvohl, als auch für die allgemeinjüdische ^Entwicklung in den südslavischen Ländern anerkennen. Alexander Licht. %is auzs wmtüieN In Yorkers, Staat New-York, dem Wohnsitz» Morris RosenfeJds, soll tun die erste Synagoge erbaut werden. Zu diesem Zwecke bat die jüdisch© Gemeinde eine — Kirche angekauft. Der Chacham Baschi von Konstantinopel. Die Regierung hat die Wahl des Professors N a h 0 u nx zum Kaimakam Chacham Baschi bestätigt. Das jiddische Theater in Russland wurde nach dem Oktober-Manifest wieder bewilligt. In den letzten Tagen wurde diese Bewilligung jedoch zurückgezogen. Die Akademie der Wissenschaften und der schönen Künste iu Paris r at ihren diesjährigen Preis für das beste Werk über den Orient Moise Schwab für seine Arbeit „Hebräische Inschriften in Spanien" verlieben. Dieselbe Akademie hat auch den Gelehrten Lazare Saineanu dem Institute de France für den Volney-Preis (1400 Francs) für sein Werk „L'argot Ancien" (J 455 bis 1850) vorgeschlagen.. Rothschilds Kreuzschmenen. In dem Briefwechsel zwischen Bismarck und Wilhelm I. findet sich folgender Brief: „Berlin, den 16. Januar 1875. Karl Mayer Baron von Rothschild ist stark am Bandwuim erkrankt beim Herannahen des Ordensfestes. Diese Krankheit vermag ich nicht zu heilen,, aber Kreuzschmerzen lassen sich kurieren. Es wäre dafür anzuführen, dass er allerdings im Kriegsjahre enorm viel für die Wohltätigkeitszwecke getan hat, wofür seine Frau das Verdienstkreuz erhalten, catürlich das Geld verwendend, was der Mann ihr gab, während er keine Auszeichnung erhielt. Will man ihn berücksichtigen, so könnte wohl das Komtur-Kreuz mit dem sechseckigen Stern des Hohenzollern-Ordens verliehen werden, da er bereits den brillantenen Stern 2. Klasse des Roten Adlerordens besitzt, so dass der Zweikronenorden mit Stern zu> wenig wäre. Ich wünsche Ihre Ansicht! Wenn ich* ihn jetzt dekoriere, so ist er auf einige Jahre abgefunden, bis die Bandkrankheit wieder eintreten darf. Ihr Wilhelm." — Natürlich war Bismarck mit der Absicht des Kaisers durchaus einverstanden. An solchen Schmerzen leiden nicht blos die* Rothschilds. Der jüngst aus dem Judentum ausgetretene Reitzes ist bedenklich an Knopflochschmerzen erkrankt. Da ihn das Offizierskrpuz des Franz Josef Orden?, das ihm für eine 500 0U0 Kronen» Spende zu Gunsten des „Kindes", verliehen wurdey noch immer nicht geheilt hat, gedenkt er dem. Reichskriegs-M nisterium 1 Million Kronen für die Luftschiffahrt zur Verfügung zu stellen. . . . Die Massentaufen in Wien. Nach Berechnungen der ,Jednosc" entfällt auf 1000 Juden in Galizien ein Getaufter^ auf 1000 Juden in Wien 260 Getaufte. Das erscheint uns denn doch zu übertrieben. Die neuesten Ausgrabungen in Palästina. Professor Doktor Sellin, über dessen Forschungen auf den Trümmern Jerichos wir bereits in unserer vorjährigen Chanuka-Festnummer berichtet haben, hielt auf dem Historiker-Kongress in Berlir* einen Vortrag über „Die Ergebnisse der Ausgrabungen in Palästina für die vorisraelitische Geschichte des Landes". Der Gelehrte, der inzwischen einen Katheder an der Universität in Rostock angenommen hat, gab zunächst eine Uebersicht über die Geschichte der bisherigen Ausgrabungen in Palästina und über die Daten, die die ausserpalästinensischen Inschriften für die Geschichte Palästinas im dritten und zweiten Jahrtausend ergeben haben. Daran knüpft er die Frage: Was haben nun jene zur Erweiterung oder Bestätigung dieser beigetragen? Eine Antwort darauf gibt er in dreifacher Richtung. 1. Neue jnschriftlidbj verbürgte Daten für die politische Geschichte haben wir so gilt wie gar nicht erhalten. Die inschriftlichen Funde beschränken sich auf die von Bliss jn Bakisch gefundene keilinschriftlich«}

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